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News, 24.05.2011
Preisdruck in der Industrie
Deutsche Erzeugerpreise legen weiter zu
Die Preise in der deutschen Industrie sind im April erneut auf breiter Front gestiegen. Auch fiel der Anstieg der Erzeugerpreise erheblich stärker aus als von Experten erwartet.
Mehr als die Hälfte des Anstiegs der Erzeugerpreise gegenüber März war auf erneut gestiegene Preise für Energie zurückzuführen.
Mehr als die Hälfte des Anstiegs der Erzeugerpreise gegenüber März war auf erneut gestiegene Preise für Energie zurückzuführen.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden mitteilte, stieg der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im April gegenüber März um 1,0 Prozent. Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg zwischen 0,5 und 0,7 Prozent gerechnet. Auf Jahressicht verteuerten sich Industrieerzeugnisse auf Produzentenebene um 6,4 Prozent. Damit hat sich der Anstieg der Erzeugerpreise im April wieder beschleunigt. Im März war der Index nur um 0,4 Prozent auf Monatssicht gestiegen und die Jahresteuerungsrate bei 6,2 Prozent gelegen.

Größter Preistreiber war im April wie in den Vormonaten der Energiesektor, wo die Preise erneut auf Monatssicht um 2,6 Prozent zulegten und um 11,8 Prozent höher lagen als im Vorjahresmonat. „Die Preissteigerungen für Energie waren im April 2011 für gut die Hälfte der gesamten Jahresveränderungsrate verantwortlich“, so das Statistikamt. Am stärksten zogen hier die Preise für Mineralölerzeugnisse an, die im April im Durchschnitt 17,6 Prozent mehr kosteten als im Vorjahresmonat und sich gegenüber März erneut um 2,5 Prozent verteuerten. Die höchste Jahresteuerung wies hier leicht Heizöl auf, das im April 27,2 Prozent mehr kostete als im Vorjahresmonat (+0,2 Prozent gegenüber März), gefolgt von Dieselkraftstoff mit einem Jahresveränderungsrate von 16,8 Prozent (+1,1% gegenüber März) und Motorenbenzin mit einem Plus 10,9 Prozent (+3,1% gegenüber März). Die Preise für Erdgas lagen im April über alle Abnehmergruppen hinweg 15,0 Prozent über dem Vorjahresniveau (+3,1% gegenüber März), die Preise für Strom erhöhten sich auf Jahressicht im Schnitt um 8,5 Prozent. Ohne die Preisanstiege bei Energie wären die Erzeugerpreise im April gegenüber März nur um 0,4 Prozent gestiegen und 4,2 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen.

Die Preise für Vorleistungsgüter - Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden – stiegen im April auf Monatssicht um 0,6 Prozent und erreichten mit einer Jahresveränderungsrate von 6,9 Prozent ein neues Rekordniveau. Den stärksten Einfluss hatte hier Preisanstiege bei Metallen, die im April im Schnitt 14,1 Prozent mehr kosteten als im Vorjahresmonat und 1,1 Prozent mehr als im März. Die Preise für Walzstahl stiegen binnen Jahresfrist sogar um 17,8 Prozent und gegenüber März um 1,6 Prozent. Getreidemehl verteuerte sich im April auf Jahressicht auf Produzentenebene sogar um 54,7 Prozent (+0,7% gegenüber März). Die Preise für chemische Grundstoffe lagen im April 8,7 Prozent über dem Vorjahresniveau (+1,1% gegenüber März), Kunststoffwaren kosteten 4,4 Prozent mehr als im April 2010 (+0,8% gegenüber März).

Die Preise für Verbrauchsgüter stiegen im April gegenüber März um 0,5 Prozent und binnen Jahresfrist um 4,0 Prozent. Nahrungsmittel kosteten im April sogar 7,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 0,7 Prozent mehr als im März. Am stärksten zogen hier die Preise für Frucht- und Gemüsesäfte an, die sich auf Jahressicht um 36,5 Prozent verteuerten (+1,3% gegenüber März). Fast ebenso starke Preiserhöhungen gab es bei Butter und anderen Fettstoffen aus Milch, die im Durchschnitt 34,9 Prozent mehr kosteten als im Vorjahresmonat, allerdings etwas billiger waren als im März (-1,4%).  Für Kaffee mussten Bezieher im April auf Produzentenebene 17,8 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr (+0,3% gegenüber März), Fleisch (ohne Geflügel) verteuerte sich auf Jahressicht um 10,6 Prozent (+1,7% gegenüber März).

Die Preise für Gebrauchsgüter lagen im April 1,6 Prozent über dem Vorjahresniveau, Investitionsgüter kosteten 1,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
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