Die deutschen Großhandelspreise sind im Mai so gering auf Jahressicht gestiegen wie seit Ende 2009 nicht mehr. Grund für den Rückgang der Jahresteuerung waren unter anderem ein deutlich abgeschwächter Preisdruck bei Energieprodukten und deutliche Preisrückgänge bei Erzen und Metallen.
Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, lagen die Preise im deutschen Großhandel im Mai 2012 durchschnittlich 1,7 Prozent über dem Stand von Mai 2011. Eine niedrigere Jahresteuerungsrate verzeichnete der Großhandel in Deutschland zuletzt im Dezember 2009 (+0,2%). Im April hatte die Jahresveränderungsrate noch 2,4 Prozent betragen, nach 2,2 Prozent im März. Gegenüber dem Vormonat fiel der Index der Großhandelspreise im Mai, nachdem er zuvor noch binnen Monatsfrist gestiegen war (April: +0,5%), um 0,7 Prozent.
Wesentlichen Anteil an der Jahresveränderungsrate hatten dem Statistikamt zufolge abermals die Preisentwicklung bei festen Brennstoffen und Mineralölerzeugnissen, die im Mai auf Großhandelsebene im Schnitt 4,1 Prozent mehr kosteten als im Vorjahresmonat, sich aber deutlich binnen Monatsfrist verbilligten (-3,3% gegenüber April). Auch schwächte sich Jahresteuerung verglichen mit April erheblich ab (April: +6,4% gegenüber Vorjahresmonat). Der Großhandel mit Fleisch und Fleischerzeugnissen wies ebenfalls ein deutlich höheres Preisniveau aus als im Mai 2011 (+5,1%). Binnen Monatsfrist blieb hier Index nahezu konstant (-0,3% gegenüber April). Milch und Milcherzeugnisse sowie Eier, Speiseöle und Nahrungsfette verteuerten sich auf Jahressicht im Mai nur leicht um 0,6 Prozent (-1,5% gegenüber April). Getreide, Saatgut und Futtermittel waren ähnlich teuer wie im Vorjahresmonat (+0,1%), allerdings deutlich teurer als im April (2,0%).
Deutliche Preisrückgänge gab es dagegen abermals auf Jahressicht bei Erzen, Metallen und deren Halbzeug, die sich im Großhandel gegenüber Mai 2011 um 4,3 Prozent verbilligten (-0,1% gegenüber April). Noch stärker purzelten die Preise für Kaffee, Kakao, Tee und Gewürze. Hier fielen die Preise im Schnitt auf Jahressicht sogar um 17,0 Prozent und binnen Monatsfrist um 5,5 Prozent. Auch Obst, Gemüse und Kartoffeln waren billiger als im Mai 2011 (-4,5%) und günstiger als im April (-1,5%).