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Fachartikel, 18.02.2015
Schubladendenken hilfreich
Was uns wirklich Stress macht
Betrachtet man erfolgreiche Menschen, stellt man fest: Während andere sich im Stress zermürben, gelingt es ihnen, viele Dinge zeitgleich, scheinbar ohne jede Mühe, zu bewältigen und voranzubringen. Um eine solche mentale Stärke zu entwickeln, gilt es, das gute alte Schubladendenken wiederzubeleben.
Auf die Frage „Sind Sie belastbar?“ antworten viele Menschen, ohne lange zu berlegen, mit „Ja!“. Sie halten sich fr belastbar. Belastbar, wenn es darum geht, die bertragenen Aufgaben selbststndig und eigenverantwortlich zu erledigen, falls ntig dafr berstunden zu machen, in Situationen unter hohem Druck den berblick zu bewahren und sich nach einer Niederlage selbst wieder zu motivieren, einen weiteren Versuch zu starten. Der Glaube ist vorhanden, ber ausreichend physische und psychische Ressourcen zu verfgen, die in stressigen Situationen helfen, notwendige Krfte zu mobilisieren. Der Zugriff bzw. die Nutzung dieser Ressourcen wird als Resilienz bezeichnet. Ob die Toleranz des Systems Mensch gegenber den immer mehr werdenden Strungen tatschlich ausreicht, ist in Frage zu stellen. Von ausreichender Widerstandsfhigkeit kann nicht die Rede sein, werden die zunehmenden Flle von berforderung, psychosomatischen Krankheiten und Burnout betrachtet. Das Schubladendenken kommt hier zum Zug. Denn, Stress beginnt im Kopf! Umso wichtiger ist es, an der persnlichen Einstellung zu arbeiten, um mentale Strke gegenber den objektiv wirkenden Stressoren des Alltags aufzubauen, um tatschlich soweit belastbar zu sein und zu bleiben, dass es fr den einzelnen Menschen und das Unternehmen gesund ist.  

Zwischen Verwundbarkeit und Resilienz


Wir fhren ein Leben auf der berholspur! Tag fr Tag werden immer schneller immer mehr Dinge von uns erwartet. Wir nehmen mehr Informationen auf, sollen grere Ziele erreichen, mit hherem Druck umgehen – nicht nur dem von Auen durch Vorgesetzte oder Kunden, sondern, weil wir uns zustzlich selbst unter Druck setzen. „Die Konkurrenz schlft nicht!“ – weder im persnlichen Umfeld noch unternehmerisch betrachtet. Kein Wunder, dass regelrecht ein Kampf tobt: Probleme wachsen uns immer mehr ber den Kopf. Wir haben das Gefhl, dem Druck nicht lnger standzuhalten. Wir verlieren nicht nur den berblick, sondern mit dem Gefhl des Versagens verlieren wir das Selbstwertgefhl und Selbstbewusstsein. Diese Art der persnlichen Verwundbarkeit ist das Gegenteil von Resilienz und unser einziger Regressor die persnliche Einstellung.

Belastbarkeit – fr und wider


Inwieweit eine Person sich selbst als widerstandsfhig beschreibt und erlebt bzw. wie sie von anderen in einer belastenden Situation wahrgenommen wird, ist nicht immer leicht erklrbar. Besonders gut gelingt dies, wenn wir kongruent, d.h. zu 100 % deckungsgleich mit unseren Entscheidungen sind. Ob eine Situation subjektiv als belastend empfunden wird, hngt stark von der Bewertung des Einzelnen ab. Der bekundete Wille und die persnliche Entscheidung, sich Beanspruchungen auszusetzen bzw.  diese nicht zu vermeiden, sagt ebenfalls nichts darber aus, wie der Einzelne sich letztendlich unter Stress verhlt – sich selbst und anderen gegenber. So gesehen ist es meistens nicht vorhersehbar, wie anfllig jemand fr Stress ist – es kommt immer auf die jeweilige Situation, die persnliche Einstellung und das Umfeld an.

Eine wichtige Frage, die sich aktuell stellt, ist: Wie sinnvoll ist Belastbarkeit berhaupt? Ist sie im Berufsalltag so ausgeprgt, dass ein Mitarbeiter sich alles gefallen lsst und alles auf sich nimmt, hat diese positiv betrachtete Kompetenz eher negative Auswirkungen. Belastbar zu sein, bedeutet ausdauernd und meist mit einem hohen Grad an Selbstdisziplin eine hohe Arbeitsbelastung gut zu bewltigen. Bei den meisten Menschen, die sich als belastbar bezeichnen, ist eine hohe Leistungsbereitschaft gepaart mit einer ebenfalls hohen Leistungsfhigkeit. Zum Wollen kommt das Knnen und demzufolge die Fhigkeit, komplexe Problemstellungen nicht nur lsen zu wollen, um Belastbarkeit zu demonstrieren, sondern auch zu knnen, um die Belastung in Grenzen zu halten.

Schublade auf – Problem rein – Kopf frei   


Im Umgang mit Stress ist es nicht leicht, gelassen zu sein. Befinden wir uns unmittelbar in der belastenden Situation und wissen vor lauter Problemen nicht, was wir zuerst angehen sollen, wird dies nur schwer gelingen. Oft ist der Grad der Gelassenheit bzw. die Fhigkeit, Dinge mit einer gewissen Abgeklrtheit zu betrachten, abhngig von der persnlichen Einstellung zu den Ereignissen und zu sich selbst sowie der Fhigkeit, 100 % kongruent mit sich und seinen Entscheidungen zu sein. Haben wir viel Erfahrung, gelingt es meistens auch bei grerem Stress Ruhe zu bewahren. Im Wissen, dass es bislang immer eine Lsung gab, vertrauen wir auf uns – und das ist ein vollkommen natrlicher Mechanismus, um meistens eine gute Lsung zu finden. Gelassenheit hat in diesem Fall viel mit der Fhigkeit zu tun, loszulassen. Ganz konkret etwas loszulassen, das uns Stress verursacht. Ob konkrete Aufgabe oder nur ein Gedanke oder ein Gefhl. Wenn wir es schaffen, das was uns strt oder blockiert, erst einmal zu benennen und – sei es nur gedanklich – loszulassen, sind wir der Lsung schon einen groen Schritt nher. Wie? Dies gelingt durch einen kleinen Trick ganz einfach: Das Schubladendenken oder das Schubladenhandeln verhilft uns in folgenden drei Schritten zu mehr Gelassenheit in stressigen Zeiten:
  1. Jedes groe Problem, jede herausfordernde Aufgabe bekommt eine Schublade, ein Register, eine Mappe.   
  2. Dort wird das Thema und der aktuelle Stand notiert; evtl. auch, wer dazu befragt, hinzugezogen werden kann, um eine Lsung zu finden.
  3. Wichtig ist es, den nchsten Schritt terminlich zu fixieren, d. h. genau festzulegen, wann die nchste Aktivitt erfolgt und diesen Termin verbindlich in den Kalender zu bertragen.

Die Vorteile dieser Vorgehensweise liegen auf der Hand: Mit jeder Aufgabe, die ab sofort eine „Schublade“ hat, lassen wir ein Problem los. Wir haben fr den Augenblick alles Notwendige angestoen und knnen die Akte schlieen, in dem Wissen, dass wir uns mit unserer Einstellung kongruent verhalten. Erst zum nchsten festgelegten Termin gehen wir diese Aufgabe wieder an, dann allerdings mit voller Kraft. Anstatt sich zu verzetteln und dadurch unter Stress zu geraten, sind wir konzentriert und schaffen es, schneller mehr Themen zu bearbeiten. Sollten wir in der Zwischenzeit etwas entdecken, das zu einer Aufgabenstellung passt, wissen wir wohin damit, sodass jede Information gesichert ist. Anstatt schlafloser Nchte, weil wir unsere Probleme wieder einmal mit ins Bett nehmen, knnen wir mit Struktur und System dem alltglichen Stress begegnen, sodass wir das nchste Mal auf die Frage, ob wir belastbar sind, getrost und ehrlich antworten knnen „Ja!“ 

Bild: Barbara Eckholdt / pixelio.de

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ZUM AUTOR
ber Marc M. Galal
Marc M. Galal Institut
Marc M. Galal ist Vertriebsexperte und lizenzierter NLP-Trainer. Auf dieser Grundlage hat er das Verkaufskonzept NLS® Neuro-Linguistic-Selling entwickelt. Eine einzigartige Verkaufslinguistik macht NLS® zu einem unentbehrlichen Werkzeug ...
Marc M. Galal Institut
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60327 Frankfurt

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