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News, 24.05.2012
ifo-Index sackt ab
Stimmungseinbruch in der deutschen Wirtschaft
Die angespannte Lage an der Euro-Krisenfront zeigt in der deutschen Wirtschaft Wirkung: Nach sechs Anstiegen in Folge fiel im Mai das ifo-Konjunkturbarometer auf den tiefsten Stand seit einem halben Jahr.
Der Stimmungseinbruch in der deutschen Wirtschaft zieht sich quer durch alle Branchen. Im Einzelhandel stürzte der ifo-Index förmlich ab.
Der Stimmungseinbruch in der deutschen Wirtschaft zieht sich quer durch alle Branchen. Im Einzelhandel stürzte der ifo-Index förmlich ab.

Die Sorgen in der deutschen Wirtschaft nehmen wieder zu. Nach Mitteilung des Münchener ifo Instituts hat sich im Mai die Stimmung deutscher Unternehmen stark verschlechtert. So brach der ifo-Geschäftsklimaindex gegenüber April um 3,0 auf 106,6 Punkte ein. Das ist erste Rückgang seit einem halben Jahr und zugleich der tiefste Stand seit November 2011 (106,8 Punkte). Danach wird die aktuelle Lage von den Unternehmen mit 113,3 Punkten so schlecht bewertet wie seit August 2010 nicht mehr (-4,3 Punkte). Der ifo-Teilindikator zur weiteren Geschäftsentwicklung gab ebenfalls deutlich nach. Er fiel den dritten Monat in Folge auf nunmehr 100,9 Punkte und notiert damit so niedrig wie zuletzt im Dezember letzten Jahres. „Die deutsche Wirtschaft steht unter dem Eindruck der in letzter Zeit gestiegenen Unsicherheit im Euroraum“, so ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Wie der ifo-Chef erklärte, liege der Indikator zur Geschäftslage aber immer noch oberhalb des langfristigen Durchschnitts.

Am stärksten trübte sich die Stimmung im Einzelhandel ein. Hier verschlechterte sich das ifo-Geschäftsklima gegenüber April um 14,5 auf -3,8 Punkte. Grund für den Einbruch sind dem ifo Institut zufolge stark verschlechterte Lageurteile der Einzelhändler und eine mehrheitlich pessimistische Bewertung der Geschäftsaussichten in den kommenden sechs Monaten. Auch im Großhandel berichteten die Firmen von einer deutlichen schlechteren Geschäftslage und weniger zuversichtlichen Geschäftserwartungen. Mit aktuell 8,0 Punkten notiert der ifo-Index hier so niedrig wie seit Oktober 2011 nicht mehr.

Auch im Verarbeitenden Gewerbe ging es mit dem ifo-Index deutlich abwärts (-4,6 auf 10,6 Punkte). Hier drückt vor allem die aktuelle Lage auf die Stimmung, die von den Industriebetrieben so schlecht bewertet wird seit August 2010 nicht mehr. Die Geschäftsaussichten werden ebenfalls nicht mehr so gut bewertet wie noch im April, wobei sich hier die Negativ- und Positivbewertungen laut Sinn die Waage hielten. „Die Beschäftigtenpläne sind erstmals seit Monaten mehrheitlich defensiv ausgerichtet“, so der ifo-Chef. Im Export erwarteten die Firmen jedoch weitere Impulse.

Im Bauhauptgewerbe sank der ifo-Indikator ebenfalls, wobei der Rückgang vergleichsweise moderat ausfiel (-1,2 auf -5,1 Punkte). Verantwortlich für die Stimmungseintrübung sind weiter rückläufige Geschäftserwartungen der Baubetriebe, wenngleich sich die aktuelle Lage minimal verbessert hat.

Einzig im Dienstleistungsgewerbe herrscht eitel Sonnenschein. Hier notiert der ifo-Geschäftsklimaindikator mit einem Anstieg um 2,4 auf 24,8 Punkte auf dem höchsten Stand seit Juli letzten Jahres. So stuft die Dienstleistungsbranche nicht nur ihre aktuelle Lage deutlich besser ein als im April, sondern sieht auch die Geschäftsaussichten wieder leicht verbessert. Sinn zufolge zeige sich dies auch bei den Beschäftigungserwartungen, demnach die Unternehmen weiter Personal einstellen wollen.


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