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News, 04.06.2012
Arbeitnehmer-Umfrage
Unbezahlte Überstunden in Deutschland die Regel
Die Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland bekommt für Überstunden keinerlei Vergütung. Wenn allerdings ein Überstundenausgleich erfolgt, dann meist in Form von Urlaub, zeigt eine aktuelle Umfrage.
Wie aus der Umfrage hervorgeht, sind Überstunden - ob bezahlt oder unbezahlt - sowohl bei deutschen als auch schweizerischen Arbeitnehmern die Regel.
Wie aus der Umfrage hervorgeht, sind Überstunden - ob bezahlt oder unbezahlt - sowohl bei deutschen als auch schweizerischen Arbeitnehmern die Regel.

Expertenschätzungen zufolge wurden im Jahr 2010 von Arbeitnehmern in Deutschland etwa 2,5 Milliarden Überstunden geleistet, berichtet die Stellenbörse Monster.de. Ungefähr die Hälfte davon erfolgte unbezahlt bzw. ohne einen  Ausgleich. Das gehe aus Erhebungen der Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hervor.  Eine von Monster durchgeführte Umfrage bestätigt jetzt, dass unbezahlte Mehrarbeit in Deutschland Standard ist. So gaben 55 Prozent der in Deutschland befragten Arbeitnehmer an, für Überstunden keinen Ausgleich zu erhalten – weder finanziell, noch in Form von Urlaub oder anderen Gegenleistungen des Arbeitgebers.  Bei 30 Prozent wird Mehrarbeit in Form von Urlaub abgegolten, neun Prozent erhalten ihre Überstunden vergütet, und weitere zwei Prozent bekommen diese anderweitig honoriert. Lediglich vier Prozent der deutschen Arbeitnehmer brauchen keine Überstunden leisten beziehungsweise kommen ohne solche aus.

In der Schweiz sind unbezahlte Überstunden deutlich seltener. Hier bekommen nur 43 Prozent der Arbeitnehmer Mehrarbeit von ihrem Arbeitgeber  weder finanziell noch anderweitig honoriert.  Damit liegt der Anteil der Schweizer Arbeitnehmer ohne jeglichen Überstundenausgleich zwölf Prozentpunkte unter dem in Deutschland. Häufigste Form des Ausgleichs ist auch in der Schweiz die Möglichkeit, die Mehrarbeit durch Urlaub abzutragen (39%). Die Mehrheit bezahlt erhält jedoch auch hier nur eine Minderheit der Arbeitnehmer (12%).

„Arbeitnehmer, die dauerhaft viele Überstunden leisten und dafür keinen Ausgleich bekommen, fühlen sich Studien zufolge häufiger gestresst. Der notwendige Ausgleich zwischen Beruf und Privatleben geht verloren“, sagt Bernd Kraft, Vice President General Manager bei Monster. „Im Hinblick auf den War for Talent sollten Arbeitgeber jedoch verstärkt auf Faktoren wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und flexible Arbeitszeitmodelle achten“, mahnt Kraft. So  könnten Unternehmen demonstrieren, dass sie auf ihre Mitarbeiter achten und zum Beispiel eine ausgewogene Work-Life-Balance bieten.

Abseits dessen, dass Unternehmen langfristig nur von gesunden  und ausgeglichenen Mitarbeiter profitierten, weist Monster darauf hin, dass Arbeitgebern in Sachen Überstunden auch gesetzlich Grenzen gesetzt sind.  „Überstunden dürfen nur geleistet werden, wenn dies im Tarifvertrag, im Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung festgehalten ist oder es dringende betriebliche Gründe nötig machen“, konstatiert die Stellenbörse. Auch was die Dauer und die Zahl der Überstunden angeht, gibt es Grenzen.  „Insgesamt darf die Arbeitszeit jedoch nicht länger als zehn Stunden pro Tag und im halben Jahr durchschnittlich nur acht Stunden täglich betragen“, so Monster.

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