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News, 25.08.2014
ifo-Index setzt Sinkflug fort
Deutsche Wirtschaft weiter im Rückwärtsgang
Die Geschäftserwartungen und Konjunkturprognosen in den deutschen Management-Etagen werden immer pessimistischer, zeigt das ifo-Barometer zur Stimmung in der deutschen Wirtschaft im August. Auch bezogen auf die aktuelle wirtschaftliche Lage gehen die Bewertungen auf Talfahrt.
Die See wird für die deutsche Wirtschaft rauer. Im Großhandel brach der ifo-Indikator gegenüber Juli um fast sieben Punkte gegen
Die See wird für die deutsche Wirtschaft rauer. Im Großhandel brach der ifo-Indikator gegenüber Juli um fast sieben Punkte gegen

Die internationalen Krisenherde zeigen in der deutschen Wirtschaft immer stärker Wirkung. Im August hat sich die konjunkturelle Stimmung der Unternehmen in Deutschland weiter merklich abgekühlt. Wie das ifo Institut in München heute mitteilte, ist der ifo Geschäftsklimaindikator, der die Lagebewertungen und Geschäftserwartungen von deutschen Unternehmen widerspiegelt, im August den vierten Monat in Folge um weitere 1,7 Punkte gefallen. Mit einem aktuellen Stand von 106,3 Punkten notiert das ifo-Konjunkturbarometer nun so niedrig wie seit gut einem Jahr nicht mehr (Juli 2013: 106,2 Punkte).

Geschäftslage und Geschäftserwartungen weiter rückläufig

Grund zur Besorgnis gibt es aber dennoch. So gaben die Bewertungen der insgesamt rund 7.000 befragten Unternehmensentscheider zur eigenen aktuellen wirtschaftlichen Lage im August, nachdem sie sich bereits im Juli um 1,9 Punkte verschlechtert hatten, den zweiten Monat in Folge weiter um 1,8 auf 111,1 Punkte nach. Das ist der niedrigste Stand seit Juli letzten Jahres (110,0 Punkte). Der Indikator zu den Geschäftsaussichten gab im August sogar den vierten Monat in Folge nach. Hier fallen die Bewertungen der Firmen mit einem weiteren Rückgang des Indikators auf 101,7 Punkte sogar so negativ aus wie seit Mai 2013 nicht mehr.

Verschlechterung auf breiter Front

Wie die Erhebung zeigt, zieht sich die Stimmungseintrübung quer durch fast alle Branchen. Hierzu zählt unter anderem die Industrie. So gab der ifo-Geschäftsklimaindikator im Verarbeitenden Gewerbe den vierten Monat in Folge um weitere 2,9 auf 9,5 Punkte nach. Das ist der niedrigste Stand seit Juli letzten Jahres. Damit hat der Indikator in der Industrie seit April (20,1 Punkte) um mehr als die Hälfte eingebüßt. Grund für die Talfahrt des Indikators sind eine sich zunehmend verschlechternde Geschäftslage, wo die Bewertungen der Industriebetriebe im August den dritten Monat in Folge nach unten zeigen, und immer pessimistischere Prognosen zur weiteren Geschäftsentwicklung. „Vom Export werden immer weniger Impulse erwartet“, so Sinn.

Auch im Großhandel mehren sich die Negativ-Urteile. Hier ist der ifo-Indikator förmlich eingebrochen und notiert mit einem Rückgang um 6,3 auf 2,8 Punkte ebenfalls so niedrig wie seit über einem Jahr nicht mehr. So wird auch von den Großhandelsunternehmen die aktuelle Lage deutlich schlechter eingestuft als noch im letzten Monat. Hinzu kommt, dass die weiteren Geschäftsaussichten erstmals seit Juli letzten Jahres wieder mehrheitlich leicht negativ bewertet werden. Im Einzelhandel zeigt sich ein ähnliches Bild. Hier drückten ebenfalls deutlich verschlechterte Lageurteile und insgesamt leicht negative Geschäftserwartungen den Indikator im August nach unten – und zwar mit einem Rückgang um 4,4 Zähler auf – 0,6 Punkte. Das ist der tiefste Stand seit Juni 2013.

Lediglich im Baugewerbe hellte sich die Stimmung etwas auf. Hier liefen die Geschäfte im August ein wenig besser als im Juli. Auch bezogen auf die weiteren Geschäftsaussichten legten die Bewertungen der Baubetriebe insgesamt leicht zu. Dies treibt den ifo-Indikator im Bauhauptgewerbe im Monatsvergleich geringfügig nach oben (+ 0,2 auf – 5,3 Punkte).

Am besten bleibt die Stimmung mit einem Indikatorwert von aktuell 17,9 Punkten im Dienstleistungsgewerbe, wenngleich auch dort der ifo-Indikator im August ein wenig nachgab (Juli: 18,3 Punkte). Verantwortlich für den leichten Rückgang ist eine geringfügige Eintrübung der Geschäftslage, die aber dennoch von der Mehrheit der Betriebe weiterhin als positiv bewertet wird. Bezogen auf die weiteren Geschäftsaussichten zogen die Bewertungen sogar den zweiten Monat in Folge an.

„Die deutsche Wirtschaft verliert weiter an Fahrt“, konstatierte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Obschon Volkswirte und Konjunkturforscher ab drei aufeinander folgenden Verschlechterungen in der Regel von einer konjunkturellen Trendwende sprechen, sieht das ifo Institut dennoch aktuell noch keinen Grund, in Krisenstimmung zu verfallen. "Von einer Rezession sind wir immer noch weit entfernt", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe am Montag im Reuters-Gespräch.

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