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News, 31.07.2009
Internetsicherheit
Jeder Fünfte hatte bereits Malware auf dem PC
Malware ist die mit Abstand größte Bedrohung im Internet: Laut einer aktuellen Umfrage war rund ein Fünftel aller deutschen PC- und Internetnutzer bereits von dieser Form der Cyberkriminalität betroffen. Mit Betrug beim Online-Einkauf und Cyber-Mobbing sah sich dagegen nur eine Minderheit der Deutschen bisher konfrontiert.
Viren und andere Schadprogramme wie beispielsweise Dialer, Spyware und Trojaner, sogenannte Malware, sind die häufigste Negativ-Erfahrung im Web. Das geht aus einer im Auftrag des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) von der Aris Umfrageforschung durchgeführten repräsentativen Erhebung hervor. Danach gaben 22 Prozent der deutschen Internetnutzer an, schon einmal einen Virus oder andere Malware auf dem eigenen PC gehabt zu haben. Das entspricht in etwa 10 Millionen Deutschen. Doch auch beim Online-Einkauf droht Gefahr: Immerhin rund jeder zwanzigste Befragte (6%) wurde hier schon mal betrogen. Auf den weiteren Plätzen im Ranking der Online-Negative-Erfahrungen folgen Cyber-Mobbing in Form verbaler Angriffe bzw. Belästigungen im Web (4%) sowie das Ausspähen bzw. die illegaler Nutzung eigener persönlicher Daten (2%).

Für die Mehrzahl aller Nutzer hatte die Internetnutzung bislang jedoch noch keine negative Folgen: Fast zwei Drittel der Befragten (63%) haben online bisher keine Negativ-Erfahrungen gemacht. Besonders sicher scheint das Internet für Menschen zwischen 50- und 64 Jahren: In dieser Altersgruppe liegt der Anteil derer ohne Online-Negativ-Erfahrung bei 71 Prozent. Ebenfalls überdurchschnittlich „unbelastet“ zeigen sich die Nutzer bis 29 Jahre (66%), wohingegen von den 30- bis 49-Jährigen sowie den Über-65-Jährigen nur 57 Prozent bzw. 59 Prozent ein rundum positives Fazit bezüglich ihrer Internet-Aktivitäten ziehen.

Gegen Schadprogramme und Betrüger können Nutzer jedoch durchaus etwas tun, erläutert Prof. Dieter Kempf, Mitglied im Präsidium des BITKOM: „Mit einer Kombination aus Schutzprogrammen und umsichtigem Verhalten lassen sich viele Risiken effektiv eindämmen.“ Laut BITKOM sollten Nutzer hierzu bei der PC- und Internetnutzung vor allem Folgendes beachten:

1. PC-Schutz

Zu den präventiven Maßnahmen zählt nicht nur, das Anti-Viren-Programm stets aktuell zu halten. Auch die übrigen Anwendungen wie Betriebssystem und Internet-Programm sollten regelmäßig aktualisiert werden. Entsprechende Sicherheits-Updates bieten die Hersteller an. Wichtig ist auch eine gewisse Vorsicht. So sollte man möglichst nur E-Mails öffnen, die von vertrauenswürdigen Absendern stammen. Viren verbergen sich oft in Anhängen oder Grafiken von E-Mails. Generell sollten Nutzer darauf achten, welche Software oder Zusatzprogramme („Plug-Ins“) sie installieren. Eine große Gefahr ist Software, die über dubiose Webseiten heruntergeladen wird.

2. Online-Einkauf

Zeichen für die Seriosität eines Shops sind ein Impressum mit Nennung und Anschrift des Geschäftsführers sowie klare Geschäftsbedingungen (AGB). Manche Shops werden von unabhängigen Experten geprüft und erhalten ein Zertifikat oder Siegel. Mit die beste Kontrolle üben die Kunden selbst aus: Auf vielen Shopping-, Preisvergleich- und Auktionsseiten werden Händler beurteilt. Wer gute Bewertungen hat, rückt in die engere Wahl. Zur Bezahlung müssen Konto- oder Kreditkartendaten über eine sichere Verbindung übertragen werden. Das ist erkennbar an den Buchstaben „https“ in der Adresse der Webseite und einem Schloss- oder Schlüssel-Symbol im Internet-Programm. Zukünftig sind sichere Webseiten auch an einer grün hinterlegten Adresszeile erkennbar, wenn sich der Betreiber einer unabhängigen Prüfung unterzogen hat. Man kann per Lastschrift, Kreditkarte oder Rechnung zahlen. Es gibt auch seriöse Bezahl-Dienste, bei denen die Bankdaten nur einmal hinterlegt werden. Vorkasse per Überweisung ist verbreitet, aber riskanter.

3. Passwörter

Bei vielen Online-Services müssen sich die Nutzer registrieren. Meist werden ein Benutzername und ein Passwort festgelegt. Soweit möglich, sollten Kunden nicht das gleiche Passwort für unterschiedliche Dienste verwenden – etwa E-Mail-Konto, Online-Shops und Communitys. Grundsätzlich gilt: Je länger das Passwort ist, desto schwerer ist es zu knacken. Es sollte mindestens 8 Zeichen lang sein und aus einer zufälligen Reihenfolge von Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Wer den Überblick über seine vielen Codes zu verlieren droht, findet Hilfe bei so genannten Passwort-Safes. Das sind PC-Programme, die alle Zugangsdaten verwalten können. Der Anwender braucht sich dann nur noch ein Haupt-Passwort zu merken.

4. Persönliche Inhalte

Im täglichen Leben würden die meisten Menschen kaum Unbekannten ihr Privatleben offenbaren. Auch im Web haben es die Nutzer in der Hand, den Zugang zu privaten Infos zu beschränken. In Communitys etwa lässt sich zwischen Freunden und Fremden unterscheiden: Gute Bekannte haben Zugriff auf die neuesten Fotos, andere nicht. Gleiches gilt für Kontaktdaten oder Infos zum Freundeskreis. So lässt sich nur die eigene Privatsphäre schützen, man bietet auch weniger Angriffsfläche für potenzielle Betrüger, Streithähne oder rachsüchtige Ex-Partner.


Quelle: BITKOM

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