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News, 18.07.2014
Online-Handel weiter auf dem Vormarsch
E-Commerce für stationären Handel immer größere Bedrohung
Digitale Informationskanäle üben immer stärkeren Einfluss auf das Kaufverhalten von Verbrauchern aus. Zugleich wird die Beratungsqualität im Online-Handel einer Studie zufolge immer besser. Damit droht der stationäre Handel im Wettstreit mit digitalen Einkaufskanälen weiter an Boden zu verlieren.
Im Bereich Tourismus hat der E-Commerce den stationären Handel bereits als Einkaufsquelle Nr. 1 in Deutschland abgelöst.
Im Bereich Tourismus hat der E-Commerce den stationären Handel bereits als Einkaufsquelle Nr. 1 in Deutschland abgelöst.
Die Digitalisierung des Informations- und Konsumverhaltens in Deutschland schreitet rasant voran. So wickeln bereits knapp vier von zehn Verbrauchern in Deutschland (37 %) ihre tägliche Kommunikation über digitale Medien ab. Nach Auskunft von Roland Berger Strategy Consultants hat sich dabei allein in den vergangenen anderthalb Jahren die Dauer der täglichen Internetnutzung je Verbraucher im Schnitt um eine Stunde erhöht. Besonders Smartphones und Tablets nehmen sowohl privat als auch geschäftlich eine immer dominierende Stellung ein. So legte die mobile Nutzung des Internets per Smartphone & Co.  in nur anderthalb Jahren um  27 Prozent zu. Damit erfolgt inzwischen mehr als Viertel der gesamten Internetnutzung mobil. Das zeigt der Studie "German Digitalization Consumer Report 2014", die die Managementberatung mit der Universität Münster durchgeführt hat.

"Wir waren vom Ausmaß der Digitalisierung selbst überrascht", sagt -Studienleiter Jonas vor dem Esche. "Es macht keinen Unterschied, ob wir ins berufliche oder ins private Umfeld schauen. Mehr als ein Drittel unserer täglichen Kommunikation passiert inzwischen nicht mehr von Angesicht zu Angesicht, sondern über Telefone, das Internet und andere digitale Geräte."

Digitale Informationskanäle beeinflussen Einkauf

Deutliche Spuren zeigt die voranschreitende Digitalisierung auch beim Kaufverhalten der Deutschen. So wurden für die repräsentative Studie 3.800 reale Einkäufe in 19 verschiedenen Industriebereichen analysiert. Branchenübergreifend stammen 41 Prozent aller kaufentscheidungsrelevanten Informationen inzwischen aus digitalen Medien.

Betrachten man allerdings die einzelnen Industriebereiche, zeigen sich große Unterschiede. So stammen bei Reisen, Unterhaltungselektronik und Versorgungsdienstleistungen wie Strom, Wasser oder Gas sogar über 60 Prozent aller kaufbezogenen Informationen aus digitalen Quellen. "Unter allen digitalen Informationsquellen spielt das Internet immer noch die wichtigste Rolle, wenn es um Kaufentscheidungen geht", so Egbert Wege, Handels- und Marketingexperte von Roland Berger. "Ein Viertel aller einkaufsrelevanten Informationen sammelt der Verbraucher im Netz oder über soziale Medien."

Beratungsqualität im E-Commerce nimmt zu

Für den deutschen Einzelhandel stellt der starke Trend zum Online-Handel eine große Herausforderung dar. Denn bislang konnte sich der Einzelhandel über die gute Beratungsqualität vom E-Commerce absetzen. Doch die aktuelle Untersuchung zeigt, dass das Internet heute oft bessere Beratung liefert, als der vertraute Händler um die Ecke. Erfolgreiche stationäre Einzelhändler nutzen den Online-Kanal, um ihre gute Beratungsqualität auch im Netz fortzuführen.

Doch das Internet spielt nicht nur eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, sich Produktinformationen zu besorgen. "Diese Entwicklung sehen wir auch beim Einkauf selbst. Denn 41 Prozent aller  nicht-routinierten Einkäufe erfolgen in Deutschland inzwischen digital", sagt Wege. Auch hier zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Industrien. Kaufen die Deutschen gerade mal 7 Prozent der Lebensmittel und Drogerieartikel online, so sind es bei Reisedienstleistungen bereits 80 Prozent.

Doch nicht alle Deutschen nutzen die digitalen Einkaufsmöglichkeiten in gleichem Maße. "Der digitale Wandel bietet viel Zündstoff für unsere Gesellschaft", sagt Prof. Thorsten Hennig-Thurau. "Viele Deutschen stehen der digitalen Welt zunehmend skeptischer gegenüber." So haben über 2 Millionen Deutsche seit 2012 entschieden, sich von allen sozialen Netzwerken abzumelden. Insgesamt über 11 Prozent der deutschen Verbraucher mit Internetanschluss verfügen heute über keinen Social Media Account. Das sind 4 Prozent mehr als noch vor eineinhalb Jahren.

Die Studie steht kostenfrei zum Download zur Verfügung.

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