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News, 05.08.2011
Viele Großaufträge
Export sorgt in der Industrie für Auftragsplus
Ein überdurchschnittliches Volumen an Großaufträgen aus dem Ausland hat der deutschen Industrie im Juni überraschend erneut ein Auftragsplus beschert. Die Auftragseingänge aus der inländischen Wirtschaft nahmen dagegen deutlich ab.
Grund für den unerwarteten Auftragsschub in der Industrie waren Reuters zufolge Großaufträge im Flugzeugbau.
Grund für den unerwarteten Auftragsschub in der Industrie waren Reuters zufolge Großaufträge im Flugzeugbau.
Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) am Donnerstag mitteilte, verzeichnete die deutsche Industrie im Juni gegenüber Mai preis-, kalender- und saisonbereinigt einen Orderzuwachs um 1,8 Prozent. Im Mai waren die Auftragseingänge abwärts revidiert insgesamt um 1,5 Prozent gestiegen.  Laut Reuters hatten Ökonomen eigentlich einen Rückgang der Auftragseingänge um 0,5 Prozent erwartet. Von Down Jones Newswires befragte Volkswirte hatten für Juni sogar einen Auftragsrückgang in der Industrie um 1,2 Prozent prognostiziert. Grund für den Auftragsschub war wie bereits im Monat zuvor ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Großaufträgen.

Auftragsmotor war im Juni, anders als im Mai, als die Auslandsnachfrage um 5,8 Prozent gesunken war, in erster Linie der Export mit einem Anstieg des Ordervolumens gegenüber Mai um 13,7 Prozent. Bei der Inlandsnachfrage, die im vergangenen Monat noch um 10,7 Prozent gestiegen war, stand im Juni dagegen ein kräftiges Minus mit einem Auftragsrückgang um 10,8 Prozent. Die besten Geschäfte verzeichnete wie bereits in den Monaten zuvor die Investitionsgüterindustrie, die im Juni einen Anstieg der Bestellungen um 5,0 Prozent verzeichnete. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern und in der Konsumgüterindustrie dagegen gingen die Auftragseingänge insgesamt gegenüber Mai um  2,1 Prozent bzw. 2,4 Prozent zurück.

„Die Entwicklung der Auftragseingänge in der Industrie war in den letzten Monaten stark durch sehr umfangreiche Großaufträge geprägt, die in einzelnen Aggregaten für zum Teil kräftige Schwankungen sorgten“, kommentierte das Ministerium die aktuellen Zahlen. Die Nachfrage in der Industrie bleibe dem BMWi zufolge insgesamt aber aufwärtsgerichtet. Dies belegt auch der Zweimonatsvergleich des Auftragseingangs in der Industrie, demnach sie die Bestellung im Zeitraum Mai bis Juni gegenüber März/April saisonbereinigt um 3,9 Prozent erhöhten. Die stärkste Bestelldynamik verzeichnete die Industrie dabei im Inland mit einem Orderzuwachs auf Zweimonatssicht um 5,9 Prozent. Die Orders aus dem Ausland erhöhten sich im selben Zeitraum dagegen nur um 2,1 Prozent. Die mit Abstand größte Dynamik auch im Zweitmonatsvergleich verzeichneten die Investitionsgüterproduzenten mit einem Auftragsplus von 7,0 Prozent, während bei den Produzenten von Vorleistungsgütern die Nachfrage nahezu stagnierte (+0,1%) und bei den Konsumgüterproduzenten sogar ein leichtes Minus stand (-0,4%). Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erhöhten sich die Auftragseingänge kumuliert von Mai bis Juni kalenderbereinigt um 10,6 Prozent. Für das gesamte zweite Quartal stand auf Quartalssicht in der Industrie laut Ministerium ein Auftragsplus von 3,2 Prozent zu Buche.

Wie der ifo-Geschäftsklimaindex jedoch belegt, verliert der Aufschwung in der Industrie an Fahrt. So hat das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland im Juli seine Geschäftserwartungen für das kommende Halbjahr den fünften Monat in Folge zurückgeschraubt. Anzeichen dafür ist auch, dass das Auftragsplus der Industrie im Juni nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters maßgeblich auf Großaufträge an den Flugzeugbauer Airbus zurückzuführen war, ohne die im Juni bei den industriellen Auftragseingängen der Nachrichtenagentur zufolge ein Minus gestanden hätte. Entsprechend geht auch die Commerzbank im weiteren Verlauf des Jahres von einer schwächeren Dynamik bei Auftragseingang aus. "Trotz der guten Juni-Zahlen dürfte der Aufschwung der deutschen Industrie an Schwung verlieren, denn Deutschland kann sich wohl nicht von der weltweiten Abschwächung des Wachstums abkoppeln", so Commerzbank-Expertin Ulrike Rondorf gegenüber Reuters.
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