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News, 03.09.2018
Verbraucherstimmung gespalten
Konsumklima-Abwärtstrend hält an
Die Deutschen sind die Konjunktur betreffend wieder etwas optimistischer als zuletzt. Schneller steigende Verbraucherpreise und anhaltend niedrige Zinsen für Erspartes schüren allerdings die Sorge vor einem Kaufkraftverlust und bremsen die nach wie vor hohe Konsumlust etwas ab, zeigt die Konsumklimastudie der GfK.
Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt sich im August gespalten: Während die Konjunkturerwartungen der Deutschen ihre seit Anfang des Jahres währende Talfahrt – zumindest vorübergehend - stoppen, hat sich der Glaube an eine weiter aufwärtsgerichtete Einkommens- und Kaufkraftentwicklung leicht abgeschwächt. Dies schlägt auch auf die Anschaffungsneigung durch, die im August an Fahrt verliert. Als Folge büßt der von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) monatlich erhobene Konsumklimaindikator gegenüber Juli 0,1 Zähler auf 10,6 Punkte ein. Für September prognostizieren die Ergebnisse  der aktuellen Befragung einen weiteren Rückgang des Indikators auf 10,5 Punkte.

Konjunkturoptimismus wieder etwas stärker

Bezogen auf die Konjunkturaussichten zeigen sich die Deutschen wieder etwas optimistischer als zuletzt. Hier stoppt der Indikator seinen seit Beginn des Jahres mit kurzen Unterbrechungen währenden Abwärtstrend. Mit einem deutlichen Plus von 6,5 Zählern auf 22,2 Punkte sind die Konjunkturerwartungen allerdings längst nicht mehr so optimistisch wie im Vorjahresmonat (August 2017: 30,4 Punkte).

„Trotz weltpolitisch turbulenter Zeiten stoppen die Konjunkturerwartungen – zumindest vorerst – ihre mehrmonatige Talfahrt und legen spürbar zu“, so die GfK. „Ob es sich hierbei um eine Trendwende handelt, bleibe dem  abzuwarten. Rückendeckung erhält der Indikator gegenwärtig durch die reale wirtschaftliche Entwicklung.“ So erhöhte sich das deutsche Bruttoinlandsprodukte (BIP) im zweiten Quartal real um 0,5 Prozent, womit sich das Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung auf Quartalssicht leicht beschleunigte (Q1/2018: + 0,4 %).

Einkommensindikator auf Neunmonatstief

Bezogen auf die Einkommens- und Kaufkraftentwicklung schwächten sich die Erwartungen dagegen ab. Hier büßt der Indikator 4,9 Zähler auf 52,6 Punkte ein. Das ist der niedrigste Wert seit November letzten Jahres (47,9 Punkte) und gegenüber dem Vorjahresmonat eine Verschlechterung des Einkommensoptimismus um 8,8 Zähler (08/2017: 56,7 Punkte).

Trotz des Rückgangs sei das Niveau des Einkommensindikators aber nach wie vor ausgesprochen hoch, konstatierte die GfK. Exakte Gründe für diesen Rückgang seien schwer herauszufiltern. „Möglicherweise überlagern die zuletzt höheren Energiepreise, die die Inflation aktuell auf zwei Prozent steigen lassen, die exzellenten Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt und die soliden Einkommenssteigerungen“, so das Konsumsforschungsinstitut. „Angesichts des anhaltend niedrigen Zinsniveaus wird dem einen oder anderem offenbar bewusst, dass Ersparnisse durch die Inflation mehr und mehr an Wert verlieren.“

Konsumneigung weiterhin überaus hoch

Der Kauflust tut das Neunmonatstief des Einkommensoptimismus dennoch keinen Abbruch. Mit einem gegenüber Juli minimalen Rückgang um einen Zähler auf 55,2 Punkte bleibt der Indikator zur Anschaffungsneigung auf einem überaus hohen Niveau. „Im Vorjahresvergleich wird nur ein Minus von knapp drei Punkten gemessen, was die Stabilität der Konsumneigung unterstreicht“, so die GfK.

Vor diesem Hintergrund bestätigte die GfK ihre zu Beginn des Jahres getroffene Prognose und erwartet weiterhin inflationsbereinigt einen Zuwachs der Konsumausgaben um etwa 1,5 Prozent, schränkt hierzu aber ein: „Die guten Aussichten für die Konsumkonjunktur werden allerdings nur dann erhalten bleiben, solange der Arbeitsmarkt stabil ist, wovon derzeit auszugehen ist und keine weiteren Gefahren von der Preisfront drohen. Ein weiterer Anstieg der Inflation würde dem Konsumklima sicherlich einen Dämpfer versetzen.“

cs/GfK
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