VOLLTEXTSUCHE
Interview, 03.09.2014
Kunden-Köder Online-Content:
Content Management Systeme (CMS) – ohne geht’s für KMU kaum mehr
Ein Interview mit Danijela Weigraeber, TYPO3 Association
Um online Kunden zu gewinnen, braucht es heutzutage mehr denn je vor allem eines: immer wieder neuen guten Content, insbesondere auf der eigenen Website. Erst durch solchen werden Unternehmen in den Suchmaschinen sichtbar. Diesen einzustellen und zu pflegen, braucht es jedoch Tools wie Content Management Systeme (CMS). Im Interview erlutert Danijela Weigraeber, Mitglied der TYPO3 Association, worauf bei CMS zu achten ist und wann Open Source Software die bessere Wahl ist.

Frau Weigraeber, nach einer aktuellen BITKOM-Studie* kaufen mittlerweile mehr als drei Viertel aller Deutschen ber 14 Jahren online ein. Die Frage fr kleine und mittelgroe Unternehmen (KMU) ist daher mittlerweile weniger Website, ja oder nein?, sondern vielmehr: In welchem Umfang wollen wir uns online engagieren?. Liegen allerdings die Kosten fr verschiedene Website-Varianten auf dem Tisch, fllt das Content Management System, kurz CMS, noch vielfach raus. Dabei gilt im Online-Marketing doch mehr denn je, speziell mit Blick auf Suchmaschinen, die Maxime Content is King?!

Danijela Weigraeber: Das ist richtig! Im Internet gefunden zu werden ist heutzutage unerlsslich und je nach Art des Unternehmens entscheidend fr den Geschftserfolg. Und eben hierfr braucht es guten Content, den zu verffentlichen und zu pflegen, es allerdings ein Tool braucht, das auch Mitarbeiter ohne HTML- bzw. Programmier-Kenntnisse nutzen knnen. Mit Hilfe von Content Management Systemen beziehungsweise CMS knnen selbst umfangreiche Webauftritte professionell und effizient gestaltet, organisiert und gepflegt werden. Dabei werden Design und Inhalt vllig voneinander getrennt bearbeitet und gespeichert, wodurch auch nicht versierten Redakteuren und Editoren das problemlose Bearbeiten aller Inhalte eines Webauftrittes mglich ist. Kosten fr eine Agentur, die Webinhalte publiziert, entfallen. Ein weiterer, ganz wichtiger Punkt ist die Tatsache, dass Webseiten von Suchmaschinen nur dann gut gefunden werden und oben in der Liste erscheinen, wenn sie aktuell sind. Fr die Suchmaschinenoptimierung ist es also entscheidend, Inhalte einer Website schnell aktualisieren zu knnen. So haben auch kleinere mittelstndische Unternehmen eine Chance, wahrgenommen zu werden und sich vom Wettbewerb abzusetzen.

Welche Faktoren sind ausschlaggebend, wenn ein Unternehmen ein CMS einfhren mchte? Oder anders gefragt: Worauf sollte ein Unternehmen bei der Wahl einer CMS Software speziell achten?

Weigraeber: Neben einer intuitiven Bedienung sowie hoher System- und Zukunftssicherheit sollte das Content Management System einen groen Funktionsumfang besitzen, mit dem sich viele unterschiedliche Webprojekte umsetzen lassen von der Unternehmenswebseite ber die Produkt-Microsite bis hin zum Online-Shop. Durch diese Eigenschaften eignen sich Open Source-Lsungen, zum Beispiel TYPO3, hervorragend fr mittelstndische Unternehmen, die ihre Webseiten ohne groe IT-Abteilungen und -Budgets aufbauen und pflegen wollen. Auch die Integration sozialer Netzwerke sowie responsive und adaptive Webdesigns sollte das System untersttzen. Diese Webdesigns passen sich automatisch an die Bildschirmgre und -auflsung des Endgerts an, auf dem die Webseite geffnet wird. Das sind wichtige Funktionen, denn 2013 haben laut Statistischem Bundesamt bereits mehr als die Hlfte der Internetnutzer mobil auf Websites und andere Dienste im Web zugegriffen.***

Kommerzielle CMS-Lsungen versus Open Source Software: Welches sind die Vor- und Nachteile? Welche Chancen bietet ein offenes System?

Weigraeber: Einer der groen Vorteile einer Open Source-Lsung gegenber kommerziellen Lsungen liegt in den geringeren Kosten. Gerade mittelstndische Unternehmen haben hufig kein groes Finanzpolster und sparen sich durch den Einsatz einer Open Source-Lsung wie TYPO3 die Lizenzgebhren. Die Software kann von jedem kostenlos heruntergeladen, installiert und genutzt werden. Kosten fr die Einrichtung, Verwaltung und langfristige Betreuung des Systems fallen sowohl bei Open Source als auch bei kommerziellen Lsungen an. Der Support durch einen Hersteller ist sicher ein Vorteil durch ein kommerzielles System. Man hat einen Ansprechpartner, der sich im besten Fall schnell um das eigene Anliegen kmmert. Allerdings bietet auch die groe Community der Open Source-Anbieter oft sehr professionelle Hilfe und umfasst im Falle von TYPO3 mehr als 100.000 Entwickler aus 48 Lndern. Kommerzielle CMS besitzen oft starre Funktionalitten und feste Lebenszyklen. Open Source-Systeme lassen sich hingegen durch den offenen Quellcode ohne weiteres an die eigenen Bedrfnisse anpassen und skalieren.

Besonders interessant ist die Verbindung von Open Source Software mit kommerziellen Business-Modellen. Sind Sie der Meinung, dass diese Kombination ein weiteres Potential fr die Verbreitung von Open Source darstellt? Haben Sie damit Erfahrungen gemacht?

Weigraeber: Auf jeden Fall! Open Source-Lsungen lassen sich leicht an die Anforderungen jedes Nutzers anpassen, da hier nicht auf Lizenzmodelle geachtet werden muss und der Quellcode der Software offen ist. Dadurch ist es mglich, mit jeglichen Schnittstellen zu arbeiten. TYPO3 CMS bietet zahlreiche Schnittstellen, um Webseiten nahtlos an Produktdatenbanken und ERP-Systeme anzubinden: sei es ber ein Rest API (Application Programming Interface), einen Webservice oder auch einfach, indem man CSV-Daten importiert. So ist auch eine Anbindung zum Beispiel an SAP ohne groe nderung an den Lizenzen der SAP Module mglich. Sollte SAP durch ein anderes System abgelst werden, wird einfach die Schnittstelle angepasst und der Shop im Open Source CMS funktioniert weiterhin. Ganz konkret kann ich Ihnen auch ein eindrucksvolles Beispiel hierfr geben: die Webseiten der ACO Severin Ahlmann GmbH & Co. KG, einem der Weltmarktfhrer in der Entwsserungstechnik. Das Unternehmen setzt mehrere Webseiten fr unterschiedliche Geschftsbereiche mit TYPO3 um. Der Vorteil: Die verschiedenen Plattformen knnen parallel auf einer Instanz verwaltet und gepflegt werden. Die Aktualisierung des Contents erfolgt durch die Anbindung an die Produktdatenbank automatisch. Auf Knopfdruck werden ganze Webseiten generiert und unzhlige Produkte einheitlich aufgespielt, ohne dass die Seiten einzeln aktualisiert werden mssen.

Open Source-Markt und Unternehmen: Wie viele Unternehmen in Deutschland/Europa/der Welt nutzen momentan Open Source Software? Welches Wachstumspotenzial bietet der Markt?

Weigraeber: Weltweit ist TYPO3 ber 500.000-mal installiert. Mehr als 1.600 Dienstleister aus 150 Lndern weltweit sind bei typo3.org registriert und bieten TYPO3 Services an. Das Wachstumspotenzial fr Enterprise Content Management-Lsungen insgesamt schtzt der Hightech-Verband BITKOM**** auf ber 6 Prozent. Die Branche wird demnach allein in Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich 1,7 Milliarden Euro an Umsatz erwirtschaften. Auch bedingt durch den stetigen Zuwachs beim E-Commerce bentigen immer mehr Unternehmen gut funktionierende und schnell aktualisierbare Webshops. Open Source-Lsungen eignen sich dafr hervorragend und bieten viel Flexibilitt.

Welche neuen Trends und Entwicklungen stellt TYPO3 im Content Management-Bereich fest? Was ist Zukunftsmusik fr TYPO3 und generell fr WCM?


Weigraeber: In Zukunft wird es beim Web Content Management nicht darum gehen, den gesamten Inhalt zu managen. Vielmehr filtert und moderiert man die inhaltlichen Flsse verschiedenster Quellen. Ein Content Management System wird dutzende verschiedene Teile beinhalten fr Fotos, Videos, fr verschiedene Publikationen, fr eine bestimmte Zielgruppe, fr ein Projekt oder fr einen Dienst. Der Fokus wird also auf den Inhalten selbst liegen. Ein Web Content Management System kann nicht diktieren, wie die Informationen, die man teilen mchte, organisiert sind. Tools werden sowohl gut strukturierten Content verwalten knnen, genauso aber auch lose strukturierten Content, der sich in Information Clouds befindet. Zudem muss sich knftig auch die Dimension, in der sich Inhalte befinden, sehr schnell anpassen lassen. Das kann eine andere Sprache sein, die Optimierung fr verschiedene Gerte (Tablet, Smartphone, etc.) oder die Zielgruppe. Noch mehr als bei heutigen WCM Systemen wird das Wichtigste sein, dass der Redakteur so schnell und einfach wie mglich Inhalte bearbeiten kann. TYPO3 passt sich diesen Anforderungen bestmglich an.

Frau Weigraeber, herzlichen Dank fr das Gesprch.

Quellen:

* BITKOM: www.bitkom.org/files/documents/BITKOM-Praesentation_Trends_im_Online-Shopping_08_05_2014.pdf
***Statistisches Bundesamt: www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2014/03/PD14_089_63931.html
**** BITKOM: www.contentmanager.de/nachrichten/studien-und-prognosen/cebit-markt-fuer-ecm-loesungen-waechst-auf-17-milliarden-euro/

ZUM AUTOR
ber Danijela Weißgraeber
TYPO3 Association
Danijela Weißgraeber ist Mitglied der TYPO3 Association. Die TYPO3 Association ist ein Verein nach Schweizer Recht, der im November 2004 von Mitgliedern der TYPO3 Community, darunter auch Kasper Skårhøj, gegründet wurde. Die ...
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