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News, 18.06.2013
Abhängigkeit von Rohstoff-Importen
Metalle – Industrie hat Sorge um die Versorgung
Die Unternehmen in der rohstoffarmen Bundesrepublik sind komplett auf den Import von Metallen angewiesen. Eine zunehmend unbequeme Lage, denn der internationale Rohstoffhandel ist noch lange nicht frei und fair.*)
2010 wurden fast drei Viertel aller Verpackungsabfälle in Deutschland recycelt. Bei Stahl und Aluminium lag die Recycling-Quote sogar bei 93 bzw. 87 Prozent.
2010 wurden fast drei Viertel aller Verpackungsabfälle in Deutschland recycelt. Bei Stahl und Aluminium lag die Recycling-Quote sogar bei 93 bzw. 87 Prozent.

Vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln

Nicht nur in Handys sind sie unentbehrlich, Metalle wie Kupfer, Stahl oder Kobalt stecken auch in vielen anderen Alltagsgeräten – vom Akkuschrauber bis zum Navi. Herzschrittmacher, Autos und Windräder kommen ebenfalls nicht ohne aus. Viele dieser Produkte werden in Deutschland hergestellt, obwohl es hierzulande keine nennenswerte Förderung von Metallrohstoffen gibt:

Die deutsche Industrie muss die benötigten Metalle zu 100  Prozent importieren.

Die meisten Rohstoffe werden jedoch nicht direkt nach Deutschland eingeführt, sondern indirekt über die Zulieferer  von  Vorprodukten.  Ein Lieferantenausfall hätte daher ernste Konsequenzen:

Rund 52 Prozent der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes gehen von negativen Auswirkungen aus, falls ein Lieferant von metallenen Vorprodukten längerfristig ausfällt.

Zu den Lieferrisiken kommt ein immenser Preisdruck: Seit 1999 stieg der  Industriemetallpreisindex, der die wichtigsten Metalle für die deutsche Industrie erfasst, um das Zweieinhalbfache.

Da all diese Rohstoffe importiert werden müssen, schränkt die Preisexplosion die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Firmen ein: So sieht sich  rund  die  Hälfte  der  Betriebe benachteiligt gegenüber Wettbewerbern, die ihren Sitz in Rohstoffländern  haben.  Diese  Konkurrenten profitieren nicht nur von niedrigeren Einkaufspreisen für Metallrohstoffe, sie müssen oft auch weniger Auflagen beachten, werden mittels Handelsschranken  bevorteilt und  tragen aufgrund  der  kürzeren Wege ein geringeres Transportrisiko.

Die deutsche Industrie hat auf diese Entwicklung bereits  reagiert. Vor allem größere Unternehmen versuchen, ihre Rohstoffrisiken zu minimieren, indem sie langfristige Verträge mit mehreren Lieferanten abschließen. Außerdem wird ein Produkt  heutzutage  mit  durchschnittlich 30 Prozent weniger Rohstoffen hergestellt als noch 1994.

Kleinere Betriebe tun sich allerdings noch schwer. Jedes vierte Kleinunternehmen in Deutschland unternimmt gegen Versorgungsrisiken gar nichts. Das mag auch daran liegen, dass manche Betriebe –  unabhängig von ihrer Größe – nicht wissen, ob und welche Rohstoffe in ihren Produkten stecken: Jedes zehnte Unternehmen in Deutschland kann keine Angaben darüber machen, ob Leichtmetalle in seinen Vorprodukten oder in den eigenen Produkten verarbeitet werden.

Nur  drei  von  vier  Unternehmen wissen, ob in ihrer Herstellung Seltene Erden benötigt werden.

Doch nicht nur die Industrie kann dafür sorgen, dass für ihre Produktion genügend Rohstoffe verfügbar sind, auch der Politik kommt eine Schlüsselrolle zu. Zu ihren Aufgaben zählt  es  z.B.,  auf internationaler Ebene für einen freien und fairen Rohstoffmarkt einzutreten sowie die Forschungsförderung  auszubauen, um die Rohstoffeffizienz, das Recycling sowie die Entwicklung neuer Fertigungsprozesse zu forcieren.

*) Gutachten Hubertus Bardt,  Hanno Kempermann,  Karl Lichtblau:  Rohstoffe für die Industrie: http://www.iwmedien.de/studien/gutachten

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