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News, 25.08.2011
ifo-Index auf Talfahrt
Stimmungseinbruch in der deutschen Wirtschaft
Die Stimmung deutscher Unternehmen hat sich im August erheblich gekühlt. Die Zeichen in der deutschen Wirtschaft stehen auf Abschwung. Laut ifo-Geschäftsklimaindex bewerten deutsche Firmen mittlerweile die Geschäftsaussichten so schlecht wie seit 2009 nicht mehr.
Talfahrt an den Börsen, Schuldenkrise, schlechte Konjunkturaussichten in den USA - die Zuversicht der deutschen Wirtschaft schwindet.
Talfahrt an den Börsen, Schuldenkrise, schlechte Konjunkturaussichten in den USA - die Zuversicht der deutschen Wirtschaft schwindet.

Der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands geht auf Talfahrt. Die Angst vor einer Rezession bei deutschen Unternehmen wächst. Wie das Münchener ifo Institut bekannt gab, brach der ifo-Geschäftsklimaindex, der die Lagebewertungen und Geschäftserwartungen deutscher Unternehmen widerspiegelt, im August um 4,2 Zähler auf 108,7 Punkte ein. Das ist der tiefste Stand seit Oktober 2010 (107,7 Punkte). Zwar stuft die Mehrheit der befragten Firmen ihre wirtschaftliche Lage noch als gut ein. Allerdings rutschte der Teilindikator zur aktuellen Wirtschaftslage mit einem Rückgang auf 118,1 Punkte unter den Stand von Dezember letzten Jahres (118,4 Punkte). Vielmehr Anlass zur Besorgnis geben aber die Bewertungen zur weiteren Geschäftsentwicklung im nächsten Halbjahr. Hier sank der Indikator zum fünften Mal in Folge und notierte im August mit 100,1 Punkten so niedrig wie seit Dezember 2009 nicht mehr (98,9 Punkte). „Die deutsche Wirtschaft kann sich den weltweiten Turbulenzen nicht entziehen“, kommentierte ifo-Chef Hans-Werner Sinn die aktuelle Lage.

Der Stimmungseinbruch zieht quer durch alle Branchen. Auch im Verarbeitenden Gewerbe, der bisherigen Konjunkturlok der deutschen Wirtschaft, sackte der ifo-Geschäftsklimaindikator kräftig ab (-7,6 Punkte gegenüber Juli). Mit einem aktuellen Saldowert aus Negativ- und Positivbewertungen von 15,7 Punkten sank hier ifo-Indikator auf den tiefsten Stand seit Juni 2010 (10,8 Punkte). Grund für den Absturz des ifo-Indikators in der Industrie sind insbesondere deutlich schlechtere Geschäftsprognosen, demnach die Industriebetriebe die weitere Entwicklung im kommenden Halbjahr so ungünstig bewerten wie seit Sommer 2009 nicht mehr. Auch Urteile der Betriebe zur eigenen aktuellen Lage fallen deutlich weniger günstig aus als in den Monaten zuvor.

Am stärksten brach die Stimmung im August im Handel ein. So fiel der ifo-Geschäftsklimaindex im Großhandel gegenüber Juli um 10,9 auf 7,1 Punkte und damit den tiefsten Wert seit Juli letzten Jahres (4,1 Punkte). Ähnlich im Einzelhandel, wo der ifo-Indikator mit einem Rückgang auf 1,6 Punkte um 8,9 Punkte gegenüber Juli nachgab. Verantwortlich für den Absturz des ifo-Indikators in beiden Handelsgruppen sind der Erhebung nach deutlich verschlechterte Lagebewertungen und stark abwärts gerichtete Geschäftserwartungen der Groß- und Einzelhandelsunternehmen. „Der Optimismus der Handelsunternehmen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten ist weitgehend gewichen“, so Sinn.

Auch im Bauhauptgewerbe scheint der Wendepunkt erreicht.  Hier gab der ifo-Indikator, nachdem er zuvor vier Monate in Folge gestiegen war, im August gegenüber Juli um 5,7 Punkte nach (Stand August: -6,4 Punkte). Danach stufen auch die Baubetriebe sowohl die aktuelle Lage als auch die weiteren Geschäftsaussichten merklich schlechter ein als noch im Juli.

Am besten stellt sich weiterhin die Lage im Dienstleistungsgewerbe dar, wobei sich auch hier das ifo-Geschäftsklima mit einem Rückgang des Indikators um 5,6 auf 19,7 Punkte gegenüber Juli deutlich eingetrübt hat. Wie Sinn erklärte, sei die Geschäftslage im Dienstleistungsbereich aber dennoch weiterhin sehr günstig. „Der Optimismus bezüglich der Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr hat bei den Befragungsteilnehmern aber erheblich nachgelassen“, so der ifo-Chef.

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