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Kolumne
Wachstumstreiber, 20.07.2011
Fachkräftemangel
Her mit den schlauen Zuwanderern
Die Arbeitslosigkeit in den europäischen Schuldenstaaten ist hoch. Die Bundesagentur für Arbeit will daher qualifizierte Zuwanderer aus den Krisenländern nach Deutschland holen, um den Fachkräftemangel zu mildern. Ein weiser Entschluss.
Wer hätte es gedacht: eine Behörde wie die Bundesagentur für Arbeit geht auf der Suche nach qualifiziertem Fachpersonal weit über Deutschlands Grenzen hinaus. Das wäre vor Jahren undenkbar gewesen. Doch Not macht bekanntlich erfinderisch. Und so streckt die umtriebige Arbeitsagentur, die sich durchaus am privatwirtschaftlich organisierten Wettbewerb misst, die Fühler in die Nachbarstaaten aus. Dabei hat sie vorwiegend Länder im Visier, die unter der aktuellen Schuldenkrise leiden wie Spanien, Portugal und Griechenland. Denn diese können ihrem bestens qualifizierten Nachwuchs derzeit weder die passenden Stellen in ausreichender Menge noch das passende Gehalt bieten.

Ein wenig erinnert dieses Verhalten an die vertraute Situation bei Fussballclubs, die im Wettstreit um die besten Kicker weder Kosten noch Entfernung scheuen – in der Regel zum Nutzen beider Beteiligten. Meist bleibt dabei jedoch der abgebende Verein auf der Strecke, dem nun ein Top-Spieler fehlt, um finanziell attraktive Spitzenpositionen in der eigenen Liga zu erreichen.

Auch diese Parallele trifft auf die Länder zu, aus denen die Arbeitsagentur jetzt die High Potenzials rekrutiert. Denn diese fehlen dann, um ihr eigenes Land im europäischen Vergleich kurz- und mittelfristig weiter nach vorne zu bringen. Doch nichts währt ewig. Und so werden die Qualifikation und das Netzwerk, das sich diese in Deutschland in den nächsten Jahren aufbauen können, in ein paar Jahren dazu dienen, auch ihr Heimatland wieder zu stärken. Denn häufig zieht es diese Arbeitskräfte im Rahmen ihrer beruflichen Laufbahn wieder in ihr Heimatland zurück.

Möge das internationale und interkulturelle Handeln der Arbeitsagentur, die unter ihrem Chef Weise zu bislang noch nie erreichten Glanz gekommen ist, Schule machen. Qualifizierte Zuwanderer, die den Unternehmen helfen, den Fachkräftemangel zu reduzieren, sind jederzeit willkommen! Sie halten das Wachstum am Laufen und sorgen für einen weiteren Aufschwung. Einen Aufschwung, den wir brauchen, um unsere Schulden zu tilgen - aber das ist wieder eine andere Geschichte.
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Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Marketing und Personal startete Christian Kalkbrenner 1986 seine Karriere als Trainee bei einem mittelständischen Weltmarktführer der Automobilzuliefererindustrie. Dort wurde er zunächst ... mehr
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