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EZB erhöht Leitzinsen: Reaktionen aus Europa

Als erste große westliche Bank hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinswende eingeleitet. Nach Ausbruch der Finanzkrise hat sie zum ersten Mal beschlossen, die Leitzinsen von 1,0 auf 1,25 Prozent zu erhöhen.
(PM) Cambridge, 18.04.2011 - Als erste große westliche Bank hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinswende eingeleitet. Nach Ausbruch der Finanzkrise hat sie zum ersten Mal beschlossen, die Leitzinsen von 1,0 auf 1,25 Prozent zu erhöhen. Europa ist geteilter Meinung über dieses Vorgehen. Während die einen sich freuen, dass die Leitzinserhöhung den Aufschwung der starken Wirtschaftsnationen unterstützen wird, kritisieren andere, dass die Entscheidung massive Nachteile für die angeschlagenen Länder haben wird.

Die Niederlande begrüßen Leitzinserhöhung

Die Niederlande gehören zu jenen Ländern, die die Leitzinserhöhung begrüßen. Sie sei „ein kluger Schritt“, so die Zeitung De Telegraaf. Die Erhöhung könne die sich langsam erholende niederländische Wirtschaft gut verkraften. Die Maßnahme festige die Stellung des Euro und sei ein Zeichen der Stärke gegenüber den seit der Krise kritischen Finanzmärkten. „Aber vor allem ist es gut, dass der französische EZB-Chef nicht dem Druck der mit großen Problemen kämpfenden südeuropäischen Euroländern erlegen ist“, so De Telegraaf. Und weiter heißt es: „Stattdessen konfrontiert der höhere Zinssatz Bruchpiloten wie Portugal und Griechenland knallhart mit der Realität.“

Tschechien und Spanien kritisieren EZB

Tschechien sieht dies ganz anders: Die Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny titelte „Falsches Zeichen zu falschen Zeit“. Die Entscheidung der EZB zu diesem Zeitpunkt wecke den Verdacht, dass sie mehr danach entscheidet, was für Deutschland von Vorteil sei als für die Eurostaaten als Ganzes. Dabei gehe es weniger um die aktuelle Leitzinserhöhung als vielmehr um das Signal, in welche Richtung sich die Geldpolitik bewege. Die Kombination aus teurerem Geld und restriktiveren Haushaltseinsparungen der verschuldeten Länder vertiefe die Spaltung der Union in zwei Teile.

Auch die spanische Zeitung Público kritisiert, dass die Leitzinserhöhung der deutschen Wirtschaft zugute komme, während sie der spanischen schade. Vor allem der spanische Hypothekenmarkt sei betroffen. Denn die meisten Baukredite haben nur eine Zinsbindung von ein bis zwei Jahre. Danach ist der zu zahlende Zins vom allgemeinen Markt abhängig und wird infolge der Leitzinserhöhung steigen.

England gerät unter Druck

Auch in England dürfte die Leitzinsanhebung der EZB zu Veränderungen führen. So wird die Bank of England mehr oder weniger gezwungen, ihren Leitzins ebenfalls zu erhöhen, andernfalls könnte es zu deutlichen Kapitalabflüssen aus London kommen. (Fischer-Partner.ORG / oto)
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