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News, 08.12.2010
Studie
Deutschland von digitaler Gesellschaft noch weit entfernt
Die digitale Gesellschaft lässt in Deutschland weiter auf sich warten: Laut einer aktuellen Studie kann noch immer mehr als jeder vierte Bundesbürger nicht mit Internet, PC und digitalen Medien umgehen.
Wer den Anschluss an die digitale Welt verpasst hat, tut sich immer schwerer aufzuschließen.
Wer den Anschluss an die digitale Welt verpasst hat, tut sich immer schwerer aufzuschließen.
Der Nutzungsgrad von Internet, Computer & Co.  in Deutschland schreitet zwar voran, von einer digitalen Alltagswelt sind allerdings die meisten Bundesbürger noch ein großes Stück entfernt: Wie aus den neuesten Zahlen der von der Initiative D21 durchgeführten Studie „Die digitale Gesellschaft – sechs Nutzertypen im Vergleich“ hervorgeht, haben erst 37 Prozent der Deutschen die moderne IT-, Kommunikations- und digitale Medienwelt als festen Bestandteil in ihren Lebensalltag integriert. Der Mehrheit der deutschen Bundesbürger hingegen greift auf digitale Technik, wenn überhaupt, dann nur in sehr begrenztem Ausmaß zurück. „Eine moderne Volkswirtschaft benötigt eine Bevölkerung auf hohem Bildungsniveau. Dabei ist die digitale Kompetenz von gleicher Bedeutung wie Lesen, Schreiben oder Rechnen“, mahnte Dr. Ulrich Hermann, Mitglied im D21-Gesamtvorstand. Vor diesem Hintergrund stehe das Bildungssystem Hermann zufolge hier in der Verantwortung, allen Bevölkerungsschichten maßgeschneiderte Angebote bereitzustellen und die digitalen Medien als selbstverständliches Lernwerkzeug in die Wissensvermittlung zu integrieren.

Dass es bis zur digitalen Gesellschaft noch ein weiter Weg ist, zeigt vor allem der Umstand, dass die sogenannten „digitalen Außenseiter“ in der deutschen Bevölkerung mit einem Anteil von 28 Prozent – gemeinsam mit den Gelegenheitsnutzern -  weiterhin die größte Gruppe unter allen sieben Nutzertypen darstellen. „Auch wenn ihr Anteil im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozentpunkte sank, haben die verbliebenen digitalen Außenseiter nun ein noch geringeres Potenzial und noch eingeschränktere Nutzungsmuster als im Vorjahr“, so die Studienautoren in ihrem Bericht. Die Kompetenz und der Wissenstand der digitalen Außenseiter im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik sowie der internetbasierten Medien seien D21 zufolge besorgniserregend. Mehr als die Hälfte von ihnen ist demnach nicht mal in der Lage, am Computer einen Brief zu schreiben. Selbst unter Begriffen wie E-Mail oder Homepage könnten sich nur wenig von ihnen etwas vorstellen.

Etwas besser sieht es bei der Gruppe der „Gelegenheitsnutzer“ aus, in die weitere 28 Prozent der Bundesbürger einzuordnen sind: Sie verfügen zumindest in der Regel über einen eigenen PC und Drucker und entsprechend über digitale Basiskompetenzen. Allerdings beschränken sich die Kompetenzen und damit auch die Nutzungsvielfalt meist nur auf die einfache E-Mail-Kommunikation, Internetrecherche und Textverarbeitung. In der nächsten höheren Stufe der sogenannten „Berufsnutzer“, zu denen sieben Prozent der Deutschen zählen, beschränkt sich die digitale Nutzungsbreite zumeist zwar ebenfalls auf gängige Anwendungen wie Internet, Textverarbeitung und E-Mail, jedoch auf einem deutlich höheren Niveau. Wie die Bezeichnung hier schon aussagt, gehört der Umgang mit PC und Internet bei diesem Nutzertyp zum Job, weshalb fast 80 Prozent allein beruflich pro Tag im Minimum zwei Stunden vor dem Computer sitzen.

Anteil der „digitalen Elite“ deutlich gestiegen

Ungeachtet des Umstands, dass weiterhin deutlich mehr als die Hälfte der deutschen Bundesbürger (56%) die digitalen Möglichkeiten gar nicht oder in nur sehr begrenztem Ausmaß nutzen, zeigt die Studie aber auch zugleich, dass die Breite und Tiefe der digitalen Nutzung im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen hat: Während 2009 noch nur rund jeder zehnte Deutsche (11%) zum fortgeschrittenen Nutzertyp der sogenannten „Trendnutzer“ zählte,  trifft dies 2010 bereits auf jeden fünften Deutschen (20%) zu. Laut Studie charakteristisch für diesen Nutzertyp sind eine sehr gute private IT-Ausstattung inklusive Internetzugang und eine ausgeprägte Neigung zum mobilen Internet. „Mit wenigen Ausnahmen verfügen Trendnutzer über umfassende Kompetenzen über die digitale Welt“, so die Initiative.

Bei den „digitalen Profis“, zu denen zwölf Prozent der Deutschen zählen, ist die digitale Infrastruktur sowohl privat als auch beruflich noch besser ausgeprägt. Aufgrund ihrer weitreichenden digitalen Kompetenzen und professionellen Fähigkeiten können sie in fast allen digitalen Themenfeldern Auskunft geben und werden hierzu auch entsprechend gerne im Familien- und Bekanntenkreis um Rat gefragt. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Anteil dieses Nutzertyps konstant.

In Sachen digitale Kompetenz die Spitze der Gesellschaft bildet die sogenannte „digitale Avantgarde“, der mittlerweile fünf Prozent der Deutschen zuzuordnen sind und damit fast doppelt so viele wie im Vorjahr (2009: 3%). Sie verfügt über die beste digitale Infrastruktur von allen Nutzertypen und sitzt im Durchschnitt täglich fast zehn Stunden vor dem Rechner. Darüber hinaus charakterisiert sich die digitale Avantgarde der Studie zufolge durch eine „auffallend hohe“ mobile und geschäftliche Internetnutzung.
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