VOLLTEXTSUCHE
News, 12.12.2014
Mehr Firmenpleiten im September
Unternehmensinsolvenzen im September erstmals wieder über Vorjahresniveau
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist in Deutschland im September erstmals seit drei Jahren wieder im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Die ersten drei Quartale insgesamt betrachtet mussten jedoch deutlich weniger Unternehmen Insolvenz anmelden als im Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwartet Creditreform sogar so wenige Unternehmensinsolvenzen wie seit 15 Jahren nicht.
Während die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in den ersten Quartalen geringer ausfiel, mussten ehemals Selbstständige häufiger Insolvenz anmelden als im Vorjahr.
Während die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in den ersten Quartalen geringer ausfiel, mussten ehemals Selbstständige häufiger Insolvenz anmelden als im Vorjahr.

Im September ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erstmals wieder leicht im Jahresvergleich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, wurden von den Amtsgerichten im September 2.054 Unternehmensinsolvenzen registriert. Das waren 2,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und ist der erste Anstieg seit knapp drei Jahren. Letztmals eine höhere Zahl an Unternehmensinsolvenzen als im Vorjahresmonat meldeten die Amtsgerichte im Oktober 2011. In den ersten drei Quartalen insgesamt betrachtet gab es jedoch deutlich weniger Unternehmensinsolvenzen. Kumuliert von Januar bis September lag die Zahl der Firmenpleiten mit 18.199 eingeleiteten Insolvenzverfahren 8,7 Prozent unter dem  Niveau des Vorjahreszeitraums.

Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Zeitraum Januar bis September im Handel (inklusive Kfz-Branche). Hier mussten in den ersten drei Quartal 3.469 Unternehmen Insolvenz anmelden. An zweiter Stelle folgte das Baugewerbe mit 3.052 Unternehmensinsolvenzen, gefolgt von den Anbietern freiberuflicher, wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen mit 2.082 Firmenpleiten. Dahinter folgten das Gastgewerbe (1.741 Unternehmensinsolvenzen), sonstige Dienstleister (1.624), das Verarbeitende Gewerbe (1.333) sowie der Zweig Verkehr und Lagerei (1.330).

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für den Zeitraum Januar bis September 2014 auf insgesamt knapp 20,2 Milliarden Euro. Damit ergab sich umgerechnet auf die Gesamtzahl der Unternehmensinsolvenzen eine durchschnittliche Forderungshöhe von etwa einer Million Euro.

Für das Jahr 2014 insgesamt geht das Statistikamt auf Basis der bisherigen Entwicklung von einem Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um knapp sechs Prozent auf etwa 24.500 Unternehmensinsolvenzen aus. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform erwartet für 2014 sogar nur 23.800 Unternehmensinsolvenzen. Das wäre Rückgang um 8,9 Prozent und zugleich der tiefste Stand seit Einführung der Insolvenzordnung vor 15 Jahren. Im kommenden Jahr wird allerdings die Konjunkturabschwächung die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erstmals seit vier Jahr wieder nach oben treiben. Laut Prognose von Creditreform dürfte dann die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf bis 25.000 steigen.

Auch deutlich weniger Verbraucherinsolvenzen

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen lag in den ersten drei Quartalen mit insgesamt 65.255 beantragten Insolvenzverfahren sogar um 5,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im September unterschritt die Zahl der von Amtsgerichten gemeldeten privaten Insolvenzfälle den Vorjahresstand sogar um 8,4 Prozent. Ein besonders starker Rückgang zeigt sich in den ersten drei Quartalen bei den natürlichen Personen, die als Gesellschafter von einer Insolvenz betroffen. Ihre Zahl  verringerte sich im Jahresvergleich um 22 Prozent. Im September unterschritt die Zahl der Insolvenzen hier das Vorjahresniveau sogar um 55 Prozent.

Die Zahl der Insolvenzen von ehemaligen Selbstständigen lag dagegen in den ersten drei Quartalen mit 15.469 Fällen um 1,1 Prozent höher als im Vergleichszeitraum 2013. Unternehmensinsolvenzen, Verbraucherinsolvenzen und sonstige Insolvenzen zusammengerechnet wurden von den Gerichten in den ersten drei Quartalen 101.935 Insolvenzen gemeldet. Das ist im Jahresvergleich ein Rückgang um 5,2 Prozent.

WEITERE NEWS AUS DIESER KATEGORIE
NACHRICHTEN AUS ANDEREN RESSORTS
Erfolgsfaktor Datensicherheit und Datenschutz
Gleich wie gut ein Unternehmen technologisch gegen Cyberkriminalität abgesichert ist: Die letzte ... mehr

SUCHE
Volltextsuche





Profisuche
Anzeige
PRESSEFORUM MITTELSTAND
Pressedienst
LETZTE UNTERNEHMENSMELDUNGEN
BRANCHENVERZEICHNIS
Branchenverzeichnis
Kostenlose Corporate Showrooms inklusive Pressefach
Kostenloser Online-Dienst mit hochwertigen Corporate Showrooms (Microsites) - jetzt recherchieren und eintragen! Weitere Infos/kostenlos eintragen
Anzeige
BUSINESS-SERVICES
© novo per motio KG