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News, 26.05.2011
Wirtschaft boomt
Deutsches BIP im Höhenflug
Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal auf Jahressicht so stark gewachsen wie noch nie im wiedervereinigten Deutschland. Getrieben wurde der kräftige Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) vor allem von einer florierenden Binnennachfrage.
Die deutsche Wirtschaft strotzt vor Kraft. Über zwei Drittel des BIP-Wachstums im ersten Quartal entfielen dabei auf die Binnenkonjunktur.
Die deutsche Wirtschaft strotzt vor Kraft. Über zwei Drittel des BIP-Wachstums im ersten Quartal entfielen dabei auf die Binnenkonjunktur.
Die deutsche Wirtschaft ist furios ins neue Jahr gestartet. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag bekannt gab, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2011 gegenüber dem Vorquartal preis-, saison- und kalenderbereinigt um 1,5 Prozent. Dem Statistikamt zufolge liegt die deutsche Wirtschaftsleistung damit bereits jetzt wieder über dem Niveau von vor der Wirtschaftskrise, Anfang 2008. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010 stieg das deutsche BIP im ersten Vierteljahr real um 5,2 Prozent und damit so stark wie noch nie seit der deutschen Wiedervereinigung (kalenderbereinigt: +4,9%).

Am stärksten legte binnen Jahresfrist da Baugewerbe zu, das gegenüber dem ersten Quartal 2010  einen Zuwachs der Bruttowertschöpfung um 13,5 Prozent verzeichnete. Wie das Statistikamt erklärte, dürfte hier jedoch ein Teil des Wachstums auch auf Nachholeffekte aus dem schwachen Schlussquartal 2010 zurückzuführen sein. Im Produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) stieg die Wirtschaftsleistung ebenfalls kräftig um 11,6 Prozent. In den Dienstleistungsbereichen fiel das Plus bescheidener aus. Wachstumsspitzenreiter war hier der Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr mit einem preisbereinigten Zuwachs um 5,1 Prozent, während der Bereich Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister sowie die öffentlichen und privaten Dienstleister nur ein Plus von 1,5 Prozent bzw. 0,7 Prozent verbuchen konnten. Im Wirtschaftszweig Land, Forst und Fischerei lag die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal annährend auf dem Vorjahresniveau (-0,0%).

Kräftiger Anstieg der Investitionen

Positive Impulse kamen vor allem von der Binnennachfrage, auf die im ersten Quartal mit einem Wachstumsbeitrag von 1,0 Prozentpunkten zwei Drittel des BIP-Wachstums entfielen. Sowohl die Konsumausgaben als auch die Investitionen legten teils deutlich zu. Vor allem die Investitionen in Bauten zogen kräftig an. Laut Statistikamt erhöhten sich die Bausaugaben im Vergleich zum Vorquartal um 6,2 Prozent. Bei den Ausrüstungsinvestitionen – u. a. Maschinen, Anlagen, Geräte und Fahrfahrzeuge – stand auf Quartalssicht im ersten Vierteljahr 2011 ein Plus von 4,2 Prozent zu Buche. Der private Konsum stieg im Vergleich zum Schlussquartal 2010 um 0,4 Prozent, die staatlichen Konsumausgaben sogar um 1,3 Prozent. Im Vergleich zum ersten Vierteljahr 2010 erhöhten sich die privaten Konsumausgaben im ersten Quartal um 1,9 Prozent und die Konsumausgaben der öffentlichen Hand um 1,4 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal erhöhten sich die Ausrüstungsinvestitionen um 18,6 Prozent. Die Bauinvestitionen stiegen im ersten Quartal auf Jahressicht um 12,6 Prozent, wobei hier die Impulse insbesondere aus dem Tiefbau kamen (+26,5%). Die privaten Konsumausgaben stiegen gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010 um 1,9 Prozent, die Konsumausgaben der öffentlichen Hand um 1,4 Prozent. Auch mit Blick auf die Jahreswachstumsrate des BIP im ersten Quartal von 5,2 Prozent war es mit einem Anteil von 3,7 Prozentpunkten vor allem die Binnennachfrage, die das deutsche Wirtschaftswachstum trieb.

Exporte ziehen weiter an


Im Außenhandel setzte sich die Dynamik ebenfalls fort, wobei die deutschen Exporte deutlich stärker stiegen als die Importe. So erhöhte sich das Volumen der von der deutschen Wirtschaft exportierten Waren und Dienstleistungen im Vergleich zum Vorquartal preis, saison- und kalenderbereinigt um 2,3 Prozent. Bei den deutschen Einfuhren stand auf Quartalssicht ein Plus von 1,5 Prozent zu Buche. Der Außenbeitrag zum BIP-Wachstum belief sich dem Statistikamt auf 0,5 Prozentpunkte und damit auf die Hälfte des Wachstumsbeitrags, den die Binnenwirtschaft leistete. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Exporte im ersten Quartal um 13,5 Prozent und die Importe um 11,2 Prozent. Der daraus resultierende Exportüberschuss lieferte auf Jahressicht einen Wachstumsbeitrag von 1,6 Prozentpunkten zum BIP.

Deutlicher Anstieg der Produktivität

Laut Statistischem Bundesamt lag die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes BIP je Erwerbstätigen, ist im ersten Quartal 2011 um 3,8 Prozent höher als im Vergleichszeitraum 2010.  Bezogen auf die Erwerbstätigenstunden erhöhte sich Arbeitsproduktivität dagegen nur um 2,3 Prozent. Grund hierfür sei dem Statistikamt zufolge ein Anstieg der durchschnittlichen Arbeitszeit je Erwerbstätigen im Vergleich um Vorjahr, allen voran der regulären Wochenarbeitsarbeitszeit, sowie ein vermehrter Abbau von Guthaben auf Arbeitszeitkonten, während die Kurzarbeit weiter an Bedeutung verlor.

Unternehmen und Vermögende die mit Abstand größten Profiteure

Dem Statistikamt zufolge erhöhte sich das Volkseinkommen, das sich aus Summe der Arbeitnehmerentgelte sowie der Unternehmens- und Vermögenseinkommen berechnet, im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 5,9 Prozent, wobei Vermögende und Unternehmen mehr als doppelt so stark vom Wirtschaftswachstum profitierten wie Arbeitnehmer: Während die Unternehmens- und Vermögenseinkommen im ersten Vierteljahr 2011 auf Jahressicht um 8,7 Prozent zulegten, betrug der Zuwachs der Arbeitnehmerentgelte nur 4,3 Prozent.  Gleichzeitig stiegen die privaten Konsumausgaben im selben Zeitraum nominal um  4,1 Prozent, woraus sich laut Statistikamt im ersten Quartal eine Sparquote der privaten Haushalte von 14,5 Prozent ergebe. Im ersten Quartal 2010 war die Sparquote noch bei 15,3 Prozent gelegen.
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