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News, 27.10.2011
Sinkende Mitarbeiterbindung
Jede Dritte plant Arbeitgeberwechsel
In vielen deutschen Unternehmen steht es um die Mitarbeiterbindung nicht zum Besten, allen voran die Loyalität des Führungspersonals: Fast jede zweite Führungskraft in Deutschland denkt laut einer aktuellen Studie derzeit ernsthaft über einen Stellenwechsel nach.
Am niedrigsten ist die Loyalität dem eigenen Arbeitgeber gegenüber bei jungen Arbeitnehmern
Am niedrigsten ist die Loyalität dem eigenen Arbeitgeber gegenüber bei jungen Arbeitnehmern
Die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland lässt viele Arbeitnehmer, vor allem aber Fach- und Führungskräfte aktuell nach neuen Horizonten streben. Das zeigen die Ergebnisse  einer neuen  Studie von Mercer, für die die Managementberatung im ersten Halbjahr rund 30.000 Arbeitnehmer aus 17 Ländern, darunter 2.000 Angestellte aus deutschen Unternehmen, zu verschiedenen Aspekten des Mitarbeiterengagements befragt hat. Danach ziehen derzeit 33 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland ernsthaft einen Wechsel ihres Arbeitgebers in Betracht. Die höchste Neigung, sich beruflich zu verändern, zeigen Führungskräfte. Hier erwägt nach eigener Auskunft sogar fast die Hälfte der Befragten (47%), das eigene Unternehmen zu verlassen. Bei den Angestellten ohne leitende Funktion dagegen spielen nur 27 Prozent mit diesem Gedanken. Dabei zeigt sich, dass die Wechselwilligkeit bei jungen Arbeitnehmern sehr viel stärker ausgeprägt ist als bei Angestellten höherer Altersklassen: Während von den Befragten im Alter bis 24 Jahren fast 50 Prozent nach neuen Ufern streben, und bei 25-bis 34-Jährigen noch immerhin 40 Prozent einen Arbeitgeberwechsel planen, erklärten dies in der Altersgruppe der 55- bis 64-Jährigen nur 21 Prozent. In diesem Kontext zeigt die Studie, dass der Grad der Mitarbeiterbindung nicht allein

„Angesichts eines sich verstärkenden Wettbewerbs um Talente müssen diese Ergebnisse die Unternehmen aufhorchen lassen. Die Fluktuationsgefahr von wertvollen Talenten führt in einer immer komplexeren Unternehmensrealität zu ganz neuen Problemen hinsichtlich der Produktivität, der Profitabilität sowie des Engagements verbleibender Leistungsträger“, sagt Fridtjof Helemann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Mercer in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In diesem Kontext zeigt die Studie, dass es für einen hohen Grad der Mitarbeiterbindung mehr braucht, als dass die Mitarbeiter insgesamt zufrieden sind. Denn obschon sich 75 Prozent mit ihrer Arbeit und immerhin 71 Prozent mit ihrem Arbeitgeber alles in allem zufrieden zeigen, fühlt sich nur gut die Hälfte (55%) dem eigenen Unternehmen „sehr verpflichtet“. Vor sechs Jahren, im Rahmen der ersten Erhebung der Studie (2004), hatten dies noch 85 Prozent der deutschen Arbeitnehmer so empfunden.

„Diese Zahlen verdeutlichen, dass sich die Beziehung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber derzeit auf einem kritischen Wendepunkt befindet“, so Helemann. Dies zwinge Unternehmen, den Gründen für diese Entwicklung auf den Grund zu gehen und geeignete Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

Grundgehalt am wichtigsten

Wie aus der Studie hervorgeht, stellt die Höhe des Grundgehalts das wichtigste Element im Wertgefüge der Mitarbeiter dar. Immerhin 52 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind mit der Fix-Vergütung zufrieden, was allerdings im Umkehrschluss bedeutet, dass fast die Hälfte der Befragten nicht mit ihrem Grundgehalt zufrieden ist. „Viele Unternehmen setzen bei ihrer Vergütung auf Marktkonformität. Diese ist ohne Zweifel ein wichtiges Kriterium, aber vor dem Hintergrund der wachsenden Wechselbereitschaft muss man sich fragen, ob Konformität alleine heute noch ausreicht, um die Leistungsträger an das Unternehmen zu binden“, so Helemann.

Auf dem zweiten Platz der wichtigsten Faktoren rangiert die Art der Arbeit. In diesem Punkt erklärten immerhin gut acht von zehn befragten Arbeitnehmern, dass sie mit ihrem Job zufrieden seien. Allerdings hat sich der Anteil derer, die ihre Arbeit, zumindest teilweise, auch als ein Feld zur Selbstverwirklichung erfahren, deutlich verringert: Während in der Vorgängerstudie im Jahr 2004 noch 69 Prozent erklärten, dass ihnen ihr Job ein Gefühl von Selbstverwicklung gebe, empfindet dies inzwischen nurmehr 58 Prozent der Mitarbeiter so.

Dritthöchsten Stellenwert im Ranking der aus Sicht von Arbeitnehmern entscheidenden Faktoren genießt die Höhe und Gestaltung der variablen Gehaltsbausteine. Auf den weiteren Plätzen folgen flexible Arbeitszeiten sowie der Wunsch, für ein respektables Unternehmen zu arbeiten. Letztgenannter Punkt scheint vielfach auch erfüllt. So erklärten immerhin 58 Prozent der in Deutschland befragten Arbeitnehmer, stolz zu sein, in ihrem Unternehmen zu arbeiten. Noch mehr, nämlich 65 Prozent, würden ihr Unternehmen zumindest als guten Arbeitgeber weiterempfehlen.
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