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News, 05.05.2011
KfW-Ifo-Studie
Mittelstand sieht konjunkturellen Höhepunkt erreicht
Der deutsche Mittelstand hat im April seine Erwartungen zur weiteren Geschäftsentwicklung deutlich zurückgeschraubt. Ihre aktuelle wirtschaftliche Lage bewerten deutscher Mittelständler jedoch weiterhin als sehr gut.
Im nächsten Halbjahr geht der Mittelstand konjunkturell von einer ruhigeren Gangart aus. Dennoch erwartet die KfW 2011 im Schnitt ein BIP-Wachstum um drei Prozent.
Im nächsten Halbjahr geht der Mittelstand konjunkturell von einer ruhigeren Gangart aus. Dennoch erwartet die KfW 2011 im Schnitt ein BIP-Wachstum um drei Prozent.
Wie aus dem aktuellen KfW-Ifo-Mittelstandsbarometer hervorgeht, hat sich im Mittelstand die wirtschaftliche Stimmung merklich abkühlt, dies allerdings auf sehr hohem Niveau. So gab der KfW-Ifo-Indikator zum Geschäftsklima im Mittelstand im April um 2,2 auf 28,1 Saldenpunkte nach, was in etwa dem Indikatorstand zu Jahresbeginn entspricht. Grund für die Klimaeintrübung waren vor allem deutlich zurückhaltendere Prognosen der Unternehmen zur Geschäftsentwicklung im kommenden Halbjahr, die mit 17,5 Punkten um 3,9 Zähler schlechter bewertet wurde als im März. „Die bereits seit einiger Zeit erwartete konjunkturelle Beruhigung nimmt damit allmählich Gestalt an“, so die KfW. Ihre aktuelle Geschäftslage dagegen stuften die befragten Mittelständler fast genauso gut ein wie im Monat zuvor: Hier gab der Teilindikator im April gegenüber dem Zwanzigjahreshoch im März nur geringfügig um 0,4 auf 38,5 Punkte nach. Bei den Großunternehmen zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Sie schraubten ihre Geschäftserwartungen ebenfalls deutlich gegenüber März zurück (-4,0 Zähler auf 16,8 Saldenpunkte), während sich die Lageurteile nur leicht verschlechterten (-1,3 Zähler auf 45,0 Saldenpunkte). Laut KfW liege allerdings auch hier der Indikator mit 30,9 Saldenpunkten ebenso wie im Mittelstand weiter deutlich über dem langfristigen Durchschnittwert. Bei den Geschäftserwartungen sei allerdings laut KfW der obere Wendepunkt durchlaufen.

Klimaverschlechterung quer durch alle Branchen

Wie der Blick auf die jeweiligen Branchen zeigt, gingen die Teilindikatoren in den vier Hauptwirtschaftsbereichen  (Einzelhandel, Großhandel, Baugewerbe, Verarbeitendes Gewerbe) im April fast ausnahmslos nach unten. Am stärksten trübte sich das Klima in den beiden Handelssparten ein, allen voran bei Großunternehmen des Großhandels, wo der Indikator im April gegenüber März um 7,4 auf 32,6 Saldenpunkte Punkte nachgab (KMU: -3,4 auf 39,6 Punkte). Bei den kleinen und mittleren Betrieben (KMU) sowie den Großunternehmen des Einzelhandels gingen die Indikatoren um 4,4 auf 28,5 bzw. 3,7 auf 26,8 Punkte zurück. Im Verarbeitenden Gewerbe verschlechterten sich Einschätzungen der Unternehmen nur moderat (Großunternehmen: -1,7 auf 32,7 Punkte;  KMU: -2,2 auf 27,5 Punkte). Einzig das Bauhauptgewerbe (Bauunternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten) konnte sich dem allgemeinen Abwärtstrend entziehen: Während der Indikatorwert der KMU im April gegenüber März fast unverändert blieb (-0,3 auf 23,4 Saldenpunkte), berichteten große Baubetriebe sogar von einer leichten Klimaverbesserung (+2,6 Zähler auf 13,0 Saldenpunkte).

Starke Tendenz zu Preiserhöhungen

Vor dem Hintergrund weiter steigender Rohstoffpreise ebenso wie zunehmend stärker ausgelasteter Kapazitäten gehen viele Unternehmen von weiter steigenden Absatzpreisen aus. So stieg der Indikator zu Absatzpreiserwartungen der Unternehmen im April gegenüber März bei den Großunternehmen erneut um 3,6 auf 21,9 Saldenpunkte und damit auf den höchsten jemals seit Beginn der Erhebung im Januar 1991 gemessenen Wert. Bei den Beschäftigungserwartungen zeigt sich dagegen eine gegenläufige Entwicklung. Zum ersten Mal seit rund zwei Jahren gab im April der Indikator zu den Beschäftigungserwartungen der Unternehmen deutlich nach (KMU: -3,0 auf 20,3 Punkte; Großunternehmen: 1,6 Zähler auf 26,1 Punkte). „Ihr Niveau ist allerdings weiterhin sehr expansiv, sodass die Beschäftigungspläne – ähnlich wie die allgemeinen Geschäftserwartungen – zwar eine bevorstehende Verlangsamung, aber keinesfalls ein abruptes Ende des Aufschwungs ankündigen“, heißt es in dem KfW-Bericht. Demnach erwarte die KfW, dass sich das Wirtschaftswachstum nach einem sehr starken, auch von Witterungseffekten geprägten ersten Halbjahr im zweiten Halbjahr zwar beruhigen, dennoch aber weiter deutlich aufwärts gerichtet bleiben werde. „An unserer Realwachstums-prognose von 3,0 % für dieses Jahr halten wir ausdrücklich fest“, so die KfW.
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