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Blendwerk statt Transparenz

Duale Systeme erwarten kaum Wirkung von der Charta des Bundesverbands Dualer Systeme Deutschland (BDSD)
(PM) Mainz/Kölm, 22.12.2009 - Mainz/Köln, 22. Dezember 2009 - Nach dem Ausscheiden des Dualen Systems Deutschland/Grüner Punkt (DSD) www.gruener-punkt.de aus dem Bundesverband Dualer Systeme Deutschland e.V (BDSD) haben die verbliebenen Mitgliedsunternehmen, die Herborner Redual GmbH & Co. KG www.redual.de sowie die Vfw GmbH www.vfw-gmbh.eu aus Köln, eine eigene Charta zur Sicherstellung hoher Qualitätsstandards bei der Erfassung, Sortierung und Verwertung von Verkaufsverpackungen verabschiedet. Diese geht laut BSDS-Präsident Raffael A. Fruscio „über alle bislang im Markt befindlichen Selbstverpflichtungen hinaus."

Für Brancheninsider ist diese Charta jedoch bestenfalls Blendwerk. Erst im November hat die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) mit Sitz in Mainz in einer Studie nachgewiesen, dass die Zahl der Trittbrettfahrer noch immer enorm ist, auch wenn die fünfte Novelle der Verpackungsverordnung (VerpackV) eine Trendwende in punkto Lizenzierungsgrad bewirkt habe, der zwischen 2008 und 2009 von 67 auf 74 gestiegen sei. Gleichzeitig, so berichtet die Tageszeitung Die Welt www.welt.de „hat sich die bei den Dualen Systemen angemeldete Müllmenge nach Berechnungen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) zuletzt von knapp 3,6 Mio. auf gut vier Mio. Tonnen erhöht. Branchenexperten reicht das allerdings nicht aus. Sie hatten mit einem deutlich stärkeren Anstieg gerechnet.“ Nicht alle Anbieter halten sich nämlich an die neuen Regeln der Verpackungsverordnung: „Durch Tricksereien verschwinden immer noch große Mengen aus dem Markt, aber nicht aus der Gelben Tonne“, sagte Stefan Schreiter, Vorsitzender der DSD-Geschäftsführung, anlässlich des 3. Forums Grüner Punkt vor wenigen Wochen in Köln. Als Trittbrettfahrer werden Unternehmen bezeichnet, deren Verpackungsmüll in der gelben Tonne landet, die dafür aber keine oder nur eine zu geringe Lizenzgebühr bezahlen. Mit einer Selbstverpflichtung der Branche auf Basis der Internetplattform VerpackVkonkret www.verpackv-konkret.de sollen diese Missstände eingedämmt werden. Vfw und Redual als BDSD-Mitglieder weigern sich jedoch beharrlich, sich dieser Selbstverpflichtung anzuschließen, obwohl Experten immer wieder auf die Bedeutung dieser Initiative hinweisen. „Die dualen Systeme müssen sich an gemeinsame Spielregeln halten. Ebenso ist der Vollzug gefordert. Wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, kann die 5. Novelle für die gesamte Branche zu einer Erfolgsgeschichte werden“, forderte beispielsweise Professor Werner Delfmann, Vorsitzender des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt e. V. (AGVU) www.agvu.de beim Forum Grüner Punkt.

„Mit ihrer eigenen Charta täuschen die BDSD-Mitglieder nun lediglich Entschlossenheit gegenüber so genannten kreativen Lösungen vor. Sie lässt tatsächlich alle Hintertürchen offen“, kommentiert ein Branchenkenner. Zwar sei die Nutzung von Gutachten zu begrüßen, um Abfall-Mengen, die zum einen dual, zum anderen in Branchenlösungen lizenziert werden sollen, festzustellen. Allerdings lasse die Charta offen, ob und wie Kunden darüber informiert werden, wie viel ihrer Verpackungsmenge in Branchenlösungen wandere. Positiv erscheine auf den ersten Blick auch das Ansinnen, auf „kreative Definitionen“ zur Umgehung der Beteiligungspflicht verzichten zu wollen. Ausdrücklich wird dies aber nur in den Zusammenhang mit der Schnittstelle zwischen Verpackung und Produkt gebracht, nicht aber mit der Schnittstelle zwischen Verkaufs- und Transportverpackung sowie zwischen den Bereichen des privaten und gewerblichen Endverbrauchs.

Auch das Bekenntnis zu den Auslegungshilfen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) www.laga-online.de scheint nur ein Lippenbekenntnis zu sein, denn im Text selbst heißt es lediglich, dass man sich an den LAGA-Auslegungen „orientieren“ wolle. Alles in Allem würden den vermeintlich kreativen Marktteilnehmern keine Fesseln angelegt durch die BDSD-Charta.
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