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News, 11.12.2007
Report
ITK-Wirtschaft entscheidend für die Zukunft Deutschlands
Informations- und Kommunikationstechnologien (ITK) prägen nachhaltig die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands, so das Ergebnisse einer aktuellen Umfrage unter ITK-Experten. Als zentrale Herausforderungen der Zukunft nennen die Experten vor allem die den weiteren Ausbau der Breitbandinfrastruktur sowie die Themenfelder IT-Sicherheit, E-Government und das Web 2.0.
Der Stand der Informationen- und Kommunikationswirtschaft (ITK) in Deutschland üben einen entscheidenden Einfluss auf dessen weitere gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung. Um die informations- und kommunikationstechnologischen Herausforderungen der Zukunft meistern zu können, müssen jedoch die Rahmenbedingungen für den ITK-Standort Deutschland weiter verbessert werden. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, die TNS Infratest unter Führungskräften, Experten und Entscheidern aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien sowie dem angrenzenden Bereich der (Neuen-) Medien durchgeführt und als "2. ePerformance Report 2007 - Sonderbericht anlässlich des Zweiten Nationalen IT-Gipfels" veröffentlicht hat.

Einen der wichtigsten informations- und kommunikationstechnologischen Einflussfaktoren sowohl für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft im Allgemeinen als auch der ITK-Wirtschaft im Speziellen sehen die Experten im weiteren Ausbau der stationären Breitbandinfrastruktur. "Als unabdingbare Basistechnologie legt Breitband die Grundlage für die Ausschöpfung der Potenziale im Bereich Anwendungen“, so Dr. Malthe Wolf, Projektleiter Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft bei TNS Infratest. Damit werde Breitband Wolf zufolge im nationalen und insbesondere internationalen Wettbewerb zunehmend zu einem „must-have“. Um die IT der Zukunft für Deutschland optimal umsetzen zu können, so der Bericht, seien in diesem Schlüsselbereich jedoch noch große Herausforderungen zu meistern. Den mit Abstand größten Nachholbedarf sehen drei Viertel der Befragten (75%) dabei im flächendeckenden Ausbau der Breitbandinfrastruktur in Deutschland.

Ein weiteres wichtiges Handlungsfeld sehen die Experten in dem Vorantreiben der Digitalisierung von Prozessen zwischen staatlichen Institutionen und Unternehmen bzw. Bürgern, kurz E-Goverment genannt. Dem Bericht zufolge messen mehr als die Hälfte der Befragten (54%) dem E-Goverment in den kommenden drei Jahren ein wichtige bis sehr wichtige Bedeutung für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschland bei. Auch die gesellschaftlichen Auswirkungen werden demnach deutlich zunehmen. Nach Meinung jedes Zweiten (51%) sind sie hoch bis sehr hoch einzuschätzen. Um das öffentliche Gemeinwesen verstärkt in die digitale Welt zu überführen und den Rückstand aufzuholen, brauche es nach Meinung der Experten vor allem pragmatische Entscheidungen der Politik:

Deutlichen Handlungsbedarf in Deutschland sieht der Expertenkreis darüber hinaus im Hinblick auf das Web 2.0. Wie aus der Umfrage hervorgeht, bewerten die Fachleute die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands in diesem Feld zurzeit „leicht abgeschlagen“. Das Gleiche gilt bezogen auf die Konvergenz der Medien. Nach Einschätzung von Dr. Wolf gelte es in diesem Zusammenhang die Veränderungen durch die sich aufeinander zu bewegenden Sektoren der ITK- und Medienbranche sensibel zwischen Erhalten und Entwickeln auszubalancieren. Dass sich das so genannte Social Web auf die gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung gleichermaßen nachhaltig auswirken werde, darin sind die ITK-Experten in jedem Falle einig.

Ein weit in die Zukunft reichendes Thema und den Schlüssel zur Weiterentwicklung des ITK-Standorts Deutschland sehen die Experten darüber hinaus in der IT-Sicherheit. So bewerten 73 Prozent der Befragten den Themenkomplex IT-Sicherheit, Online-Kriminalität und Datensicherheit als wichtig bis sehr wichtig für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Noch höher schätzen die Experten die gesellschaftliche Relevanz des Themas: Vier Fünftel der Befragten messen der IT-Sicherheit eine hohe Bedeutung für die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland bei, mehr als die Hälfte bewertet die gesellschaftliche Relevanz sogar als sehr hoch. Die Relevanz des Themas Sicherheit wird sich in Zukunft demnach noch verstärken. So stellten die Themen Web 2.0 und User Generated Content zukünftig gänzliche neue Herausforderungen für die Rechts- und Verbrauchsicherheit und damit das Vertrauen in die digitale Welt.

Im Hinblick auf die weitere Entwicklung des ITK-Standorts Deutschland sehen vier Fünftel der Experten eine starke Wechselwirkung zwischen der deutschen ITK-Wirtschaft und der konjunkturellen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hierzulande. So attestieren 90 Prozent der Befragten bereits jetzt dem ITK-Sektor einen Fachkräftemangel, der sich nach Einschätzung von über drei Fünfteln auch negativ auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung auswirken könne. Um diesem Problem und "Innovationshemmnis Nummer 1" begegnen zu können, sei eine Reihe von Maßnahmen erforderlich. In diesem Kontext nennen die Experten die Flexibilisierung des Zuwanderungsgesetzes, Erleichterungen im Arbeits- und Steuerrecht sowie die stärkere Förderung von IT im Schul- und Hochschulbereich. Ein weiterer Punkt ist die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Ausbildungsträgern und der Wirtschaft. Darüber hinaus seien Unternehmen aufgefordert, die Weiterbildung ältere Mitarbeiter stärker zu fördern und ihre Einstellungs- und Beschäftigungspraxis älteren Menschen ebenso wie Frau gegenüber zu überdenken. Worauf es demnach ankommt, sei Begeisterung zu wecken, Impulse für bessere Qualifizierung zu setzen und Karrieremöglichkeiten am Standort Deutschland zu eröffnen, fasst Dr. Graumann die Positionen der Experten zusammen.

Im Hinblick auf die Zukunft des ITK-Standorts Deutschland zeigen sich Dr. Graumann und Dr. Wolf dennoch optimistisch: "Wir sind zuversichtlich, dass Deutschland den guten Weg, der mit dem Ersten Nationalen IT-Gipfel in Potsdam begonnen wurde, nun mit dem Zweiten IT-Gipfel in Hannover fortführt.“ Gleichwohl sei die Intensität, mit der die konvergenten Entwicklungen aus IKT und Medien alle Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft durchdringen, so der Bericht, für alle Beteiligten eine große Herausforderung und erfordere die intensive Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Gefragt ist demnach auch ein langer Atem: „Obgleich die Entwicklungsgeschwindigkeit der Informations- und Kommunikationstechnologie ein atemberaubendes Tempo vorgibt, ist die Anpassung an diesen Wandel eine Aufgabe von Jahren“, so der Bericht.

Die vollständigen Berichte zum "Monitoring Informations- und Kommunikationswirtschaft 2007" inklusive begleitender Graphiken und Statistiken können kostenfrei unter www.monitoring-ik-wirtschaft.de heruntergeladen werden.

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