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News, 22.09.2010
Deutsche Wirtschaft
Aufschwung schaltet einen Gang zurück
Die deutsche Wirtschaft bleibt zwar auf Erholungskurs, das Wachstumstempo aber schwächt sich deutlich ab. Erste Zeichen hierfür kommen unter anderem aus der deutschen Industrie.
 Im Juli gingen die Exporte erstmals wieder preis- und saisonbereinigt um 1,5 Prozent auf Monatssicht zurück (Bild: Hamburger Hafen).
Im Juli gingen die Exporte erstmals wieder preis- und saisonbereinigt um 1,5 Prozent auf Monatssicht zurück (Bild: Hamburger Hafen).
Die deutsche Wirtschaft verliert an Fahrt. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) am Montag mitteilte, wird sich die Expansion der deutschen Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte deutlich verlangsamen. „Im zweiten Halbjahr werden zum einen die Sondereinflüsse, die im zweiten Quartal stützend wirkten, abklingen oder entfallen. Zum anderen ist von einer Abschwächung des Expansionstempos der Weltwirtschaft auszugehen“, so das Bundeswirtschaftsministerium. Da sich die Basis der konjunkturellen Antriebskräfte in Deutschland insgesamt jedoch verbreitert habe, erwartet das BWMI, dass sich die konjunkturelle Erholung im zweiten Halbjahr fortsetzt, wenn auch in abgeschwächter Form.

Vielfältige konjunkturelle Risiken


Nachdem die deutsche Wirtschaft noch im zweiten Quartal mit einem Anstieg des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) um preis-, kalender- und saisonbereinigt 2,2 Prozent das stärkste Wachstum gegenüber einem Vorquartal seit 1987 verzeichnet hatte, ebbt das Wachstumstempo mittlerweile ab. Das zeigen unter anderem die jüngsten Zahlen zum Auftragseingang in der deutschen Industrie sowie zur deutschen Produktion, die hinter den Ergebnissen der Vorquartale zurückbleiben. Wenngleich jedoch die Weltwirtschaft dem BWMI zufolge möglicherweise den Zenit der Expansion inzwischen überschritten habe,  werde diese dennoch weiter wachsen und in Deutschland für Impulse sorgen. Auch sei die Stimmung in der Wirtschaft weiter positiv, wenn auch nicht ganz so ausgeprägt wie noch zuvor. „In der Tendenz zeigen die Konjunkturindikatoren eine Fortsetzung des Erholungsprozesses der deutschen Wirtschaft im zweiten Halbjahr an“, erklärte das BMWI. Nicht zu vernachlässigen sei allerdings, dass die Unsicherheit bezüglich der weiteren Entwicklung der deutschen Wirtschaft und der Weltwirtschaft angesichts der vielfältigen Risiken dem Ministerium zufolge weiter groß sei.

Stimmung in der Industrie bleibt positiv

Nach dem außergewöhnlich kräftigen Anstieg der Produktion im Frühjahr hat sich die Dynamik der Produktionstätigkeit im Produzierenden Gewerbe im Sommer merklich abgeschwächt. Während die Industrieproduktion im zweiten Quartal noch kräftig angestiegen war, blieb sie im Juli gegenüber Juni unverändert (+0,0). Im Dreimonatsvergleich erhöhte sich die Produktion im Juli dennoch im Vergleich zur Vorperiode um 4,9 Prozent. Bei den Auftragseingängen verbuchte die Industrie im Juli gegenüber der Vorperiode dagegen ein Minus von 2,2 Prozent. Auf Vierteljahressicht gesehen blieb die Entwicklung allerdings auch hier im Juli mit einem Plus von 5,1 Prozent in der Tendenz nach oben gerichtet, wobei die Nachfrage aus dem Ausland dem Ministerium zufolge gegenwärtig lebhafter sei als die aus dem Inland. Ungeachtet der sich abschwächenden Dynamik hat sich der vom Münchener Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) erhobene Indikator zum Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe im August erneut verbessert. „Angesichts der anhaltenden, wenngleich sich etwas abschwächenden Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft dürften vom Außenhandel auch in den kommenden Monaten Impulse ausgehen“, prognostizierte das BWMI.

Privater Konsum stützt deutsche Konjunktur


Die privaten Konsumausgaben haben sich im zweiten Quartal nach einer schwachen Entwicklung in den drei Vorquartalen um 0,6 Prozent erhöht. Positiv auf den privaten Konsum wirken derzeit unter anderem die Positiventwicklung auf dem Arbeitsmarkt sowie die weiter moderate Preisentwicklung. So blieben die Verbraucherpreise im August saisonbereinigt gegenüber Juli unverändert (0,0%). Auf Jahressicht hat sich erhöhten sie die Preise im August um 1,0 Prozent (Juli: +1,2%). Dem BWMI zufolge insgesamt auf den Konsum belebend dürften auch die Entlastungen bei den Privateinkommen wirken, die zu Beginn des Jahres in Kraft getreten sind. Vor diesem Hintergrund erwartet das BMWI, dass die privaten Konsumausgaben im zweiten Halbjahr weiter steigen und einen positiven Wachstumsbeitrag leisten werden.
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