Dass Europas Unternehmen zunehmend das betriebliche Gesundheitsmanagement für sich entdecken, hat gute Gründe: Zum einen wird es immer schwerer, Fach- und Führungskräfte zu gewinnen und zu binden, zum anderen wird der Personalstamm immer älter. So sehen fast zwei Drittel (62%) der befragten Unternehmen in der betrieblichen Gesundsförderung einen wichtigen Baustein, um ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu verbessern. Darüber hinaus unterstreichen jeweils rund die Hälfte der Befragten die Bedeutung der Kontrolle von Gesundheitsrisiken (55%) sowie die Steigerung der Produktivität und Leistungsfähigkeit (51%).
„Vor allem in Ländern, in denen das öffentliche Gesundheitssystem als unzureichend wahrgenommen wird und die sich mit einer Abwanderung von qualifizierten Fach- und Führungskräften konfrontiert sehen, sind betriebliche Gesundheitsleistungen als Mitarbeitergewinnungs- und bindungsmaßnahme äußerst wirkungsvoll“, erläutert Michael Braun, Leiter des Bereichs Health Benefits der Mercer Deutschland GmbH. So werden Gesundheitsleistungen von Unternehmen auch in Deutschland, wie die Studie Braun zufolge unterstreiche, verstärkt als Mehrwert wahrgenommen.
Dieser Mehrwert hat jedoch auch seinen Preis: Der Studie zufolge geben europäische Unternehmen im Durchschnitt 5,3 % ihres Gesamtvergütungsbudgets für betriebliche Gesundheitsleistungen aus. Am höchsten ist der Budgetanteil in Ländern, deren Gesundheitssystem aus Steuermitteln finanziert wird, wie unter anderem Großbritannien (7%). Im Unterschied dazu beziffern Unternehmen in Ländern mit einem sozialversicherungsbasierten System die Kosten für betriebliche Gesundheitsleistungen auf durchschnittlich 4,6 Prozent des jährlichen Gehaltsbudgets.
Das Spektrum, das die Unternehmen im Bereich „Gesundheit“ Mitarbeitern bieten, ist indes beachtlich und umfasst laut Mercer unter anderem:
- Betriebliches Krankengeld (71%)
- Gesundheitschecks (54%)
- Lohnfortzahlung bei längerer Erkrankung oder bei Behinderung (51%)
- Flexible Arbeitszeiten und Urlaubstage (50% bzw. 57%)
- Fitness-Center-Mitgliedschaften (33%)
- Mitarbeiter-Coaching bei persönlichen und arbeitsplatzbezogenen Problemen (29%)
- Raucherentwöhung (26%)
- Ernährungsberatung (14%)
In steuerfinanzierten Gesundheitssystemen bieten zudem 74 Prozent, in Großbritannien sogar 90 Prozent der Arbeitgeber ihren Mitarbeitern private Krankenzusatzversicherungen an. In Deutschland gehören solche Zusatzversicherung nur bei 15 Prozent der Unternehmen zum Paket.
Ungeachtet der beträchtlichen Kosten, die das betriebliche Gesundheitsmanagement für Unternehmen verursacht, zeigt sich die Mehrheit der Befragten von dessen Sinn und Nutzen überzeugt. So gehen fast zwei Drittel (62%) der befragten Unternehmen davon aus, durch die Gesundheitsleistungen Produktivitätszuwächse zu erzielen. 41 Prozent der Unternehmen sind vom Nutzen des Gesundheitsmanagements so sehr überzeugt, dass sie ihr Engagement auch dann nicht reduzieren würden, wenn sie zu Kosteneinsparungen gezwungen wären. Der Rest hingegen zöge in einem solchen Fall eine Einschränkung des Leistungsumfangs (38%) oder eine Mitarbeiter-Kostenbeteiligung in Betracht.
„Auf Geschäftsführungsebene ist man sich über die steigenden Kosten für betriebliche Gesundheitsmaßnahmen im Klaren. Gleichwohl haben viele Unternehmen erkannt, dass sich Investitionen in Gesundheit langfristig lohnen“, berichtet Braun. So schaffe ein maßgeschneidertes betriebliches Gesundheitsprogramm Wettbewerbsvorteile, sichere die Produktivität der Mitarbeiter und biete auf die Herausforderungen der Zukunft, den demografischen Wandel der Belegschaft, eine passende Antwort.
Quelle: Mercer Deutschland GmbH
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