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News, 22.07.2014
Immer mehr Attacken mit Finanz-Malware
Verluste durch Cyberbetrug bei vielen Banken kalkuliertes Risiko
Nach einer Studie nehmen Cyberkriminelle verstärkt mit sogenannten Finanz-Malware im E-Commerce aktive Unternehmen und Olnine-Shopper ins Visier. Dennoch nimmt ein Großteil der Finanzinstitute Verluste durch Cyberbetrug bewusst in Kauf.
2013 lag Deutschland bezogen auf die Zahl der Attacken mit Finanz-Malware auf dem fünften Platz. Mit Abstand beliebtestes Ziel waren Nutzer in Russland. Dahinter folgten die USA, Indien und Vietnam.
2013 lag Deutschland bezogen auf die Zahl der Attacken mit Finanz-Malware auf dem fünften Platz. Mit Abstand beliebtestes Ziel waren Nutzer in Russland. Dahinter folgten die USA, Indien und Vietnam.

Bei finanziellen Verlusten von Kunden infolge von Cyberbetrug zeigt sich das Gros der Banken kulant. Wie der IT-Security-Anbieter Kaspersky Lab in seiner aktuellen Studie „IT Security Risks Survey 2014“ ermittelt hat, sorgen 52 Prozent der Finanzinstitute bei Kunden, die im Zuge von Cyberkriminalität finanzielle Einbußen beklagen, für einen Ausgleich – und das ohne die Umstände des Cyberbetrugs genauer zu untersuchen. Viele Banken nehmen diese Zusatzkosten sogar bewusst in Kauf. So gaben in der Studie 28 Prozent der Banken an, dass die durch Cyberkriminalität bei Online-Transaktionen entstehenden finanziellen Schäden inklusive Rückerstattungen unter dem Strich geringer seien als die Kosten für adäquate IT-Sicherheitslösungen. Von den Online-Händlern teilte diese Meinung sogar knapp ein Drittel der Befragten (32 %).

„Eine Einstellung, die viele Unternehmen teuer zu stehen kommen könnte, denn Cyberkriminelle haben den elektronischen Zahlungsverkehr verstärkt im Visier“, so Kaspersky Lab. Diese Gefahr scheint allerdings den meisten Unternehmen nicht bewusst zu sein. So stuft der Studie zufolge nur knapp ein Fünftel der befragten Banken und Finanzdienstleister (19 %) die Rückerstattung von verlorenen Kundengeldern intern als eine der drei schwerwiegendsten Folgen nach Cyberbetrugsvorfällen ein. Von den befragten Online-Händlern sind es sogar nur sieben Prozent, die hierin eine der Top 3-Gefahren sehen.

Ein Drittel der Datenverluste sind Zahlungsdaten

Unabhängig von der Finanz- und E-Commerce-Branche haben immer mehr Unternehmen mit dem Verlust von Zahlungsdaten zu kämpfen. So geht aus der Kaspersky-Umfrage hervor, dass im letzten Jahr im Durchschnitt aller Branchen jedes dritte Unternehmen (33 %), das im Zuge einer Cyberattacke Datenverluste zu beklagen hatte, dabei Zahlungsdaten verlor.  Für 32 Prozent der betroffenen Unternehmen war das nach eigener Auskunft der schlimmste Fall, der bei einem Verlust sensibler Daten eintreffen kann.

Allerdings nimmt das Bewusstsein, ob der weitreichenden Folgen, die betrügerische Handlungen nach sich ziehen können und der Notwendigkeit, in adäquate Sicherheitslösungen zu investieren, zu. So ist der Studie nach mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (53 %) bereit, in spezielle Software für den Schutz von Finanztransaktionen, sogenannte Fraud Prevention Lösungen, zu investieren – sei es in Form einer eigenen Inhouse-Lösung oder durch Inanspruchnahme von Ressourcen eines Drittanbieters.

Massiver Anstieg der Attacken mit Finanz-Malware


Im Jahr 2013 zählte Kaspersky Lab bei Sicherheitslösungen der eigenen Kunden vier Millionen Betrugsversuche im Zusammenhang mit sogenannter Finanz-Malware, also Schadsoftware wie Würmer und Trojaner, die direkt auf  Online-Finanztransaktionen abzielen. Das waren 18,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch Banken melden stärkere Verluste. Laut Angaben der Consumer Bankers Association verloren im Dezember 2013 nordamerikanische Banken in Folge von Cyberbetrug mit Karten- und Kontozugangsdaten erstmals über 200 Millionen US-Dollar.

„Gerade Finanzdienstleister sollten in ihren Budgets nicht nur Rückstellungen für die Erstattung von verlorenen Kundengeldern bilden, sie dürfen auch die Kosten für die Abwicklung der Kundenbeschwerden nicht vergessen“, so Holger Suhl, General Manager DACH bei Kaspersky Lab. „Noch entscheidender ist allerdings der Imageverlust des Unternehmens in den Augen der Kunden. Wer bereits betrogen wurde, wird sich auch bei rasch erfolgter Rückerstattung zweimal überlegen, ob er weiter Dienste bei einer Bank in Anspruch nehmen will, die offenbar nicht in der Lage ist, für die Sicherheit ihrer Onlinekonten zu sorgen“, so der Experte weiter.

Passende Fraud Prevention-Lösungen reduzierten Suhl zufolge das Verlustrisiko durch Cyberbetrug für Unternehmen auf ein Minimum. „Statt in die Rückerstattung von Kundengeldern kann das Unternehmen dann wieder in die Entwicklung seines Geschäfts investieren.“

Die Studie „IT Security Risks Survey 2014“ steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

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