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News, 16.12.2013
Massiver Vertrauensverlust
Vertrauen in Online-Datensicherheit im Sinkflug
Das Vertrauen der Deutschen in die Datensicherheit im Internet geht langsam gegen Null, zeigt eine aktuelle Erhebung des Hightech-Verbandes BITKOM.
Die Sorge um die Datensicherheit bei staatlichen Stellen ist bei den Deutschen mittlerweile sogar noch größer als die Angst vor Cyberkriminalität.
Die Sorge um die Datensicherheit bei staatlichen Stellen ist bei den Deutschen mittlerweile sogar noch größer als die Angst vor Cyberkriminalität.
Die nachrichtendienstlichen Ausspäh- und Überwachungsmaßnahmen haben zu einem massiven Vertrauensverlust hinsichtlich der Datensicherheit im Internet geführt. Und der Anteil der Deutschen, die bezogen auf die Sicherheit von Daten sowie die Integrität von Online-Diensten noch Vertrauen haben, nimmt weiter ab. So gaben in einer aktuellen Umfrage des Hightech-Branchenverbandes BITKOM 80 Prozent der in Deutschland befragten Internetnutzer an, ihre Daten im Internet für unsicher zu halten, wobei ein Drittel seine Daten als „völlig unsicher“ (33 %) und knapp die Hälfte als „eher unsicher“ (47 %) einstuft. Im Juli dieses Jahres, nach der ersten Welle der Enthüllungen von Edward Snowden, war der Anteil der Internetnutzer, die kein oder nur geringes Vertrauen in die Datensicherheit im Internet bekundeten, erst bei 66 Prozent gelegen. 2011 hatten in einer BITKOM-Umfrage sogar nur 55 Prozent der Deutschen angegeben, Zweifel an der Online-Datensicherheit zu haben.

Staat gilt mittlerweile als Bedrohung Nr. 1

Wie die Erhebung zeigt, wird der Staat inzwischen von den Deutschen sogar als größere Bedrohung für die Datensicherheit im Internet empfunden als die Cyberkriminalität. So fühlen sich aktuell nach eigener Auskunft 49 Prozent der Internetnutzer in Deutschland bedroht, von staatlichen Stellen online ausspioniert zu werden. Das sind 10 Prozentpunkte mehr als im Juli dieses Jahres. Von Cyberkriminellen ausspioniert zu werden, befürchten dagegen aktuell nur 46 Prozent. Hier blieb der Anteil der Besorgten gegenüber Juli unverändert. Deutlich zugenommen hat das Misstrauen hinsichtlich der Datensicherheit dagegen Unternehmen gegenüber: Während hier im Juli erst 34 Prozent der Internetnutzer Zweifel an der Sicherheit der eigenen Daten hatten, befürchten mittlerweile 38 Prozent, von Unternehmen ausspioniert zu werden. Gleichzeitig nahm der Anteil derer, die sich online vollends sicher fühlen, ab. So sagen nurmehr 15 Prozent, sich im Internet überhaupt nicht bedroht zu fühlen. Im Juli meinten dies noch 18 Prozent.

Weiter gelitten hat auch das Vertrauen der Deutschen, was den Umgang sowohl des Staates als auch der Wirtschaft mit den eigenen Daten angeht. Vor allem staatlichen Stellen wie Behörden gegenüber ist das Misstrauen stark gestiegen, demnach hier mittlerweile 68 Prozent der Internetnutzer den Umgang mit Daten im Internet betreffend Sorge haben, dass die Daten sicher sind. Im Juli waren es erst 58 Prozent, die staatlichen Stellen hier misstrauten. Vor zwei Jahren hatte der Anteil derer, die bei Behörden online Sorge um die Sicherheit der eigenen Daten hatten, sogar nur 40 Prozent betragen. Bezogen auf die Wirtschaft ist es um das Vertrauen fast ähnlich schlecht bestellt: Der „Wirtschaft allgemein“ misstrauen 64 Prozent der Internetnutzer, was den Umgang mit persönlichen Daten im Internet angeht.

„Die geheimdienstlichen Spähaktionen haben dazu geführt, dass sich bei vielen Internetnutzern ein allgemeines Gefühl der Unsicherheit breit gemacht hat“, sagte Kempf. Das ändere aber nichts daran, dass Internetzugangsanbieter, Betreiber von Cloud-Services oder große Online-Shops jedes Jahr Milliardensummen in die Sicherheit der Daten ihrer Kunden investieren. Kempf: „Die Unternehmen in der IT-Branche haben ein hohes Interesse daran, ihren Kunden möglichst sichere Dienste anbieten zu können. Das Vertrauen der Nutzer ist die Grundlage ihres Geschäftsmodells.“
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