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News, 13.11.2009
Personalarbeit 2.0
Nur jede dritte Arbeitgeber hat eine Social Media-Strategie
Social Media bietet für die Personalarbeit von Unternehmen immense Potenziale. Millionen Arbeitnehmer und Studenten sind im sogenannten Social Web aktiv. Laut einer aktuellen Studie trägt jedoch bislang nur eine Minderheit der Arbeitgeber den Chancen und den Risiken, die mit dem Web 2.0 einhergehen, Rechnung.

Zwar ist sich die Mehrheit deutscher Personalentscheider darin einig, dass Social Media wie Social Networks und Web 2.0-Tools für die Personalarbeit immer wichtiger werden. Jedoch fehlt es in den meisten Unternehmen an einer Strategie, welche Medien und Instrumente für welchen Zweck genutzt werden sollen. Das geht aus der neuen Studie “Social Media und Personalarbeit” hervor, für die das Beratungsunternehmen IFOK mehr als 800 Personalverantwortliche aus deutschen Unternehmen aller Branchen und Größenklassen zur Bedeutung sozialer Medien im Bereich Human Ressources (HR) und deren Nutzung im eigenen Unternehmen befragt hat.

Obwohl 60 Prozent der Personalentscheider Social Media im Hinblick auf die Personalarbeit eine große strategische Bedeutung beimessen, gibt es in zwei von drei befragten Unternehmen keine geregelte Zuständigkeit für das Thema. Nur 30 Prozent besitzen eine unternehmensweite Social Media-Strategie. Über Richtlinien zum Umgang mit sozialen Medien verfügen sogar nur 15 Prozent der Unternehmen. Welchen Stellenwert soziale Medien de facto derzeit in den meisten Unternehmen haben, zeigt sich nicht zuletzt auch im Bereich der Weiterbildung: Lediglich sieben Prozent der Unternehmen bieten Schulungen zum Thema Social Media an.

Social Web wird nur begrenzt genutzt

Was die konkrete Nutzung von Social Media im Rahmen der Personalarbeit angeht, sind die Aktivitäten der meisten Personaler überwiegend noch eher sporadischer und einseitiger Natur. So haben zwar 80 Prozent der Befragten schon einmal im Zusammenhang mit ihrer Personalarbeit etablierte Business-Netzwerke wie Xing oder LinkedIn besucht, wobei 60 Prozent sogar gelegentlich oder selten auf solchen Web 2.0-Plattformen nach potenziellen Mitarbeitern recherchieren. Bei Social Networks wie zum Beispiel Facebook fällt die Nutzerquote jedoch rapide ab: Hier war nur jeder dritte Personaler bereits im Rahmen seiner Personalarbeit aktiv. Am wenigsten Beachtung findet Twitter, wonach den Mikroblogging-Dienst erst jeder Zehnte schon genutzt hat. Laut Studie kann dies eklatante Folgen haben: “Nehmen Personaler die Kurznachrichten-Plattformen nicht einmal wahr, können sie kaum die entsprechenden Risiken und Chancen bewerten, um gemeinsam mit anderen Fachbereichen effektive Strategien zu entwickeln”, warnen die Autoren.

Einfluss sozialer Medien auf Employer Branding wird häufig unterschätzt


Trotzdem die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber (Employer Branding) vor dem Hintergrund des sich zunehmend verschärfenden Fachkräftemangels immer mehr an Stellenwert gewinnt und sich das Internet dahingehend für Stellensuchende längst zur Informationsquelle Nr.1 entwickelt hat, trägt diesem Umstand bislang nur die Minderheit der Arbeitgeber entsprechend Rechnung: Nur 3,8 Prozent beobachten systematisch, was über sie auf Web 2.0-Portalen geschrieben wird. Jeweils ein gutes Viertel tut dies hingegen nur gelegentlich (28,6%) oder selten (27,8%) und ein weiteres Drittel (33,8%) verzichtet auf ein Monitoring sogar ganz. Selbst Einträge auf Arbeitgeber-Bewertungsplattformen hat noch nicht mal jeder vierte Personaler schon einmal zur Kenntnis genommen. “Damit vergeben erstaunlich viele Unternehmen eine der größten Chancen, die digitale Gespräche bieten: Erfahren, was und wie über das Unternehmen kommuniziert wird”, so die Studie.

Chancen von Social Media sind teils erkannt

Dass das Social Web für Unternehmen beste Möglichkeiten bietet, PR in eigener Sache zu betreiben, ist der Mehrheit der Personalverantwortlichen durchaus bewusst. Danach befragt, welche Chancen sich durch Social Media im HR-Bereich aus ihrer Sicht ergeben, rangierte die “Steigerung der Bekanntheit als Arbeitgeber” (58,7%) an erster Stelle. Zudem sehen mehr als die Hälfte (54,1%) in solche Medien eine Chance, die eigenen Mitarbeiter als Botschafter zu nutzen, und weitere 48,1 Prozent die Möglichkeit, mit Social Media Mitarbeiter besser zu vernetzen. Rund vier von zehn Befragten (39,1%) sehen überdies darin ein Instrument, ihr Arbeitgeberimage zu verbessern.

Dennoch gebe es den Studienautoren zufolge noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, wonach den Personalexperten die große Bedeutung von Social Media zwar bewusst sei, sie diesem Thema in der Praxis bislang aber nur begrenzt Rechnung tragen. So gelte es für Unternehmen, zugleich die Chancen von Scoial Media zu nutzen und deren Risiken zu minimieren. “Personalexperten können daran arbeiten, Social Media gezielt einzusetzen und ihre Verwendung zu forcieren, um eine offene Unternehmenskultur zu fördern, die Produktivität der Mitarbeitenden zu steigern und die Zusammenarbeit in und zwischen Organisationen zu verbessern sowie die „Talentpipeline“ zu füllen. Hierin liegt ein immenses Potenzial für das Personalressort - das bisher noch kaum genutzt wird.”, so die IFOK-Studie in ihrem Fazit.

Die Studie "Social Media und Personalarbeit" steht zum kostenlosen Download zur Verfügung.


[Quelle: Institut für Organisationskommunikation (IFOK)]
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