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News, 04.02.2009
Studie
Technologien, Medien und Telekommunikation – Trends 2009
Deloitte zufolge wird das Jahr 2009 Geschäftsmodelle, die auf dem Mitmach-Internet basieren, auf eine harte Probe stellen. Gleiches gilt für die Anbieter von Printmedien, die schwer zu kämpfen haben werden. Zu den Gewinnern werden unter anderem das Fernsehen und unternehmensinterne Social Networks zählen.
Die weltweite Wirtschaftskrise wird im Technologie-, Medien- und Telekommunikationssektor (TMT) ihre Spuren hinterlassen, prognostizieren die Analysten von Deloitte. Zugleich entstünden jedoch neue Chancen: Während die Printmedien Deloitte zufolge weiter unter Druck geraten werden, erlebt das Fernsehen eine Renaissance. Im Technologiebereich erfahren demnach Marken aus dem Premium-Segment und Discount-Produkte wie kostenorientierte Zweitmarken einen deutlichen Bedeutungszuwachs. Der mobile Telekommunikationsmarkt wird im Zeichen des Themas „Konvergenz“ stehen, wobei die Netzbetreiber und die Applikationsanbieter durch verstärkte Kooperationen zusätzliche Potenziale erschließen werden. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Deloitte-Report „TMT Predictions 2009“zu den Entwicklungen und Perspektiven in der Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche (TMT) im Krisenjahr 2009.

Medien: Konsolidierung im Printbereich

Während das Fernsehen von der Krise profitieren wird, steht das Jahr 2009 für viele Printformate unter keinem guten Stern. So werden die Anzeigenumsätze Deloitte zufolge weiter sinken und 10 Prozent der Publikationen das Krisenjahr nicht überleben. Gleichwohl könnten neue, internetbasierte Geschäftsmodelle helfen, die Überlebenschancen der Verbleibenden entscheidend zu verbessern. Demgegenüber wird das Fernsehen laut Deloitte ganz klar zu den Gewinnern zählen. Zwar stelle sich der Fernseh-Werbemarkt auch weiterhin als schwierig dar, gleichzeitig steige aber durch die Digitalisierung die Attraktivität bewegter Bilder: „Das Fernsehen ist nach wie vor die beste Möglichkeit, Reichweite zu generieren und es bietet Nutzern unter den verfügbaren Unterhaltungsmöglichkeiten gerade in Krisenzeiten die preisgünstigste «Zerstreuung»“, so die Analysten.

Mobilfunk: Konvergenz ist das zentrale Thema

Deloitte zufolge steht der Mobilfunk-Markt ganz im Zeichen der Konvergenz, wonach die Metamorphose des Handys zum Multifunktionsgerät angesichts immer leistungsfähigerer Linsen und Sensoren zur Fotografie, der steigenden Musikwiedergabequalität sowie größere Displays und Speicher kurz vor dem Durchbruch steht. Damit wird das Handy sowohl in funktionaler Hinsicht als auch preislich immer attraktiver, da es so manchem Nutzer – je nach Qualitätsanspruch – in vielen Fällen den Erwerb der deutlich teuren Einzelkomponenten spart.

Ein weiterer wesentlicher Faktor, der im Mobilfunk-Markt laut Deloitte entscheidend sein wird, fällt unter das Stichwort „Integration“, demnach die Netzbetreiber und Applikationsanbieter verstärkt auf Kooperationen setzen werden. „In diesem Jahr werden User weltweit etwa 10 Milliarden zusätzliche Applikationen auf ihre Mobiltelefone laden. Die Mobilfunkanbieter können durch erhöhte Netzauslastung, Serviceofferten an die Applikationsanbieter sowie Co-Branding davon profitieren“, erläutern die Experten.

Eine gegensätzliche Entwicklung zeigt sich hingegen im Bereich der Unternehmen, die mittlerweile eher einen „Communication Overkill“ verzeichnen. Danach verbringt ein Angestellter jeden Tag im Schnitt allein zwei Stunden nur mit E-Mails. Deshalb werden Unternehmen laut Deloitte verstärkt darauf bedacht sein, solche Kostentreiber einzudämmern  und die geschäftliche Kommunikation über unternehmensinterne Social Networks, wie beispielsweise Wikis oder Communities, nutzbringend zu kanalisieren.

User Generated Content: Mitmach-Internet wird neu bewertet

Die Bewältigung, Speicherung und Distribution steigender Datenmengen stellt inzwischen eine echte Herausforderung dar und wird dem Bericht zufolge zu einem immer größer werdenden Kostenfaktor. „Bis vor kurzem noch als Zukunftsmodell gesehen, könnte das „Mitmach-Internet“ angesichts seiner Vermarktungsproblematik im Jahr 2009 einen Dämpfer erhalten“, so Deloitte. Das Problem: zu wenig Mediennutzer halten Werbung hier für einflussreich. Im Aufwind sehen die Experten dagegen die mobile Werbung: „Sie könnte sich erfolgreich gegen andere Kanäle positionieren, denn der Empfänger ist stets verfügbar und weist ein klares Verbraucherprofil auf.“
 
(IT-)Technologien: lieber schlicht und kostengünstig

In puncto IT und Technologieauswahl geht der Trend zu mehr Einfachheit. „Bei der IT-Ausstattung in Unternehmen werden beispielsweise kostenorientierte Zweitmarken vielfach der teureren Markenware vorgezogen – wobei Einkäufer Qualität und Kosten sorgfältig gegeneinander abwägen“, so die Prognose der Experten. Der Trend zur Einfachheit zeigt sich Deloitte zufolge auch im Siegeszug der Mini-Notebooks (Netbooks), bei denen jedoch - trotz hoher Nachfrage - mit einem Preisverfall zu rechnen sei.
 
„Innovative Geschäftsmodelle der jüngsten Vergangenheit werden durch die Wirtschaftskrise auf den Prüfstand gestellt. Das betrifft beispielsweise User Generated Content, aber auch Social-Network-Angebote. Die Möglichkeiten, hiermit Geld zu verdienen, sind bisher gering, Aufwand und Risiko aber hoch“, erklärt Andreas Gentner, Partner TMT bei Deloitte. Gleichzeitig zwinge die Wirtschaftskrise die TMT-Unternehmen, drastisch zu sparen und immer aggressiver neue Einnahmequellen zu erschließen: „Effizienzsteigerung im Kerngeschäft, ohne dabei den Strukturwandel und die Innovationen aus den Augen zu verlieren sowie rechtzeitig dort zu investieren, stehen jetzt auf der Tagesordnung“, meint der TMT-Experte weiter. „Am wichtigsten werden jedoch kurz- und mittelfristig die Erschließung neuer Geschäftsmodelle und die Synergien durch Kooperationen sein“, so Gentners Fazit.

Eine englischsprachige Komplettfassung der Deloitte-Studie zu den Entwicklungen und Perspektiven in den Bereichen Medien, Technologien und Telekommunikation steht in Form von drei Reports zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Quelle: Deloitte

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