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News, 16.02.2009
Studie
Jeder dritte deutsche Arbeitgeber plant Stellenabbau
Bei vielen deutschen Unternehmen geht die Wirtschaftskrise mittlerweile an die Substanz und trifft nun auch verstärkt die eigene Belegschaft: Laut einer aktuellen Studie kommt rund jeder dritter Arbeitgeber hierzulande nach eigener Auskunft nicht um einen Personalabbau umhin. Besonders häufig vom Stellenabbau betroffenen: Mitarbeiter in Sachbearbeitungsfunktionen und in der Produktion.
Wie die Managementberatung Kienbaum heute mitteilt, planen drei von zehn befragten deutschen Unternehmen (29%) aufgrund der Wirtschaftskrise Mitarbeiter freizusetzen. In rund jedem dritten dieser Unternehmen werden dabei zwischen elf und 50 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Fast jedes sechste der vom Personalabbau betroffenen Unternehmen (17%) kündigt einen Abbau zwischen 101 und 500 Stellen an. Bei weiteren 14 Prozent wird demnach die Krise zwischen 501 und 1.000 Arbeitsplätze kosten, und bei jedem zehnten deutschen Unternehmen sogar mehr als 1.000. Dies zeigen die Ergebnisse der aktuellen Kienbaum-Studie „Personalkostenreduzierung und Outplacement“, an der sich mehr als 500 deutsche Arbeitgeber aller Größenklassen und Branchen beteiligt haben. Am stärksten vom Personalabbau betroffen sind demnach Sachbearbeiter (29%) und Mitarbeiter in der Produktion (25%), gefolgt von Hilfsarbeitern (24%) und Spezialisten (14%). Doch auch Führungskräfte müssen zittern, demnach fast jeder zehnte Stellenabbau (8%) eine Führungsposition betrifft.

Aufhebungsvertrag bei den Trennungsinstrumenten Nr. 1

Am häufigsten wird der Aufhebungsvertrag mit Abfindung als Instrument bei einer Trennung genutzt, gefolgt vom Aufhebungsvertrag sowohl mit einer Abfindung als auch einer Newplacement-/ Outplacement-Beratung und dem Aufhebungsvertrag in Kombination mit einer Newplacement-Beratung. 57 Prozent der Unternehmen setzen auf die natürliche Fluktuation. „Die Unternehmen müssen ihre Strukturen verschlanken und Prozesse optimieren. Wenn alle Instrumente ausgereizt sind, bleibt nur der Mitarbeiterabbau. Aus der Krise 2001 haben die Unternehmen aber gelernt: Bevor man Mitarbeiter freisetzt, werden die besten Köpfe im Unternehmen identifiziert sowie alle möglichen anderen Maßnahmen der Kostenreduktion ausgeschöpft“, berichtet Jochen Kienbaum, Vorsitzender der Geschäftsführung von Kienbaum Consultants International.
 
Image für Arbeitgeber immer wichtiger

Bevor es jedoch zum Personal- und Stellenabbau kommt, setzen die Unternehmen auf andere Instrumente der Personalkostenreduktion: 39 Prozent reduzieren ihre externen Zeitarbeitskräfte oder planen dies, 34 Prozent planen oder nutzen den Überstundenabbau und lediglich 22 Prozent nutzen die Kurzarbeit oder planen ihre Einführung. Ein Grund für die relative Zurückhaltung beim Personalabbau ist die Sorge um das eigene Image, speziell im Hinblick auf das Employer Branding: Zwei von drei befragten Unternehmen fürchten, dass ein Personalabbau dem eigenen Arbeitgeberimage schaden könnte. Fast ebenso viele sehen außerdem den Unternehmensfrieden in Gefahr (62%). Lassen sich Kündigungen dennoch nicht vermeiden, teilen drei Viertel der befragten Unternehmen ihre Trennungsabsicht den Betroffenen in persönlichen Gesprächen (75%) mit. 43 Prozent verkünden den Beschluss zum Personalabbau in einer Betriebsratsversammlung und 18 Prozent im Intranet.

„Wenn der Abbau unabdingbar geworden ist, versuchen die Unternehmen alles, diesen so reibungslos wie möglich zu gestalten. Zu groß ist die Angst vor Imageverlusten, auch mit Blick auf zukünftig wieder engere Kandidatenmärkte. Die Newplacementberatung hat sich dabei zu einem der wichtigsten Bausteine im Rahmen des Trennungsprozesses entwickelt“, so Jochen Kienbaum. Demnach steht der Wunsch nach einer Newplacement-Unterstützung im Trennungsfall bei Mitarbeitern auf Platz 2 der meist genannten Prioritäten, wonach sich jeder dritte (32%) eine solche wünscht. Noch wichtiger ist nur noch eine hohe Abfindung, die sich drei Viertel aller Mitarbeiter wünschen.

Quelle: Kienbaum

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