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News, 18.07.2016
Immer weniger Firmenpleiten
Zahl der Unternehmensinsolvenzen weiter im Sinkflug
In Deutschland gibt es immer weniger Unternehmensinsolvenzen. Auch im April hat sich der Rückgang fortgesetzt. Die Verbraucherinsolvenzen nahmen allerdings auf Jahressicht leicht zu.
Im Zeitraum Januar bis April ebenfalls deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats: die Zahl der Insolvenzen ehemals Selbstständiger (PantherMedia  / Cathy Yeulet).
Im Zeitraum Januar bis April ebenfalls deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats: die Zahl der Insolvenzen ehemals Selbstständiger (PantherMedia / Cathy Yeulet).
Die anhaltend robuste Konjunktur in Deutschland lässt die Zahl der Unternehmensinsolvenzen weiter sinken. Im April verzeichneten die Amtsgerichte 8,9 Prozent weniger Insolvenzanträge von Unternehmen als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Nimmt man den Zeitraum Januar bis April verringerte sich die Zahl der Unternehmensinsolvenzen insgesamt auf Jahressicht um 6,0 Prozent. Im ersten Quartal 2016 war die Zahl der Unternehmensinsolvenzen das 20. Quartal in Folge binnen Jahresfrist gesunken (- 5,6 %). Eine Zunahme der Unternehmensinsolvenzen registrierten die Gerichte letztmals im ersten Quartal 2010.

Am stärksten von Insolvenzen betroffene Wirtschaftszweige bleiben weiterhin der Handel und das Baugewerbe. Hier meldeten im April nach Auskunft der Gerichte 331 beziehungsweise 322 Unternehmen Insolvenz an. Dahinter folgten das Gastgewerbe mit 233 Firmenpleiten und Unternehmen aus dem Wirtschaftszweig „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ mit 217 gestellten Insolvenzanträgen. Hinzu kamen unter anderem 180 Insolvenzanträge sonstiger Dienstleistungsunternehmen, 133 Unternehmensinsolvenzen im Verarbeitenden Gewerbe und 118 Insolvenzfällen von Betrieben aus dem Wirtschaftszweig „Verkehr und Lagerei“.

Die offenen Forderungen aus den Unternehmensinsolvenzen im April beliefen sich nach Schätzung der Gerichte auf rund 6,9 Milliarden Euro. Das waren ein mehr als dreifach so hoher Wert als im Vorjahresmonat (April 2015: 2,1 Mrd. Euro). Grund für die erheblich höhere Forderungssumme bei zugleich geringerer Zahl von Unternehmensinsolvenzen war nach Auskunft der Statistikbehörde eine höhere Zahl von Insolvenzen wirtschaftlich bedeutsamer Unternehmen.

Verbraucherinsolvenzen insgesamt ebenfalls weiter rückläufig

Die Zahl der Insolvenzen von Verbrauchern lag dagegen im April mit 6.755 Fällen 2,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Nimmt man die ersten vier Monate ergibt sich allerdings auch hier trotz Anstieg im April ein deutlicher Rückgang um 4,0 Prozent. Die Zahl der Insolvenzen von natürlichen Personen als Gesellschafter verringerte sich dagegen im April mit 52 Fällen binnen Jahresfrist um 13,3 Prozent (Januar – April: - 13,1 %). Die Insolvenzen ehemals Selbstständiger lagen dagegen im April fast auf dem Vorjahresniveau (+ 0,1 %), bleiben aber insgesamt seit Jahresanfang ebenfalls im Rückwärtsgang (- 3,6 %). Inklusive Nachlässe und Gesamtgut summierte sich die Zahl der Insolvenzen im April auf 10.657 Fälle. Das ist ein minimaler Rückgang binnen Jahresfrist um 0,1 Prozent. Von Januar bis April ergibt sich bei den Insolvenzen insgesamt ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,2 Prozent.

cs/Destatis
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