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Fachartikel, 13.03.2017
Mehr Effektivität, weniger Perfektionismus
Mit 80 Prozent der Ressourcen 100 Prozent Leistung bringen
Wie können wir den steigenden Arbeitsdruck reduzieren und die wachsende Komplexität unserer Welt meistern, ohne in unseren Leistungen nachzulassen? Unsere Konditionierung auf Perfektion und Richtigsein ist das Prinzip, das uns in die Überforderung treibt. Das alternative Prinzip: Mit 80 Prozent unserer Ressourcen die volle Leistung erbringen.
Statt uns immer mehr anzustrengen, mehr zu arbeiten und perfekter sein zu wollen, knnen wir die Mglichkeiten der sozialen Systeme, in denen unser Leben und Arbeiten stattfindet, die Reserven unserer Familien-, Arbeits- und Freizeitwelten besser nutzen. Dazu mssen wir ihre Erfolgsfaktoren kennen: Sinn, Vertrauen, Offenheit und Verantwortung.

Die soziosystemischen Erfolgsfaktoren Sinn, Vertrauen, Offenheit und Verantwortung entscheiden ber die Leistungsfhigkeit sozialer Systeme. Sie sind Ausdruck der Kultur des sozialen Systems und mssen bewusst und gemeinsam gestaltet werden.

Empfehlungen:
  • Um Sinn bei den Einzelnen zu erzeugen, stellen Sie Zusammenhnge zwischen den Interessen verschiedener Akteure her.
  • Ohne Vertrauen sind Zusammenleben und Zusammenarbeit nicht mglich: Geben Sie Vertrauensvorschuss, sorgen Sie fr Klarheit ber Strukturen und initiieren Sie gemeinsame Erlebnisse.
  • Die Offenheit fr Neues frdern Sie durch eine Kultur des Fragens, Probierens und durch eine konstruktive Fehlerkultur.
  • Frdern Sie die Freude an der Verantwortung durch ihr eigenes gutes Beispiel und eine konstruktive Fehlerkultur.
Auf einfache Weise groe Wirkung erzielen

Das Verhalten unserer Mitmenschen ndern wir nicht durch noch mehr Appelle. Im Gegenteil, das kostet uns Anstrengungen und bewirkt oft das Gegenteil. Statt uns in fruchtlosen Appellen zu erschpfen und unsere Frustration zu steigern, knnen wir Regeln setzen und Bedingungen gestalten. Mit diesen Hebeln werden unsere Mitmenschen uns folgen, die sozialen Systeme werden effektiver und wir sparen persnlichen Aufwand.

Empfehlungen:
  • Konzentrieren Sie sich auf die Gestaltung von Bedingungen und Regeln, statt sich in Appellen zu erschpfen. Das verbessert die Effizienz und fhrt zu Entspannung. Beachten Sie: Eine Regel ohne Sanktionsandrohung ist ein Appell und wirkt nicht!
  • Schauen Sie nach territorialen Gegebenheiten, Ressourcen, Geld, Organisationsstrukturen und Aufgabenverteilungen  - diese beeinflussen die Regeln.
Kommunikation nutzen

Ein Groteil unserer Energie verpufft in den Versuchen, der Informationsflut Herr zu werden. Andererseits reiben wir uns dabei auf, mit unseren Botschaften gehrt zu werden. Wenn wir diese Anstrengungen steigern, werden wir kaum nennenswerten Erfolg bei der Kommunikation erzielen. Es gibt eine bessere Mglichkeit: Durch Empathie, durch aktives Eintauchen ins „Kommunikationsfeld“ werden Informationen selektiert und die Menschen in unseren sozialen Systemen beeinflusst, Werte und Meinungen geprgt.

Empfehlungen:
  • Missverstndnisse sind ein unumgngliches Merkmal von Kommunikation. Wenn Sie diese Perspektive einnehmen, knnen Sie viel entspannter damit umgehen und auch die Vorteile von Missverstndnissen sehen: Sie halten Kommunikation in Gang und schaffen Beziehung.
  • Tauchen Sie in das  „Kommunikationsfeld“ ein: fhren Sie viele Gesprche, hren Sie aufmerksam zu. Dann bekommen Sie ein Gefhl fr das, was wichtig ist und knnen Informationen besser selektieren. Und Sie knnen zur Meinungsbildung, zur Bildung von Werten beitragen.
Vom Mssen ins Wollen

Mssen ist anstrengend. Je mehr wir mssen, desto mehr versuchen wir, perfekt zu sein, ohne es je zu erreichen. Die gngigen Motivationssysteme verstrken das Mssen, das heit Anstrengung und Stress. Am Ende stehen Perfektionismus und beranstrengung. Die Frage ist: Wie kommen wir vom Mssen-Modus in den Wollen-Modus? Im Wollen-Modus haben Menschen Freude an dem, was sie tun, und entwickeln Kreativitt und intelligentere Lsungen.

Empfehlungen:

In den Wollen-Modus kommt man durch Gestaltungsfreiheit, durch Selbstbestimmung und berzeugtes Mitgestalten". Deshalb:
  • Nutzen Sie die Gestaltungsmglichkeiten, die sich bei Ihrer Arbeit und in Ihrem Umfeld erffnen. Verdeutlichen Sie sich den Sinn in dem was Sie tun.
  • Lassen Sie anderen Menschen mehr Gestaltungsfreiheit. Dann bernehmen sie Verantwortung fr ihr Handeln, entwickeln Initiative und neue Lsungen.
  • Wenn Sie gemeinsam mit anderen Menschen ein Ziel erreichen wollen, spren Sie den gemeinsamen Sinn auf. Laden Sie alle Beteiligten zum Mitgestalten ein.
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ZUM AUTOR
ber Dr. rer. nat. Stefan Fourier
Humanagement GmbH
Dr. rer. nat. Stefan Fourier ist Autor des Buches Jenseits von schnellen Gewinn, Vortragsredner und Gründer der Unternehmensberatung Humanagement, die er seit 1990 leitet. Der promovierte Physiker ist seit über 30 Jahren im Management von ...
Humanagement GmbH
Hindenburgstraße 28/2
30175 Hannover

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