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News, 23.05.2014
Ukraine-Krise drückt ifo-Index
Stimmung in der deutschen Wirtschaft sinkt auf Fünf-Monatstief
Im Mai hat sich die Stimmung in Deutschlands Chefetagen deutlich eingetrübt: Erstmals seit Oktober letzten Jahres gaben die Bewertungen der Unternehmensentscheider sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen betreffend wieder nach.
Dass das Geschäftsklima rauer wird, zeigt auch der Auftragseingang. So verzeichnete die Industrie im Mai hier erstmals nach vier Monaten wieder einen Rückgang.
Dass das Geschäftsklima rauer wird, zeigt auch der Auftragseingang. So verzeichnete die Industrie im Mai hier erstmals nach vier Monaten wieder einen Rückgang.

Aus der deutschen Wirtschaft kommen Warnsignale: Wie die monatliche Umfrage zum ifo Geschäftsklimaindex zeigt, hat die konjunkturelle Erholung in Deutschland im Mai an Schwung verloren. Dem ifo institut nach gab der ifo-Indikator, der sich aus den Lageurteilen und Geschäftserwartungen der Unternehmen errechnet, gegenüber April um 0,8 Punkte nach. Das ist der stärkste Rückgang seit April 2013 (- 2,5 Punkte). Mit einem aktuellen Stand von 110,4 Punkten notiert der ifo-Gesamtindikator zwar weiterhin auf einem hohem Niveau, allerdings zugleich so niedrig wie seit Dezember 2013 nicht mehr. Verantwortlich für die deutliche Stimmungseintrübung ist, dass die Geschäftslage von den Unternehmen nicht mehr ganz so positiv bewertet wie im Vormonat und auch die Erwartungen zur weiteren Geschäftsentwicklung gedämpfter ausfallen als noch im April. So gab vor allem Teilindikator zu den Geschäftsaussichten deutlich um 1,1 auf 106,2 Punkte nach, während die Bewertungen zur aktuellen Lage nur geringfügig schlechter ausfielen (- 0,5 auf 113,8 Punkte).

„Die deutsche Wirtschaft legt eine Verschnaufpause ein“, sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Ähnlich unaufgeregt zeigten sich auch viele Ökonomen, wie unter anderem Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP-Bank, demnach der Rückgang „kein Beinbruch“ sei, da die deutsche Wirtschaft stark expandiere.  "Deutschland spielt weiter in seiner eigenen Liga - zumindest innerhalb der Euro-Zone", sagte auch Ökonom Carsten Brzeski von der ING Bank gegenüber Reuters.

Abwärts ging es mit dem ifo-Index vor allem im Großhandel. Hier trübte sich das Geschäftsklima um 3,0 Zähler auf 11,4 Punkte ein. Auf einem niedrigen Wert notierte der ifo-Indikator zuletzt im Dezember vergangenen Jahres (9,4 Punkte). Auf die Stimmung drückte hier vor allem eine erhebliche Verschlechterung der aktuellen Geschäftslage. Die weitere Geschäftsentwicklung wird dagegen nur geringfügig schlechter eingeschätzt als im vergangenen Monat.

Auch im Einzelhandel verschlechterte sich die Stimmung deutlich. Hier gab der ifo-Indikator gegenüber April um 2,8 auf 4,9 Punkte nach. So hat sich die Geschäftslage im Einzelhandelssektor den zweiten Monat in Folge verschlechtert und erstmals seit einem halben Jahr der Blick auf die Geschäftsaussichten mehrheitlich in leichten Pessimismus gewandelt.

Im Verarbeitenden Gewerbe ging der ifo-Indikator ebenfalls zurück. Bei den Industriebetrieben sind es leicht verschlechterte Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung, die für die Stimmungseintrübung sorgen. Trotz des Rückgangs um 1,1 Punkte notiert der Gesamtindikator mit einem Stand von 19,0 Punkten, auch dank geringfügig verbesserter Geschäftslage, aber weiterhin auf einem hohen Niveau.

Auch im Bauhauptgewerbe gab der Geschäftsklimaindex etwas nach. Bei den Bauunternehmen drücken leicht verschlechterte Lageurteile und weiter rückläufige Geschäftserwartungen, die den vierten Monat in Folge weniger optimistisch ausfallen, den Gesamtindikator im Mai nach unten (- 0,5 auf – 4,0 Punkte).

Am besten ist das Geschäftsklima weiterhin im Dienstleistungsgewerbe. Zwar gab auch hier der ifo-Indikator um 0,7 Punkte nach, mit einem aktuellen Stand von nunmehr 21,4 Punkten zeigen sich die Dienstleistungsunternehmen in Deutschland am zufriedensten. „Die Unternehmen schätzten die aktuelle Lage auf hohem Niveau etwas weniger  gut  ein  als  im  Vormonat“, erklärte Sinn den leichten Rückgang. Die weitere Geschäftsentwicklung betreffend hat sich die Stimmung dagegen weiter verbessert.

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