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News, 29.08.2014
Kaum Bewegung bei den Preisen
Inflation stagniert auf niedrigem Niveau
Anhaltend rückläufige Energiepreise und im Jahresvergleich fast unveränderte Preise für Waren und Nahrungsmittel haben die Inflation in Deutschland auch im August auf einem Viereinhalb-Jahrestief gehalten. Lediglich für Dienstleistungen mussten Verbraucher im Durchschnitt spürbar tiefer in die Tasche greifen.
Selbst die Preise für Nahrungsmittel, die im Vorjahreszeitraum noch auf Jahressicht nach oben schoßen, blieben den dritten Monat in Folge nahezu stabil.
Selbst die Preise für Nahrungsmittel, die im Vorjahreszeitraum noch auf Jahressicht nach oben schoßen, blieben den dritten Monat in Folge nahezu stabil.

Die für Verbraucher, vordergründig betrachtet, erfreulich schwache Teuerung von Waren und Dienstleistungen setzt sich in Deutschland fort. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Berechnungen bekannt gab, lagen die Verbraucherpreise im August im Schnitt nur 0,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit stagniert die Inflation auf dem Niveau von Juli, als die Jahresteuerungsrate mit ebenfalls 0,8 Prozent auf den niedrigsten Wert seit Februar 2010 gefallen war. Gegenüber Juli blieb das Preisniveau in Deutschland ebenfalls insgesamt konstant (+/- 0,0 %).

Grund für die anhaltend geringe Jahresteuerungsrate sind vor allem die weiterhin rückläufigen Energiepreise. So mussten Verbraucher im August für Energie durchschnittlich 1,9 Prozent weniger zahlen als im Vorjahresmonat. Damit hat sich das Preisverfall bei Energie beschleunigt: Im Juli waren die Preise für Energie nach einem geringfügigen Preisrückgang im Juni (- 0,3 %) im Durchschnitt 1,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen.

Dämpfend auf die Inflation wirkt überdies, dass auch die Warenpreise kaum Bewegung zeigen. Wie das Statistikamt errechnete, legten die Preise für Waren im Schnitt auf Jahressicht gerade mal um 0,2 Prozent zu. Im Juli waren die Preise hier sogar mit einer Jahresteuerungsrate von lediglich 0,1 Prozent fast konstant geblieben. Auch die Preise für Nahrungsmittel steigen kaum mehr: Sie kosteten im August im Jahresvergleich lediglich 0,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Im Juli und Juni hatten die Nahrungsmittelpreise in Deutschland sogar auf Jahressicht stagniert (+ 0,1 % bzw. +/- 0,0 %).Zum Vergleich: Im Juli letzten Jahres hatten sich die Preise für Lebensmittel noch im Jahresvergleich um 5,7 Prozent erhöht.

Nennenswerte Preisanstiege weist der Index der Verbraucherpreise weiterhin lediglich bei Dienstleistungen aus. Hierfür mussten Verbraucher im August durchschnittlich 1,4 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr. Die Mieten erhöhten sich im Schnitt im Jahresvergleich sogar um 1,5 Prozent.

Gefahr der Deflation

Was sich für Verbraucher auf den ersten Blick erfreulich ausnimmt, hat allerdings eine Kehrseite, die volkswirtschaftlich erhebliche Gefahren birgt. Denn wenn die Preise bei gleichzeitig steigenden Löhnen und Gehältern stagnieren oder gar auf Talfahrt gehen und Verbraucher in Erwartungen weiterer Preisrückgänge Käufe hinausschieben, kann dies eine unheilvolle Abwärtsspirale in Gang setzen. Dann nämlich geraten die Unternehmen unter Druck, mit dem Ergebnis, dass vermehrt Investitionen aufgeschoben werden, sich die Preistalfahrt infolge der rückläufigen Nachfrage beschleunigt und die Unternehmen vermehrt in Form von Kurzarbeit und Personalabbau die Not- bzw. Kostenbremse ziehen. Das Ergebnis ist letztendlich eine Rezession. Daher strebt die Europäische Zentralbank (EZB) eine Jahresteuerungsrate von knapp unter zwei Prozent an. Dies ist der Richtwert, bei dem die EZB eine konjunkturell förderliche Preisstabilität optimal gewährleistet sieht.

Wie DIE WELT in ihrer Online-Ausgabe berichtete, rechnet EZB-Beobachter Christian Schulz, Europa-Volkswirt bei der Berenberg Bank, damit, dass die deutschen Preisdaten Wasser auf die Mühlen der Befürworter einer lockeren Geldpolitik im Rat der EZB sind: "Wenn selbst in Deutschland die Inflationsrate so niedrig ist, muss die EZB weniger Überzeugungsarbeit leisten, wenn sie weitere Maßnahmen zum Ankurbeln der Konjunktur ergreifen sollte", so Schulz.

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