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News, 06.08.2007
Umfrage
Für viele Führungskräfte ist das AGG ein Flop
In wenigen Tagen feiert das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), seinen einjährigen Geburtstag. Für die meisten deutschen Personalleiter scheint dies jedoch kein Grund zur Freude. Einer aktuellen Umfrage zufolge hält die Mehrheit von ihnen das AGG für sinnlos.

Am 18. August 2006 in Kraft getreten, feiert das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, vormals Antidiskriminierungsgesetz und heute zumeist nur AGG genannt, in wenigen Tagen sein einjähriges Bestehen. Die lauten Stimmen der Kritik sind dennoch nicht verstummt, im Gegenteil. Wie aus einer aktuellen Umfrage der europaweiten Online-Stellenbörse StepStone unter 831 Personalverantwortlichen hervorgeht, halten mehr als zwei Drittel (69,4%) der Befragten das AGG für sinnlos.

Obschon auf ein hehres Ziel ausgerichtet, nämlich den arbeits- und privatrechtlichen Schutz von Minderheiten zu verbessern und Benachteiligungen aufgrund personenspezifischer Merkmale wie beispielsweise des Alters oder Geschlechts vorzubeugen, zeigt sich nur eine Minderheit (15,4%) der deutschen Personalmanager vom Sinn und Nutzen des Gesetzes überzeugt. Das mehrheitliche Urteil (64%) jedoch scheint ein anderes und lautet „außer Spesen nichts gewesen“: Nach ihrer Meinung hat sich durch das AGG ihr Arbeitsalltag nicht verändert.

Größte Schwierigkeiten bereitet vielen Personalchefs insbesondere die nach eigener Meinung unsichere Rechtslage, weil das Gesetz noch ziemlich neu sei. Mehr als zwei Drittel (67,1%) der Befragten bekennen damit ein Problem zu haben. Nach Meinung von StepStone ursächlich hierfür sei vor allem ein deutliches Informationsdefizit. Weiterhin als problematisch benannt wurden darüber hinaus die veränderten Vorschriften hinsichtlich der Aufbewahrung von Bewerberdaten (35%) und die neuen Anforderungen zur Sicherstellung AGG-konformer Stellenanzeigen.

„Die Ergebnisse unserer Befragung zeigen: Das AGG ist ein ungeliebtes Gesetz“, kommentiert Susanne Stollhoff, Group Legal Director von StepStone, die Umfrageergebnis. Nach Einschätzung von Stollhoff sei dieser Umstand jedoch nicht nur auf die Inhalte des AGG zurückzuführen, sondern auch auf die nach wie vor großen Unsicherheiten bei deren Umsetzung. So enthalte das AGG zahlreiche auslegungsbedürftige Begriffe, für die es jedoch nur wenige Präzedenzfälle aus der Rechtssprechung gebe, weshalb man durchaus von einer vorhandenen Rechtsunsicherheit sprechen könne, so Stollhoff.

 

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