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News, 16.08.2013
Verbraucherpreise steigen schneller
Inflation auf Jahreshoch
Starke Preisanstiege bei Strom und Nahrungsmitteln haben die Inflation in Deutschland weiter angefacht: Im Juli stiegen die Verbraucherpreise binnen Jahresfrist so stark wie seit acht Monaten nicht mehr.
Für landwirtschaftliche Produkte wie Obst und Gemüse mussten Verbraucher im Juli im Schnitt rund elf Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat.
Für landwirtschaftliche Produkte wie Obst und Gemüse mussten Verbraucher im Juli im Schnitt rund elf Prozent mehr zahlen als im Vorjahresmonat.

Der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland beschleunigt sich weiter. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bekannt gab, lagen die Preise für Waren und Dienstleistungen im Juli durchschnittlich 1,9 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats. Eine höhere Jahresteuerung gab es zuletzt in Deutschland im Dezember letzten Jahres, als die Verbraucherpreise um 2,0 Prozent auf Jahressicht gestiegen waren. Gegenüber Juni verteuerte sich das Leben in Deutschland für Verbraucher insgesamt um 0,5 Prozent. Damit liegt die Inflation in Deutschland wieder nurmehr knapp unter dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) definierten Grenzwert für Preisstabilität von 2,0 Prozent. Ökonomen hatten Medienberichten zufolge eigentlich mit einem Rückgang der Jahresteuerungsrate auf 1,7 Prozent gerechnet.

Kartoffeln fast die Hälfte teurer als vor einem Jahr

Ausschlaggebend für die weitere Beschleunigung des Preisauftriebs in Deutschland ist vor allem die starke Teuerung von Nahrungsmitteln. Hierfür mussten deutsche Verbraucher im Juli durchschnittlich 5,7 Prozent mehr zahlen als im Jahr zuvor.  Einen so starken Anstieg der Lebenspreise gab es in Deutschland seit September 2008 nicht mehr. Damals hatte die Jahresteuerungsrate 6,5 Prozent betragen. Besonders die Preise für Speisefette und Speiseöle schnellten stark nach oben. Sie kosteten im Durchschnitt 15,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, Butter verteuerte sich sogar um 30,8 Prozent. Auch Obst und Gemüse kosteten erheblich mehr: Hier erhöhten sich die Preise im Schnitt auf Jahressicht um 11,3 bzw. 11,7 Prozent. Starke Preisanstiege verzeichneten Verbraucher bei Produkten aus der Landwirtschaft vor allem bei Kartoffeln mit einer Jahresteuerung von 44,4 Prozent, aber auch Kopf- und Eisbergsalat (+ 13,8 %) sowie bei Äpfeln (+ 22,3 %) und Bananen (+ 8,4 %). Auch Molkereiprodukte waren deutlich teurer als im Vorjahresmonat (+ 6,1 %), insbesondere H-Milch (+ 18,2 %) und Quark (+ 13,0 %).  Gleiches galt für Eier (+ 7,1 %). Auch für Fleisch und Fleischwaren mussten Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen (+ 4,4 %).

Preistreiber Strom

Deutlich mehr bezahlen mussten Verbraucher auch für Energie. Sie verteuerte sich ebenfalls überdurchschnittlich um 2,9 Prozent. Besonders Strom verteuerte sich erheblich: Hier lagen die Preise im Juli stolze 11,9 Prozent über dem Stand des Vorjahresmonats. Auch für feste Brennstoffe mussten Verbraucher deutlich mehr bezahlen. Sie verteuerten sich gegenüber Juli 2012 im Schnitt um 4,9 Prozent. Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme verteuerten sich auf Jahressicht ebenfalls überdurchschnittlich um 2,6 Prozent. Leichtes Heizöl verbilligte sich dagegen im Schnitt um 3,6 Prozent. Bei den Kraftpreisen gab kaum Bewegung. Sie blieben gegenüber Juli letzten Jahres nahezu konstant (- 0,1 %).

Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich im Juli binnen Jahresfirst um 2,5 Prozent. Neben Energie und Lebensmitteln verteuerten sich hier auch Zeitungen und Zeitschriften (+ 4,1 %) sowie Tabakwaren (+ 3,6 %; darunter Tabak: + 5,2 %; Zigaretten: + 3,6 %). "Letzteres dürfte auf die verspätete Weitergabe der Tabaksteuererhöhung zum Jahresbeginn 2013 zurückzuführen sein." Einige Waren verbilligten sich im Juli aber auch, wie etwa Kaffee (− 4,5 %), Geräte der Unterhaltungselektronik (− 5,1 %) und Informationsverarbeitungsgeräte (− 8,3 %).

Die Preise für Dienstleistungen stiegen weniger stark. Sie kosteten im Schnitt nur 1,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Teurer waren unter anderem Sport- und Erholungsdienstleistungen (+ 4,5 %), Verbundfahrkarten (+ 3,5 %)  und Bahnfahrkarten (+ 3,0 %). Glückspiele verteuerten sich sogar auf Jahressicht im Schnitt um 21,1. "Der deutliche Preisanstieg bei Glücksspielen ergibt sich hauptsächlich aus der Preiserhöhung für die Spieleinsätze bei Lotto „6 aus 49“ im Mai 2013", so das Statistikamt. Günstiger waren dagegen unter anderem Telekommunikationsdienstleistungen (− 1,3 %), Finanzdienstleistungen (− 11,4 %) und ambulante Gesundheitsdienstleistungen (− 12,3 %).

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