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News, 18.03.2011
Inflationsschub
Erzeugerpreise in Deutschland ziehen weiter an
Die Preise für industrielle Erzeugnisse in Deutschland sind im Februar den sechsten Monat in Folge gestiegen. Im Bereich der Vorleistungsgüter erreichten die Erzeugerpreise sogar ein Allzeithoch.
Bei Energie und Vorleistungsgütern – speziell bei Metallen – hat sich der Preisauftrieb im Februar erneut verstärkt.
Bei Energie und Vorleistungsgütern – speziell bei Metallen – hat sich der Preisauftrieb im Februar erneut verstärkt.

Die Preisentwicklung auf Erzeugerebene facht den Inflationsdruck weiter an. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes stieg der Index der Erzeugerpreise im Februar erneut um 0,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten Preise für industrielle Erzeugnisse in Deutschland um 6,4 Prozent zu. Dem Statistikamt zufolge ist das die höchste Jahresteuerungsrate seit Oktober 2008 (+7,3%).  Damit hat sich der Preisauftrieb in der Industrie auf Jahressicht seit August 2010 (+3,2%) den sechsten Monat in Folge beschleunigt. Im Januar waren die Preise auf Monatssicht mit einem Zuwachs um 1,2 Prozent sogar so stark gestiegen wie seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr und bereits um 5,7 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen.

Energie wird immer teuer

Nach Auskunft der Statistikbehörde war gut die Hälfte des Anstiegs der Erzeugerpreise den Preiserhöhungen bei Energie geschuldet. Danach erhöhten die Energieerzeuger ihre Preise gegenüber Januar erneut um 0,9 Prozent und verlangten im Februar im Durchschnitt 11,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Ohne die Preiserhöhungen bei Energie wäre die Jahresveränderungsrate der Erzeugerpreise lediglich bei 4,5 Prozent gelegen.

Die stärksten Preiserhöhungen gab es sowohl auf Jahressicht als auch Monatssicht bei Mineralölerzeugnissen, die sich im Februar gegenüber Januar erneut um 1,2 Prozent verteuerten und fast ein Fünftel(18,2%) teurer waren als im Vorjahresmonat. Die höchsten Preisaufschläge gab es hier bei leichtem Heizöl, für das Bezieher auf Produzentenebene im Februar stolze 35,1 Prozent mehr zahlen mussten als im Vergleichszeitraum 2010 und 2,5 Prozent mehr als im Januar. Die Preise für Flüssiggas als Kraft- oder Brennstoff erhöhten sich auf Jahressicht um 15,0 Prozent und gegenüber Januar um 14,8 Prozent. Diesel und Benzin verteuerten sich im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat  um 20,5 bzw. 9,5 Prozent (+2,5% bzw. -0,9% gegenüber Januar).

Die Preise für Erdgas stiegen binnen Jahresfrist um 12,9 Prozent und gegenüber Januar um 0,8 Prozent, wobei sich Erdgas für private Haushalte um 3,4 Prozent auf Jahressicht verteuerte (+0,3% gegenüber Januar), für regionale Versorgungsunternehmen dagegen um 17,0 Prozent (+0,1% gegenüber Januar). Die Strompreise stiegen binnen Jahresfrist um 8,0 Prozent und gegenüber Januar um 0,6 Prozent. Für private Endverbraucher verteuerte sich Strom im  Februar auf Jahressicht um 7,3 Prozent (+0,3% gegenüber Januar).

Verbrauchs- und Vorleistungsgüter so teuer wie nie

Im Bereich der Vorleistungsgüter - Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden - setzte sich der Preisauftrieb auf Produzentenebene ebenfalls fort. Hier stiegen die Preise gegenüber Januar erneut um 1,1 Prozent und mit einer Jahresteuerungsrate von 8,5 Prozent nach Auskunft des Statistikamtes sogar auf einen neuen Höchststand. Im Januar hatte die Jahresveränderungsrate noch 6,3 Prozent betragen. Den größten Einfluss hatte hier die Preisentwicklung bei Metallen mit einer Jahresteuerungsrate von 22,4 Prozent (+2,4% gegenüber Januar). Die Preise für Wahlstahl stiegen binnen Jahresfrist sogar um 30,3 Prozent und gegenüber Januar um 3,9 Prozent. Für Kupfer und Halbzeug mussten Bezieher auf Produzentenebene sogar 38,5 Prozent mehr zahlen als im Februar 2010 (+3,5% gegenüber Januar). Die höchsten Preiseanstiege gab es bei Getreidemehl und Futtermitteln, die sich auf Jahressicht um 54,3 Prozent bzw. 41,7 Prozent verteuerten (+1,2 bzw. 4,1% gegenüber Januar).

Die Preise für Verbrauchsgüter stiegen im Februar gegenüber Januar ebenfalls erneut um 0,4 Prozent und lagen um 3,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Januar hatten hier die Preise über alle Gütergruppen hinweg mit einer Jahresteuerungsrate von 2,8 Prozent bereits den bisherigen Höchststand vom August 2008 erreicht. Die Preise für Lebensmittel stiegen binnen Jahresfrist sogar um 5,8 Prozent (+0,5% gegenüber Januar). Den stärksten Preisauftrieb gab es bei Milch basierten Fettstoffen (u.a. Butter), die im Februar 25,3 Prozent mehr kosteten als im Vorjahresmonat (+2,1% gegenüber Januar). Die Preise für Obst und Gemüseerzeugnisse lagen im Februar um 14,4 Prozent und die für Kaffee um 10,3 Prozent über dem Vorjahresniveau (+0,8% bzw. +2,0% gegenüber Januar).

Gebrauchsgüter verteuerten sich im Februar auf Jahressicht um 1,5 Prozent und Investitionsgüter um 1,1 Prozent.

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