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News, 27.03.2014
Studie zum Mitarbeiterengagement
Deutsche Arbeitnehmer im Job nur mittel motiviert
Deutsche Arbeitnehmer zeigen in Sachen Arbeitszufriedenheit und Mitarbeiterengagement nur bedingt Begeisterung für ihren Job, zeigt eine Studie. Die zufriedensten und engagiertesten Arbeitnehmer finden sich in Indien.

Arbeitnehmer in Deutschland sind verglichen mit vielen anderen Ländern, wenn es um ihre Arbeit geht, nur mittelmäßig motiviert. Das zeigt der jährlich weltweit erhobene Engagement-Index, eine Panel-Studie zum Mitarbeiterengagement der Managementberatung Kienbaum. Danach liegt Deutschland mit einem Index-Wert von 58 Prozent, was die Arbeitszufriedenheit und das Engagement der arbeitenden Bevölkerung angeht, im weltweiten Länder-Ranking nur im Mittelfeld. Unter den Ländern in Europa nimmt Deutschland das Mitarbeiterengagement betreffend lediglich Platz 7 ein, deutlich hinter der Schweiz, den Niederlanden und Österreich. Im Rahmen der Studie wurden zur Ermittlung des Engagement-Wertes n diesem Jahr laut Kienbaum insgesamt rund 7.400 Arbeitnehmer aus den 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen zur ihren Arbeitsaufgaben, beruflichen Perspektiven, der Führungskultur in ihrem Unternehmen und der von ihnen im Job empfundenen Wertschätzung befragt.

Am zufriedensten sind deutsche Arbeitnehmer mit ihren Arbeitsaufgaben und -inhalten sowie den Rahmenbedingungen in ihrem Unternehmen insgesamt. Positiv bewerten deutsche Arbeitnehmer vor allem, dass sie im Job gefordert werden und sie von Vorgesetzten das Gefühl vermittelt bekommen, zum Erfolg des Unternehmens beizutragen. Auch sind viele stolz auf ihren Arbeitgeber und empfehlen ihr Unternehmen infolgedessen gerne weiter. Große Defizite sehen Deutschlands Arbeitnehmer dagegen die Führungsstärke ihrer Chefs sowie die Innovationskultur betreffend. So beklagt ein Großteil der 2.500 befragten Arbeitnehmer in Deutschland vor allem mangelhafte Kommunikations- und Führungsfähigkeiten der Unternehmensleitung. Auch vermissen viele bei ihrem Arbeitgeber die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen, sowie die Bereitschaft, Ideen zu fördern und innovative Mitarbeiter entsprechend zu unterstützen.

„Die deutschen Arbeitnehmer werden selbstbewusster und wollen mehr eingebunden werden in Entscheidungen der Chefs“, so Jan-Marek Pfau, Projektleiter der Studie bei Kienbaum in Berlin. Leider spielten allerdings die Chefs hier oft nicht mit. „Das ist ein Fehler. Dabei geht das heute mit moderner Technik viel leichter als noch vor zehn Jahren“, so Pfau.

Mitarbeiterzufriedenheit im öffentlichen Dienst am schlechtesten


Am unzufriedensten in ihrem Job sind Bedienstete im öffentlichen Dienst. Bei ihnen weist die Studie in diesem Jahr nur einen Index-Wert von 55 Punkten aus. Die motiviertesten und entsprechend engagiertesten Arbeitnehmer finden sich im Dienstleistungssektor. Hier errechnete die Studie mit 63 Punkten den höchsten Engagement-Wert. Auf dem zweiten Platz folgt die Finanz- und Versicherungsbranche mit einem Wert von 62 Punkten. „Dass öffentlich Bedienstete weniger zufrieden sind als in anderen Branchen liegt hauptsächlich an dem fehlenden individuellen Spielraum der Mitarbeiter. Denn Karrieren im öffentlichen Dienst sind häufig klar vorgezeichnet und bieten kaum Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung“, erläutert Pfau.

Indische Arbeitnehmer am motiviertesten

Die zufriedensten und engagiertesten Arbeitnehmer finden sich in Indien. Hier weist die Studie das vierte Jahr in Folge mit einem Index-Wert von 74 Punkten das vierte Jahr in Folge den höchsten Engagement-Wert aus. Den zweiten Platz im Zufriedenheitsranking belegen die Chinesen mit 66 Prozent bzw. Punkten, gefolgt von Arbeitnehmern in Australien und Russland mit jeweils 65 Punkten. Global notiert der Index aktuell auf einem Stand von 59 Punkten. Damit hat sich die Arbeitszufriedenheit der Arbeitnehmer im Durchschnitt aller Länder gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht (2013: 58 Punkte).

Steigende Mitarbeiterzufriedenheit in Russland

Deutlich verbessert hat sich die Arbeitszufriedenheit in Russland. Hier legte die Index-Wert gegenüber dem Vorjahr um neun auf 65 Punkte zu. Damit verbesserte sich Russland im globalen Zufriedenheitsranking von Platz 14 im Vorjahr auf den vierten Rang. „Veränderte Arbeitsbedingungen sind die Haupttriebkraft für eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit. Denn der teils erhebliche Fachkräftemangel in Russland zwingt die Unternehmen, auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter stärker einzugehen, um sie in der Firma zu halten. Das wirkt sich positiv auf das Engagement der Mitarbeiter aus“, so Jan-Marek Pfau. „Nachholbedarf besteht lediglich in Sachen Work-Life-Balance. Hier hat sich die Bewertung im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozentpunkte verschlechtert.“

Japan weiterhin das Schlusslicht

In Japan sind die Arbeitnehmer am unzufriedensten: Mit einem Index-Wert von 42 Punkten kann hier, was die Arbeitswelt angeht, von einem Land des Lächeln wie bereits im Vorjahr keine Rede sein. Im Gegenteil: Verglichen mit dem Vorjahr hat sich die Arbeitszufriedenheit sogar noch einmal deutlich verschlechtert (2013: 48 Punkte). „Vor fünfzehn Monaten hat Premierminister Shinzō Abe sein Amt angetreten, um Japan nach zwei Jahrzehnten wirtschaftlicher Stagnation wieder zu alter Stärke zurückzuführen. Mit eisernem Reformwillen soll sein Land wieder als asiatische Führungsmacht etabliert werden. Doch gerade diese Wirtschaftsreformen wirken sich negativ auf die Arbeitsplatzzufriedenheit aus, weil sie die Mitarbeiter  stark verunsichern“, so Pfau.

Besonders stark zu wünschen übrig lässt das Arbeitsklima auch in Hong Kong, wo die Studie derzeit einen Index-Wert von 48 Punkten ausweist. In Großbritannien sieht es aktuell kaum besser aus: Hier notiert der Indikator zur Arbeitszufriedenheit gerade mal bei 49 Punkten. In Spanien und in Frankreich zeigt der Index mit 53 beziehungsweise 55 Punkten mit Blick auf eine motivierende Arbeitswelt ebenfalls erheblichen Verbesserungsbedarf.

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