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News, 24.01.2013
Pharmaindustrie
Know-how und Netzwerke sichern den Erfolg
Die pharmazeutische Industrie in Deutschland ist als Spitzentechnologiebranche in besonderem Maße auf ein gut funktionierendes Netzwerk mit Akteuren aus Wissenschaft und Industrie angewiesen. Das hat eine exemplarische Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) ergeben.
Während die Pharmabeschäftigung 2011 im Bundesdurchschnitt zurückging, legte sie in Oberbayern kräftig zu.
Während die Pharmabeschäftigung 2011 im Bundesdurchschnitt zurückging, legte sie in Oberbayern kräftig zu.

Ein Bericht vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW)

In einigen deutschen Landstrichen ist die Pharmaindustrie besonders stark vertreten. Der Vorteil der regionalen Ballung liegt darin, dass Kooperationspartner praktisch vor der Haustür zu finden sind und die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen und der Wissenschaft leichter zu organisieren ist. Doch nur dicht beieinander zu sitzen, sichert keinen  Erfolg – das zeigt ein Vergleich der beiden Pharmacluster Südhessen und Oberbayern.

Südhessen

In und um Frankfurt werden seit über 100 Jahren Medikamente produziert und Wirkstoffe erforscht. Im Jahr 2011 beschäftigte die Pharmaindustrie dort fast 14.000 Mitarbeiter. Damit war jeder  15.  Industriebeschäftigte  in einem  Pharmaunternehmen  angestellt, diese Quote ist fast viermal so hoch wie im Bundesdurchschnitt.

Doch zuletzt ist die regionale Bedeutung der Branche gesunken. Die südhessischen Pharmaunternehmen haben zwischen 2009 und 2011 mehr als 7 Prozent ihrer Arbeitsplätze abgebaut. Im Bundesdurchschnitt sank die Pharmabeschäftigung dagegen nur um knapp 3 Prozent.

Oberbayern

Die Region ist mit nicht ganz 5.000 Beschäftigten zwar ein recht kleiner Pharmastandort - der aber befindet sich seit 2009 im Aufwind. Die oberbayerischen Arzneimittelhersteller beschäftigten 2011 nahezu 8 Prozent mehr Mitarbeiter als noch zwei Jahre zuvor.

Dass die Oberbayern sich seit einigen Jahren besser positionieren können als die Südhessen, hat verschiedene Ursachen:

  • Zulieferer: Pharmazeutische Unternehmen brauchen eine  stabile Entwicklung ihrer Zulieferer, etwa der Chemiebranche. Gleichzeitig gewährleistet ein starker Maschinen- und Anlagenbau in der Region eine kontinuierliche  Produktion.  Oberbayern hatte hier zuletzt die Nase leicht vorn.

  • Netzwerke: Die Zukunft der Pharmabranche hängt auch von ihrer Vernetzung mit anderen hochinnovativen Branchen wie der Biotechnologie ab. Auf diesem Gebiet nehmen sich die beiden Kontrahenten nichts: Während die oberbayerische Pharmaindustrie mit der Biotechbranche vor Ort sehr gut vernetzt ist, gibt es in Südhessen vermehrt Initiativen zur Stärkung der Gesundheitsregion und der Zusammenarbeit von Chemie und Pharma.

  • Arbeitsmarkt: In beiden Bundesländern profitiert die Pharmaindustrie von einem guten Angebot an Medizinern und Wissenschaftlern. Gleichzeitig ist die pharmazeutische Produktion und Forschung aber auch auf Ingenieure und Techniker angewiesen. Deren Anzahl stieg in Hessen von 2005 bis 2010 lediglich um 1,5 Prozent. In Bayern war das Beschäftigtenplus im selben Zeitraum hingegen viermal so hoch.
*) aus IW-Trends 4/2012 - Jasmina Kirchhoff: "Wissensbasis und regionale Agglomeration – Zwei Pharmacluster im Vergleich"
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