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News, 25.08.2014
Risiko der Überschuldung steigt
SchuldnerKlima in Deutschland trübt sich ein
Die Neigung der Deutschen, Geld auf die hohe Kante zu legen, ist so gering wie nie. Gleichzeitig nehmen immer mehr Verbraucher Kredite auf. Die Folge: der Anteil der von Überschuldung betroffenen Privathaushalte könnte in den nächsten Monaten in Deutschland deutlich steigen.
Laut SchuldnerKlima-Barometer hat gut jeder achte Deutsche Sorge, dass ihn die aktuelle Schuldenlast erdrücken könnte. (Grafik: Boniversum)
Laut SchuldnerKlima-Barometer hat gut jeder achte Deutsche Sorge, dass ihn die aktuelle Schuldenlast erdrücken könnte. (Grafik: Boniversum)
Das SchuldnerKlima in Deutschland trübt sich ein. Nach einer Erholung im Frühjahr ist die Sparneigung in Deutschland auf ein Allzeittief gesunken. Zugleich hat sich der Anteil der Verbraucher, die mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfen, erhöht. Das zeigt der SchuldnerKlima-Index des Bonitätswerks Creditreform Boniversum. So gab der vierteljährlich erhobene Indikator, der die Konjunkturerwartungen, finanziellen Verpflichtungen (Kreditaffinität) und die empfundene finanzielle Überforderung von Verbrauchern in Deutschland widerspiegelt, um 3,8 Zähler auf 101,9 Punkte nach. Damit notiert der Indikator zwar noch immer im positiven Bereich, allerdings nur mehr leicht über der für ein positives SchuldnerKlima definierten 100-Punkte-Grenze. Je niedriger der Index ist, desto schlechter ist das SchuldnerKlima und desto wahrscheinlicher sind steigende Schuldnerzahlen – und umgekehrt.

„Das SchuldnerKlima hat sich aktuell wieder eingetrübt, was bedeutet, dass das Überschuldungsrisiko für die deutschen Verbraucher wieder angestiegen ist. Für die nächsten Monate gehen wir davon aus, dass die Schuldnerzahlen in Deutschland eher steigen, denn abnehmen werden“, so Boniversum-Geschäftsführer Siebo Woydt.

Sparneigung sinkt auf Allzeittief


Der Konjunkturoptimismus sowohl die aktuelle als auch künftige eigene wirtschaftliche Lage betreffend ist im Sommer gesunken. So stuften in der Juli-Erhebung nur mehr 30 Prozent der Befragten ihre aktuelle Lage als sehr gut oder gut ein. In der im April durchgeführten Frühjahres-Umfrage hatten dies noch 32 Prozent der Deutschen so gesehen. Im Hinblick auf die weitere Entwicklung trübte sich die Stimmung ebenfalls leicht ein, demnach mit 34 Prozent etwas weniger Befragte ihre wirtschaftliche Zukunft als sehr gut oder gut bewerten als im Frühjahr (35 %). Daneben ist die Neigung zum Sparen so gering wie nie. So ist der Anteil der Verbraucher, die nach eigener Auskunft regelmäßig sparen, gegenüber der Erhebung im Frühjahr um 10 Prozentpunkte auf nunmehr 29 Prozent gesunken. Das ist der niedrigste jemals in der Boniversum-Studie gemessene Wert.

„Wir gehen davon aus, dass die Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank Auslöser für den deutlichen Rückgang der Sparneigung ist, denn Sparen ohne einen erwartbaren Zinsertrag ist verständlicherweise für die Verbraucher unattraktiv“, so Woydt.

Wieder wachsendes Interesse an Krediten


Im Sommer hatten 59 Prozent der Deutschen Schulden in Form von Krediten oder sonstigen Verbindlichkeiten. Das waren etwas weniger als noch im Frühjahr (60 %). Die Neigung, Kredite aufzunehmen, scheint jedoch wieder zuzunehmen: Während im Frühjahr nur 32 Prozent der Befragten vorhatten, private Konsumvorhaben über Kredite zu finanzieren,  sind es nun 34 Prozent, die in den nächsten Monaten für geplante Anschaffungen Kredite aufzunehmen planen. Dabei ganz oben der Liste der kreditfinanzierten Anschaffungsvorhaben: kleinteilige Güter wie Computer und Unterhaltungselektronik.

Schuldenstress nimmt zu

Im Sommer hat sich der Anteil der befragten Deutschen, die finanzielle Sorgen planen, deutlich erhöht. So hatten im Juli 13 Prozent der Deutschen das Gefühl, dass sie die Schuldenlast beziehungsweise finanziellen Verbindlichkeiten erdrücken könnten. Im Frühjahr waren es nur 10 Prozent, die sich in dieser Hinsicht Sorgen machten. Laut Boniversum sind es überwiegend Frauen, die derzeit subjektiven Schuldenstress empfinden. Interessant: Trotz insgesamt vermehrtem Schuldenstress hat sich der Anteil der Verbraucher, die in ihrem Umfeld Personen kennen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, auf Dreimonatssicht verringert (Juli: 50 %; April: 53 %).

Was indes die generelle Haltung zu den Krediten angeht, halten es die meisten Deutschen lieber mit den Tugenden des ehrbaren Kaufmanns: Mehr als die Hälfte der Befragten (56 %) machen Schulden nur im äußersten Notfall. „Der spürbare Anstieg des Schuldenstress korrespondiert mit der Haltung der Deutschen zum Schuldenmachen“, so Boniversum.
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