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News, 23.04.2014
Konsumklima in EU immer freundlicher
Verbraucher in Europa zunehmend optimistisch
Bei den Verbrauchern in der Europäischen Union (EU) mehrt sich die Zuversicht, dass die Konjunktur in Europa weiter an Dynamik gewinnen wird. In Großbritannien und Spanien sind die Konsumenten sogar so optimistisch wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr.
In Großbritannien erreichte der Indikator zur Verbraucherstimmung ein 16-Jahreshoch
In Großbritannien erreichte der Indikator zur Verbraucherstimmung ein 16-Jahreshoch
Europas Verbraucher sind immer zuversichtlicher, dass die Wirtschaftskrise in der Europäischen Union (EU) noch im Jahr 2014 endgültig überwunden werden kann. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Erhebung zum Konsumklima in Europa der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). So hat sich die Stimmung der Verbraucher in den 28 EU-Mitgliedsstaaten insgesamt im ersten Quartal 2014 weiter um 0,8 Zähler auf 8,4 Punkte aufgehellt. Das ist ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahresquartal um 11,7 Punkte und der beste Wert seit April 2008. Vor einem Jahr war der GfK-Konsumklimaindikator noch im negativen Bereich gelegen (Q1/2013: - 3,3 Punkte).

Der wachsende Konjunkturoptimismus ist angesichts der wirtschaftlichen Erholung in vielen EU-28-Ländern durchaus berechtigt. „In den meisten der beobachteten EU-Länder wuchs das BIP sowohl im Vergleich zum Vorquartal als auch zum Vorjahr. Lediglich die Krisenstaaten Griechenland und Italien hatten Ende 2013 noch einmal ein Minus im Vergleich zum Vorquartal zu verkraften“, so die GfK. Auch in Italien gewann die Wirtschaft im Schlussquartal 2013 im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht um 0,1 Prozent an Fahrt.

Die Erholung der Wirtschaft in der Europäischen Union nimmt wieder Fahrt auf. Im gesamten letzten Jahr ist sie laut Eurostat mit 0,1 Prozent noch kaum gewachsen. Für das laufende Jahr rechnen Experten jedoch wieder mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung in den 28 EU-Staaten von 1,3 Prozent. Dies ist sicherlich auch auf das sich aufhellende weltwirtschaftliche Umfeld zurückzuführen. In den meisten der beobachteten EU-Länder wuchs das BIP sowohl im Vergleich zum Vorquartal als auch zum Vorjahr. Lediglich die Krisenstaaten Griechenland und Italien hatten Ende 2013 noch einmal ein Minus im Vergleich zum Vorquartal zu verkraften. In Italien ist die Wirtschaft im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht um 0,1 Prozent gewachsen.

Der GfK zufolge sei das Pflänzchen „Aufschwung“ jedoch noch sehr zart. „Es gilt noch viele Unsicherheiten zu überwinden. So wollen Frankreich und Italien von der konsequenten Sparpolitik abrücken und wieder verstärkt Schulden aufnehmen, um die Wirtschaft durch stärkere Investitionen anzukurbeln“, so das Konsumforschungsinstitut. Ein weiteres Risiko sei  die geringe Inflation. „Viele Experten befürchten bereits eine Deflation – also einen Rückgang des Preisniveaus - in der Euro-Zone, wie es in Spanien im März bereits passiert ist“, so die GfK.

Deutschland: Weitere Verbesserung auf hohem Niveau

In Deutschland hat sich die Verbraucherstimmung auf hohem Niveau in allen drei Befragungsbereichen weiter verbessert. So legten beispielsweise die Konjunkturerwartungen der Deutschen im März 2014 gegenüber Dezember 2013 noch einmal um knapp 10 Punkte auf 33,2 Zähler zu. Das sind knapp 33 Punkte mehr als im ersten Quartal 2013. Zu Beginn des Jahres 2014 erreicht der Konjunkturindikator in Deutschland mit 35,5 Punkten sogar den höchsten Stand seit Juli 2011 (44,6 Punkte).

Besonders optimistisch zeigen sich die deutschen Konsumenten die Einkommensentwicklung betreffend. Hier notiert der Teilindikator mit aktuell 45,6 Punkten sechs Punkte über dem Niveau des Vorquartals. Im Februar lag er mit 48,6 Punkten sogar so hoch wie seit Januar 2001 nicht mehr. Vor einem Jahr war der Indikator noch knapp 20 Punkte niedriger gelegen (Q1/2013: 29,4 Punkte).

Bei der Anschaffungsneigung zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier legte der Indikator im März gegenüber Dezember sogar um 9,4 auf 55,5 Punkte zu. Einen höheren Wert gab es der GfK zufolge mit 59,9 Punkten zuletzt vor der Mehrwertsteuererhöhung im Dezember 2006.

Frankreich: Erholung auf niedrigem Niveau

Trotz der schwierigen politischen Situation in Frankreich sind alle drei Indikatoren im vergangenen Quartal gestiegen. Allerdings liegen sowohl der Indikator zu den Konjunkturerwartungen als auch der Einkommensindikator nach wie vor im negativen Bereich. So verbesserten sich die Konjunkturerwartungen im März gegenüber Dezember um 6,5 Zähler auf -10,8 Punkte. Das ist im Jahresvergleich ein Zuwachs um knapp 31 Punkte (Q1/2103: -41,6 Punkte).

Bezogen auf die weitere Einkommensentwicklung zeigten sich die Franzosen im März 7,4 Punkte optimistischer als noch zum Jahreswechsel. Mit -32,6 Punkten liegt zwar der Indikator weiterhin auf einem äußerst niedrigen Niveau, allerdings zeigt sich im Jahresvergleich mit einem Plus von mehr als 25 Punkten hier eine deutliche Erholung. Einen höheren Wert erreichte der Einkommensindikator in Frankreich zuletzt im Juli 2012.

Die Anschaffungsneigung hat sich ebenfalls erhöht. Sie zog gegenüber Dezember auf -27,3 Zähler an und erreichte im März damit den höchsten Stand seit Juni 2012. Im Vorjahresvergleich steht hier zwar ebenfalls ein Plus, allerdings fällt die Erholung des Konsumindikators mit ein Zuwachs um 8,9 Punkte deutlich geringer aus als bei den anderen Indikatoren.

Großbritannien: Konjunkturerwartung so gut wie seit über 16 Jahren nicht mehr

Die Briten sind in Bezug auf die Konjunkturerwartung so optimistisch wie lange nicht. Der Indikator ist seit Ende letzten Jahres noch einmal um 8,6 Punkte gestiegen und liegt jetzt bei 31,5 Punkten. Das ist der höchste Wert seit Oktober 1997. Damals lag der Indikator bei 36,7 Punkten. Im Vergleich zum März 2013 beträgt der Anstieg 53,3 Punkte.

Im Zuge der guten Konjunkturerwartungen legen auch die Einkommensaussichten der Verbraucher zu. Der Indikator verzeichnet aktuell 10,3 Punkte und damit 16,6 Punkte mehr als im Dezember 2013. Im Vergleich zu den vergangenen zwölf Monaten ist er sogar um 28,6 Punkte gestiegen.

Zwar befindet sich die Anschaffungsneigung nach wie vor im negativen Bereich, doch zeichnet sich auch hier eine weitere Erholung ab. Der Indikator notiert im März 2014 bei -10,9 Punkten. Das bedeutet einen Anstieg von 16,6 Punkten seit Dezember und von 24,7 Punkten im Vergleich zum letzten März. Damit erreicht er den höchsten Wert seit Oktober 2007.

Italien: Konjunkturerwartungen deutlich optimistischer als vor einem Jahr


In Italien verharren zwar alle drei Indikatoren nach wie vor im negativen Bereich. Allerdings scheint eine grundsätzliche Trendwende eingesetzt zu haben. So ist die Konjunkturerwartung seit letztem Dezember um 17 Punkte auf -21,4 Punkte gestiegen. Das bedeutet den höchsten Wert seit August 2010. Im Vergleich zum März 2013 ist der Indikator jedoch nur um knapp 14 Punkte geklettert.

Auch bei der Einkommenserwartung zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Aktuell liegt der Indikator bei -13,7 Punkten. Das sind knapp 20 Punkte mehr als noch im Dezember. Im Januar wies der Indikator mit -9,7 Punkten sogar den höchsten Wert seit genau vier Jahren auf. Im Vergleich zum März 2013 ist der Wert um mehr als 37 Punkte gestiegen. Damals stand er bei -51 Punkten.

Die Anschaffungsneigung liegt bei -15,3 Punkten. Im Februar verzeichnete sie mit -12,2 Punkten sogar den höchsten Wert seit Juli 2011. Im ersten Quartal 2014 ist der Indikator somit um 6 Punkte, seit März 2013 um über 29 Punkte angestiegen.

Spanien: Konjunkturerwartung auf höchstem Stand seit knapp 14 Jahren

Auch bei den bislang krisengeschüttelten spanischen Verbrauchern verfestigt sich die Hoffnung auf einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Konjunkturerwartung ist aktuell bei 23 Punkten. Das sind 16 Punkte mehr als Ende letzten Jahres und der höchste Wert seit Juni 2000. Im Vergleich mit März 2013 ist der Indikator um 55 Punkte gestiegen.

Die Einkommenserwartung liegt aktuell mit 0,9 Punkten erstmals seit Dezember 2006 wieder im positiven Bereich. Seit Dezember ist der Indikator somit um mehr als 11 Punkte gestiegen, seit letztjährigem März sogar um mehr als 33 Punkte.

Auch die Anschaffungsneigung hat sich seit Dezember verbessert – um 4,2 Punkte auf -10,2 Punkte. Betrachtet man den Wert aus dem Februar, wo der Indikator noch einmal auf -20,7 Punkte zurückging, ist der Anstieg deutlich. Die Anschaffungsneigung war zuletzt im Februar 2011 besser.

Griechenland: Stimmung der Verbraucher stabilisiert sich

Die Stimmung der griechischen Verbraucher stabilisiert sich auf sehr niedrigem Niveau. So notiert die Konjunkturerwartung aktuell bei -24,6 Punkten. Das bedeutet einen Anstieg um knapp 7 Punkte seit Ende letzten Jahres sowie um über 12 Punkte seit März 2013. Der Indikator befindet sich somit auf dem höchsten Wert seit genau drei Jahren.

Auch die Einkommenserwartung ist im März erneut angestiegen und verzeichnet jetzt -29,3 Punkte. Das ist der höchste Stand seit Februar 2010. Allerdings war sie im Februar noch einmal auf -38,1 Punkte abgerutscht. Im Dezember lag der Wert bei -33,1 Punkten.

Die Griechen sind jedoch noch weit davon entfernt, größere Anschaffungen tätigen zu wollen. Der entsprechende Indikator liegt bei -26,1 Punkten. Das bedeutet ein Plus von knapp 5 Punkten im Vergleich zu Ende letzten Jahres. Vor einem Jahr notierte der Indikator mit -30,3 Punkten nur wenig tiefer.
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