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News, 09.01.2019
Gründer verzichten auf Schutz gegen Arbeitslosigkeit
Immer weniger Selbstständige mit Arbeitslosenversicherung
Auch Selbstständige können sich gegen Arbeitslosigkeit versichern. Wie eine aktuelle Studie jedoch zeigt, ist die Zahl der Selbstständigen, die über Arbeitslosenversicherung verfügen, in den letzten Jahren stark zurückgegangen.
Immer weniger Selbstständige nutzen die Möglichkeit, sich gegen Arbeitslosigkeit zu versichern. Dabei steht die Arbeitslosenversicherung auch allen Selbstständigen offen, wenn sie vor dem Schritt in die Selbstständigkeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt oder Arbeitslosengeld-Bezieher waren. Während im Jahr 2013 hierzulande allerdings noch 145.000 Selbstständige gegen Arbeitslosigkeit versichert waren, hat sich ihre Zahl binnen von vier Jahren auf 81.000 in 2017 fast halbiert. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Blickt man auf die Zahl der bewilligten Anträge, hat der Abschluss einer Arbeitslosenversicherung für Selbstständige noch stärker an Attraktivität verloren. So hatten im Jahr 2014 noch fast 19.000 Existenzgründer eine Arbeitslosenversicherung abgeschlossen, 2017 dagegen nur mehr gut 8.000.

Den Grund für das stark gesunkene Interesse von Selbstständigen am Abschluss einer Arbeitslosenversicherung sieht das IAB vor allem darin, dass bei der Arbeitslosenversicherung für Selbstständige die Beitragshöhe und die Höhe des Anspruchs auf Arbeitslosengeld entkoppelt sind. So hängt die Höhe der Arbeitslosenversicherungsbeiträge bei Selbstständigen anders als bei Beschäftigten nicht von der Höhe des Verdienst ab: Versicherte in Ostdeutschland zahlen pauschal rund 80 Euro im Monat, Versicherte in Westdeutschland gut 90 Euro. Die Höhe des möglichen Arbeitslosengeldes bemisst sich dagegen am vor der Selbstständigkeit bezogenen Lohn beziehungsweise Arbeitslosengeld sowie dem Bildungsabschluss.

„Bei Arbeitslosen, die in den letzten zwei Jahren vor Beginn der Arbeitslosigkeit mindestens 150 Tage Arbeitsentgelt aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung erzielt haben, berechnet sich das Arbeitslosengeld anhand des früheren Arbeitseinkommens. Andernfalls wird ein fiktives Arbeitsentgelt zugrunde gelegt, das sich anhand von vier Qualifikationsstufen unterscheidet“, so das IAB. Die Folge: Während Selbstständige ohne Kinder mit Steuerklasse III monatlich als Arbeitslosengeld ohne Berufsabschluss nur etwa 850 Euro erhielten, seien es bei Selbstständigen ohne Kinder mit Hochschulabschluss bis zu 1.500 Euro.

„Entsprechend steigt die Neigung zum Versicherungsabschluss mit dem Bildungsstand und dem vorherigen Lohn. Auch ein höheres Lebensalter und eine längere Arbeitslosigkeitsdauer vor der Selbstständigkeit erhöhen die Wahrscheinlichkeit, die Versicherung abzuschließen“, so das IAB.

Die IAB-Studie steht kostenfrei zum Download zur Verfügung.

cs/IAB; Bild: Free Photos / pixabay; Lizenz: Creative Commons
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