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News, 20.10.2014
Warnung vor Aktien-Spam
Neue „Wolf of Wall Street“-Betrugsmasche
Millionen Pennystock-Spam-Nachrichten, also Spam-Mails zu sehr niedrigpreisigen Aktien mit vermeintlich kurzfristig hohen Gewinnaussichten, überfluten dieser Tage Posteingänge. Hintergrund ist eine neue „Wolf of Wall Street“-Betrugsmasche, berichtet der Antivirus-Softwarehersteller Bitdefender.
In den Spam-Mails wird meist eine Aktie angepriesen, die in Kürze nach oben schießen und eine entsprechend hohe Rendite versprechen soll.
In den Spam-Mails wird meist eine Aktie angepriesen, die in Kürze nach oben schießen und eine entsprechend hohe Rendite versprechen soll.
Ziel der „Wolf of Wall Street“-Betrugsmasche ist es, den Kurs eines Unternehmens, das sich auf die Erschließung von Mineralvorkommen spezialisiert hat, in die Höhe zu treiben. Tausende der Zombie-Computer, von denen der Aktien-Spam ausgeht, befinden sich in Deutschland, teilte das Bitdefender Antispam Lab mit.

Mit mehr als 3 Millionen Exemplaren nahm die Spam-Welle bereits seit Donnerstag zu und wurde innerhalb kurzer Zeit zum umfangreichsten und gleichzeitig erfolgreichsten Spam-Angriff des Jahres 2014. Das Transaktionsvolumen war innerhalb weniger Tage nach Aufkommen der Welle auf über 1.620.000 Aktien angewachsen, der höchste Wert den das Unternehmen laut Bloomberg in den letzten 6 Monaten verzeichnen konnte.

Um sich mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen, setzen Pennystock-Spammer auf seriöse Links zu Websites von renommierten Medienunternehmen wie Reuters, Bloomberg, Yahoo Finance, Market Watch sowie Börsenprimus Nasdaq. Die Spam-Welle hat ihren Ursprung in Botnetzen mit tausenden von Zombie-Computern in Ländern wie den USA, Spanien, Indien, Australien, Deutschland, Großbritannien, Rumänien und Südkorea.

„Hierbei handelt es sich um die gefährlichsten Wölfe der Wall Street unserer Zeit. Potenzielle Investoren werden heute nicht mehr angerufen, um Kurse hochzutreiben. Stattdessen wird ein schnellerer Ansatz gewählt – E-Mail-Spam, der millionenfach repliziert werden kann“, erklärt Adrian Miron, leitender Spam-Forscher bei Bitdefender. „Wie üblich liegt auch hier der Erfolg in hohen Stückzahlen und unsere Untersuchungen zeigen, dass kein gezielter Spam-Angriff besser funktioniert als eine groß angelegte Spam-Welle, bei der naturgemäß die gutgläubigsten Opfer ausgewählt werden.“

In den Spam-Nachrichten selbst wird dann eine solide Kapitalanlage angepriesen, die schnelle Ergebnisse verspricht. Laut des Tipps wird die Aktie noch am selben Tag explodieren und vor Ende des Tages auf über 30 Cent ansteigen und zum Ende des Monats bei mehr als 65 Cent liegen. Dem Empfänger wird noch an Herz gelegt, schnell zu handeln.

Laut den Bitdefender Labs konzentriert sich Aktien-Spam meist auf jeweils ein Unternehmen. Dabei gibt es alle 2-3 Monate eine neue Kampagne. Haben die „Wolfs of Wall Street“ erst einmal eine hohe Zahl an Posteingängen erreicht, wenden sie sich einem neuen Ziel zu. Rich Pharmaceuticals Inc. (RCHA), Rainbow International Corp. (RNBI) und Inspiration Mining Corporation (IRMGF) zählten dieses Jahr schon zu den Opfern.

Die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission sowie die Financial Industry Regulatory Authority haben ebenfalls vor der zunehmenden Verbreitung von Aktien-Spam in diesem Jahr gewarnt und die Nachrichten als das E-Mail-Äquivalent zu fragwürdigen Telefonverkäufen bezeichnet.

Auch bekannt als Pump-and-Dump-Betrug war die Masche zuletzt in den Film „The Wolf of Wall Street“ mit Leonardo DiCaprio zu sehen. Um aus ihren Bemühungen Kapital zu schlagen, locken die Betrüger Investoren an, indem sie ihnen den schnellen Anstieg eines Pennystocks versprechen. Kaufen nun tausende von Opfern die Aktien, stoßen die Cyber-Betrüger ihre überbewerteten Aktien wieder ab und erzielen so hohe Profite.

Confederation Minerals Ltd. (CNRMF) ist spezialisiert auf den Erwerb und die Erschließung von Mineralvorkommen in Nordamerika. Bitdefender hat das Unternehmen bereit darauf hingewiesen, dass sein Aktienwert durch eine groß angelegte Spam-Welle künstlich in die Höhe getrieben wird, zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung lag jedoch noch kein Kommentar des Unternehmens vor.

Bitdefender hat sich zudem an die United States Securities and Exchange Commission gewandt. Hier erklärte man, dass man sich bereits eine Vielzahl an Beschwerden von einzelnen Investoren und anderen bearbeitet.

„Wir bedanken uns, dass sie sich die Zeit genommen haben, um uns ihre Bedenken mitzuteilen; wir können derzeit jedoch keine Stellungnahme dazu abgeben“, so Doreen Mosaphir, SEC Investor Assistance Specialist. „Die SEC führt ihre Untersuchungen vertraulich und nichtöffentlich durch. Die Durchführung einer Untersuchung wird weder bestätigt noch dementiert, bis die SEC Strafanzeige gegen einen Beteiligten stellt.“

Quelle: Bitdefender
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