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Nach der Krise kommt die Krise: Fachkräftemangel wird zum Hauptproblem vieler Unternehmen

- Das Jahr 2010 wird ohne Zweifel auch am Arbeitsmarkt von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise geprägt.
(PM) München/Düsseldorf, 8. Januar 2010 , 12.01.2010 - München/Düsseldorf, 8. Januar 2010 - Das Jahr 2010 wird ohne Zweifel auch am Arbeitsmarkt von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise geprägt. Nicht alle Unternehmen werden ihren Beschäftigtenstamm durch Kurzarbeit halten können und daher Stellen abbauen. Doch schon im Jahr 2015 werden dem Arbeitsmarkt fast drei Millionen Arbeitskräfte fehlen. Das ist das Ergebnis einer angesichts des Konjunktureinbruchs neu berechneten Studie der Prognos AG www.prognos.com zur „Arbeitslandschaft 2030“ für die Vereinigung der Bayrischen Wirtschaft (vbw) www.vbw-bayern.de. Bis 2030, so die Studienergebnisse, würden rund 5,2 Millionen Fachkräfte fehlen. Das sind nur 300.000 weniger als in einer vergleichbaren Untersuchung, die die vbw im Jahr 2008 - vor Ausbruch der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise - herausgegeben hat.

Die Studie zeigt unter anderem, dass der Arbeitskräftebedarf auf allen Qualifikationsebenen zunehmen wird. Am deutlichsten wird sie demnach bei den Facharbeitern und Akademikern sein. Allein bei den Hochschulabsolventen steigt die Fachkräftelücke bis 2030 auf knapp 2,4 Millionen Personen und liegt damit um sechs Prozent über der ursprünglichen Rechnung aus der Zeit vor der Krise. Betroffen sind insbesondere Tätigkeiten in der Forschung sowie in den Bereichen Werbung, Beratung, Gesundheit und Pädagogik. 14 Prozent der 2015 angebotenen Stellen für Ingenieure und Naturwissenschaftler könnten beispielsweise nicht besetzt werden, 2030 bleiben nach den Studienergebnissen rund 25 Prozent aller Stellen für Hochqualifizierte vakant. Bei Tätigkeiten in der Landwirtschaft und im Bergbau wird dagegen kaum ein Arbeitskräftemangel auftreten.

„Die Untersuchung zeigt, dass es sich bei dem prognostizierten Arbeitskräftemangel nicht um ein konjunkturelles Problem handelt, sondern um eine der größten strukturellen Herausforderungen für den Standort Deutschland. Umso mehr gilt: Eine wichtige Voraussetzung für eine prosperierende Zukunft Deutschlands ist ein flexibler Arbeitsmarkt“, so die Analyse von vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Für ihn gibt es dabei drei entscheidende Handlungsfelder: „Elementar ist, dass kein Talent auf der Strecke bleibt. Wir brauchen daher eine nachhaltige Qualifizierungs- und Weiterbildungsinitiative, die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam getragen wird. Durch eine höhere Bildungsbeteiligung könnte die Lücke laut Studie um 1,4 Millionen reduziert werden. Zum Zweiten brauchen wir eine längere Lebens- und Wochenarbeitszeit. An dem Beschluss ‚Rente mit 67’ darf daher nicht gerüttelt werden. Durch eine Ausweitung der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit auf 40 Stunden würde die Lücke um weitere 1,4 Millionen Personen verkleinert. Drittens müssen wir, in Kombination mit den ersten beiden Punkten, unseren Arbeitsmarkt stärker für Fachkräfte aus dem Ausland öffnen.“

Wichtig ist nach Ansicht von Personal- und Bildungsexperten auch die frühzeitige Information von Schülern und Studenten über Berufsaussichten und die Weiterentwicklung von Berufsbildern. „Im Vergleich zu den Geistes- und Sozialwissenschaften gelten die Ingenieurwissenschaften beispielsweise als harte Fächer", sagt Udo Nadolski, Geschäftsführer des auf Technical Recruitment und Outsourcing Services spezialisierten Beratungshauses Harvey Nash www.harveynash.de. „Die Hochschulen, aber auch Branchenverbände, müssen deshalb noch intensiver als bisher an den Schulen für Ingenieurwissenschaften werben. So gibt es ja mittlerweile in den Oberstufen zahlreiche Informationsangebote, wo Experten der Arbeitsagenturen, der Studienberatungen oder der Wirtschaftsunternehmen den Schülern Rede und Antwort stehen“, so der Düsseldorfer Personalexperte, nach dessen Ansicht der Mangel an Spezialisten viele Unternehmen zukünftig stärker beeinträchtigen wird als Bürokratie oder Lohnkosten. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) www.dihk.de, befürchtet gar ein Abwandern von Unternehmen, wenn sie ihren Arbeitskräftebedarf in Deutschland nicht mehr decken können. „Wenn die Wirtschaft erkennt, dass Deutschland keine gut ausgebildeten Ingenieure mehr haben wird, dann müssen Unternehmen woanders investieren, das heißt, dann entstehen Arbeitsplätze woanders, nämlich dort, wo Menschen sind, die die Arbeit tun können“, so Wansleben im Interview mit dem Deutschlandfunk www.dradio.de.

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