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Neue Schulfächer? Ökonomie und Verbraucherbildung sollen auf den Lehrplan

Viele Schüler haben Wissenlücken in puncto Wirtschaft und Finanzen.
(PM) Hannover/Düsseldorf, 13.01.2011 - Für das Leben sollen wir lernen, nicht für die Schule. Doch manches, was die Schule heute lehrt, hat so gar nichts mit der Lebenswirklichkeit der Menschen zu tun. Und das, was tagtäglich gefragt ist, fällt in deutschen Klassenräumen offensichtlich unter den Tisch. Deshalb überrascht es nicht, wenn 83 Prozent der Deutschen beispielsweise fordern, dass Wirtschaft und Finanzen Schulfach werden soll. Das zumindest ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Finanzdienstleisters AWD ( www.awd.de ).

Mit einer solchen Maßnahme könnte nach Expertenmeinung die Finanzkompetenz von Jugendlichen gezielt gefördert werden. Nur ein geringer Teil der Bevölkerung (16 %) vertritt dabei die Auffassung, dass das Thema nicht in die Unterrichtsplanung der Schulen gehört.

Nach Ansicht vieler Bundesbürger haben Jugendliche enorme Defizite, wenn es um das Thema Wirtschaft und Finanzen geht. So ist ein großer Teil der Bevölkerung zwischen 14 und 50 Jahren der Meinung, dass der Informationsstand von Jugendlichen in Finanzfragen weniger gut (52 %) oder schlecht (31 %) ist. Nur insgesamt 15 Prozent der Befragten halten deutsche Jugendliche für sehr gut oder gut über Wirtschafts- und Finanzfragen informiert.

„Viele junge Menschen wissen zu wenig über private Finanzen und die Kosten der täglichen Lebensführung. Wann aus Schulden schnell mehr Schulden werden und wie man sein Geld gewinnbringend anlegen kann, sollte deshalb schon in der Schule vermittelt werden", sagt Béla Anda, Chief Communication Officer (CCO) von AWD. Kürzlich hat der „Schuldneratlas Deutschland 2010" eine deutlich wachsende Verschuldung unter Jugendlichen aufgezeigt. Demnach hat sich seit 2004 die Zahl der Betroffenen auf 197.000 Heranwachsende fast verdreifacht.

Eine durch das Bundesverbraucherministerium in Auftrag gegebene Studie zeigt ebenfalls die Unwissenheit von Jugendlichen in Finanzfragen auf. Daraus resultierend verlangt Gerd Billen, Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, ein Pflichtfach zur Verbraucherbildung, das Kompetenzen im Finanzbereich vermitteln soll. „Viele junge Leute seien fit im Internet, aber nicht in anderen Themen“, wird er bei Spiegel Online zitiert. „Da ist wenig Wissen, weil über das Elternhaus manchmal nicht genügend vermittelt wird. Deswegen setzen wir uns für ein Pflichtfach Verbraucherbildung an Schulen ein."

Darüber hinaus machen Experten immer wieder einen Kenntnismangel in der ökonomischen Bildung vieler Schulabgänger sowie mangelndes Interesse an unternehmerischem Handeln aus. „Für viele Schulabgänger sind ökonomische Zusammenhänge spanische Dörfer. Bei allen Diskussionen um die Modernisierung des Bildungssystems kommt oft noch der Praxisbezug zu kurz", weiß etwa Udo Nadolski, Geschäftsführer des auf Technical Recruitment und Outsourcing Services spezialisierten Beratungshauses Harvey Nash ( www.harveynash.de ) in Düsseldorf. Für Nadolski geht es auch in der Schule längst nicht mehr nur darum, bloßes Lehrbuchwissen zu verinnerlichen. „Eigeninitiative und Engagement lassen sich nicht im Lehrplan verankern", so Nadolski. Fehlende Selbstständigkeit und Einsatzbereitschaft sowie schlecht ausgebildete Kommunikationsfertigkeiten seien Ausdruck eines bisweilen praxisfernen Systems.
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