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Fachartikel, 23.10.2015
Forderungsmanagement
Sieben Tipps gegen Forderungsausfall
Die Zahlungsmoral deutscher Unternehmen sinkt. Knapp 25 % aller befragten Unternehmen klagen bereits über Forderungsausfälle. Das hat gravierende Folgen für kleine und mittelständische Unternehmen.

Oft gehen Unternehmen in Vorleistung, zahlen Personalkosten und Sozialabgaben. Permanenter Zahlungsverzug oder gar Forderungsausfall knnen im schlimmsten Fall die Existenz bedrohen. Mit diesen 7 praktischen Tipps  knnen Sie potenziellen Kunden schon vor Abschluss des Vertrags mit den passenden Hilfsmitteln auf den Zahn fhlen und die Risiken fr Forderungsausfall deutlich minimieren.

1. Prfung der Bonitt und Unternehmensdaten

Zuverlssige Informationen sind wichtiger als persnliche Eindrcke Ihrer Kunden. Vor jedem Vertragsabschluss sollten Sie deshalb die Bonitt Ihrer Kunden prfen. Holen Sie sich Ausknfte im Online Bundesanzeiger, der zustndigen IHK, im Handelsregister oder der SCHUFA. Diese Angaben sind teilweise kostenlos oder gegen eine verhltnismig geringe Gebhr erhltlich.

ber den Bundesanzeiger knnen Sie bspw. vllig kostenfrei die Bilanzen Ihrer Kunden einsehen, vorausgesetzt Ihr Kunde ist publizittspflichtig. Achten Sie dabei auf wichtige Kennzahlen, wie Eigen- und Fremdkapitalquote oder Anlagen- und Umlaufintensitt. So bekommen Sie einen ersten Einblick ber die finanzielle Gesundheit Ihres Kunden.

Zur berprfung von Daten ber ein Unternehmen lohnt sich weiterhin ein kostenloser Blick ins Handelsregister. Dort ist zum Beispiel die Erffnung eines mglichen Insolvenzverfahrens vermerkt, aber auch Informationen, wer das Unternehmen bei Geschften rechtswirksam vertreten darf. Angaben zur Geschftsfhrung finden sich zudem auf der Internetseite eines Unternehmens.

2. Vertragswerk mit eindeutigen Inhalten

Halten Sie im Vertrag die genaue Bezeichnung der Leistungserbringung fest. Definieren Sie Leistungsvolumen, Spezifikation der Leistung sowie Gewhrleistungsfristen – und nehmen Sie vor allem Zahlungsmodalitten mit Zahlungsfristen und Zahlungsweisen auf.

3. Zeitnahe Rechnungsstellung und Kontrolle der Zahlungseingnge

Sie haben Ihre vereinbarte Leistung erbracht und die Abnahme ist erfolgt? Dann sollten Sie zeitnah Ihre Rechnung stellen. Achten Sie unbedingt auf eine genaue und vollstndige Aufzhlung der erbrachten Leistungen und berechnen Sie die vereinbarten Preise. Werfen Sie auch ein Auge auf eine korrekte Angabe der Zahlungsziele. Die Forderung muss prffhig sein, denn jeder Fehler kann dazu genutzt werden, die Zahlung aufzuschieben.

Nach der Rechnungsstellung sollten Sie unbedingt die Zahlungseingnge zu den entsprechenden Zahlungszielen prfen lassen. So stellen Sie zeitnah einen mglichen Zahlungsverzug fest und knnen entsprechend reagieren.

4. Durchfhrung eines konsequenten Mahnwesens

Nach der Kontrolle der Zahlungsstelle merken Sie, dass Ihr Kunde im Verzug ist, obwohl Sie ein klares Zahlungsziel vereinbart haben? In dieser Situation sollten Sie konsequent mahnen. Eine Mahnung ist rechtlich erforderlich, damit der Schuldner in Verzug kommt (286 Abs. 1) und den Verzugsschaden ersetzen muss.  

Seit dem 29.07.2014 ist ein verschrftes Gesetz zur Verbesserung des Glubigerschutzes in Kraft getreten ( 271a BGB). So knnen Sie bei Zahlungsverzug Verzugszinsen in Hhe von 9% sowie eine Verzugspauschale von 40€ veranschlagen.

Nutzen Sie diese Werkzeuge zur Bekmpfung von Zahlungsverzug jedoch weise und achten Sie darauf sachlich zu formulieren. Denn der Kunde ist immer noch Knig. Ein freundlicher Zahlungshinweis in der ersten Mahnung, ohne monetre Folgen (Verzugszinsen, Mahnpauschale), bewirkt oft Wunder.  

5. Forderungen gerichtlich durchsetzen

Die Leistung ist erbracht, doch Ihr Kunde zahlt nicht und reagiert auch nicht auf Mahnbescheide? Nun ist es leider an der Zeit hrtere Geschtze aufzufahren, beispielsweise mit einer Zwangsvollstreckung. Voraussetzung ist ein Vollstreckungstitel, den Sie im Gerichtsverfahren oder auch durch eine auergerichtliche Einigung erzielen knnen. Wenn Ihr Schuldner die Berechtigung der Forderung bestreitet, bleibt Ihnen noch der Weg des Klageverfahrens.

6. Ausfallschutz durch Warenkreditversicherung

Ein sicherer Weg bei Forderungsausfall ist der vorherige Abschluss einer Warenkreditversicherung (Forderungsausfallversicherung). Wie der Name schon vermuten lsst, ist der Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Gegenstand des Versicherungsschutzes. Ist ihr Kunde zahlungsunfhig oder zahlungsunwillig, greift die Versicherung und zahlt Ihnen die Forderungssumme abzgl. des Selbstbehalts und der Prfgebhren. So knnen Sie mgliche Zahlungsausflle dank WKV versichern und die Gefahr einer Existenzgefhrdung mindern.  Im Schadensfall erfolgt die Regulierung nach festgelegte Fristen und Mahnstufen, was mehrere Monate in Anspruch nehmen kann.

7. Forderungsfinanzierung mit Factoring

Factoring ist die Finanzierung von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Der Kunde verkauft fortlaufend seine Rechnungen an den Factor (Factoring-Unternehmen) und erhlt dafr sofortige Liquiditt. Zustzlich sind die Rechnungen gegen Forderungsausfall versichert und das Unternehmen wird im Debitorenmanagement entlastet. Wird Ihr Schuldner (Debitor) zahlungsunfhig oder zahlungsunwillig, mssen Sie das bereits erhaltene Geld durch das Factoring Unternehmen nicht wieder zurckzahlen.

Die aus dem Forderungsverkauf resultierende Liquiditt lsst sich zum Abbau von Verbindlichkeiten nutzen. Das fhrt zu einer hheren Eigenkapitalquote und kann dazu beitragen das Rating der Hausbank zu verbessern.

QUERVERWEIS
Service-Tipp
Erklrvideo zu Factoring
Informieren Sie sich in einem Video über verschiedene Factoring-Modelle und die strategische Implementierung von Factoring als Hebel zur Stärkung der Liquidität und Eigenfinanzierungskraft in den Geschäftsalltag.
zum Factoring-Eklrvideo
ZUM AUTOR
ber Robert Nowak
Elbe Finanzgruppe GmbH
Robert Nowak ist Marketingmanager der Elbe Finanzgruppe GmbH. Die Elbe Finanzgruppe GmbH ist der bankenunabhängige Finanzdienstleister für kleine und mittelständische Unternehmen. Die Gesellschaft wurde 1998 gegründet und ...
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