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News, 23.02.2015
Arbeitsmarktstudie
Immer mehr Deutsche haben Teilzeit-Job
Immer mehr Frauen in Deutschland gehen einem Teilzeit-Job nach. Aber auch Männer arbeiten immer häufiger in Teilzeit: Hier hat sich seit der Wiedervereinigung der Anteil der Teilzeit-Jobber einer Studie nach sogar vervierfacht.
Bei den Frauen sind deutlich häufiger familiäre Gründe (Kinderbetreuung oder Pflege) ausschlaggebend für die Teilzeitarbeit als bei den Männern.
Bei den Frauen sind deutlich häufiger familiäre Gründe (Kinderbetreuung oder Pflege) ausschlaggebend für die Teilzeitarbeit als bei den Männern.

Die Teilzeitarbeit hat in Deutschland in den letzten 25 Jahren stark an Stellenwert gewonnen. Im Jahr 2014 waren elf Millionen Frauen in Deutschland in Teilzeit beschäftigt, doppelt so viele wie 1991. Die Beschäftigungsquote von Frauen, also der Anteil der erwerbstätigen Frauen an der weiblichen Bevölkerung, erhöhte sich im selben Zeitraum sogar um mehr als ein Fünftel (21 %). Der Anteil der Frauen an der Gesamtzahl der Beschäftigten in Deutschland lag im Jahr 2014 um fünf Prozentpunkte über dem Niveau von 1991. Das hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in einer Studie zur Entwicklung der Erwerbs- und Arbeitszeitmuster seit der Wiedervereinigung ermittelt. Noch sehr viel stärker legte allerdings die Teilzeitarbeit bei den Männern zu: Während 1991 gerade einmal 4,4 Prozent der Männer teilzeitbeschäftigt waren, hat sich ihr Anteil mit 20,1 Prozent im Jahr 2014 seitdem nahezu verfünffacht (+ 3,0 Mio. Teilzeit-Jobber). Der Anteil der Frauen mit einem Teilzeit-Job lag im vergangenen Jahr bei 57,7 Prozent, gegenüber 35 Prozent zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung.

Teilzeit-Job bei Frauen nur selten „aus der Not heraus“

Blickt man auf die Gründe für die Teilzeit-Tätigkeit gibt es zwischen den Geschlechtern deutliche Unterschiede. So nannten in der Studie nur 14,7 Prozent der Frauen als Grund für ihre Teilzeitarbeit, dass sie bislang keine Vollzeitstelle finden konnten. Bei den Männern nannte dies dagegen mit 26,4 Prozent ein fast doppelt so hoher Anteil als Begründung. Demgegenüber nennen Männer mit 26,4 Prozent rund viermal so häufig ein Studium oder eine Aus- und Weiterbildung als Grund für ihren Teilzeit-Job an (Frauen: 6,4 %).

Noch größer ist die Diskrepanz mit Blick auf familiäre bedingte Gründe. So gibt auf Seiten der Frauen rund die Hälfte der Befragten „persönliche und familiäre Verpflichtungen“ (25,5 %) oder die Betreuung von Kindern/Pflegebedürftigen (25,7 %) als Grund an, von den Männern nennt dagegen nicht einmal ein Zehntel diese Gründe (Verpflichtungen: 4,1 %; Betreuung: 2,7 %). Jeweils ein weiteres gutes Fünftel der Befragten nannte „sonstige Gründe“, weshalb sie keiner Vollzeittätigkeit nachgehen wollen (Frauen: 20,6 %; Männer: 21,4 %), bei 2,7 Prozent der Frauen und 7,1 Prozent der Männer waren es gesundheitliche Gründe.

„Erwerbsbeteiligung und Arbeitszeitmuster von Frauen und Männern unterscheiden sich nach wie vor erheblich. Bei Frauen entscheidet insbesondere die familiäre Situation, ob und in welchem Umfang sie beschäftigt sind“, so IAB-Forscherin Susanne Wanger. Dabei zeigt sich bei Paaren mit Kindern, dass die klassische Rollenverteilung mit dem Mann als Hauptverdiener in Vollzeit und der Frau als Teilzeit-Jobberin mit einem Anteil von 45 Prozent weiterhin das dominierende Modell ist. „Lediglich bei einem Viertel der Paare mit Kindern haben beide Partner in etwa die gleiche Arbeitszeit und auch eine Realisierung der gewünschten Arbeitszeiten würde an der Verteilung der partnerschaftlichen Erwerbszeiten nur wenig ändern“, so das IAB.

Zu einer ausgewogeneren Aufteilung der Arbeitszeiten zwischen Männern und Frauen könnten Wagner zufolge passende Arbeitszeitmodelle und finanzielle Anreize für eine partnerschaftliche Arbeitszeitverteilung beitragen. Denn längerfristige Teilzeitphasen zögen Nachteile bei Einkommen, Karriere und Alterssicherung nach sich.

Die Studie steht zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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