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News, 16.08.2011
Nielsen-Studie
Verbrauchervertrauen gesunken
Die Stimmung der Verbraucher hat sich im zweiten Quartal leicht eingetrübt – sowohl in Deutschland als auch in Europa und weltweit, zeigt eine Dauerstudie von The Nielsen Company.
Die aktuellen Turbulenzen an den Börsen dürften den Vertrauensschwund verstärken und die Konsumlust der Verbraucher weiter drücken.
Die aktuellen Turbulenzen an den Börsen dürften den Vertrauensschwund verstärken und die Konsumlust der Verbraucher weiter drücken.

Die Schuldenkrise in Europa und die Diskussionen um den Euro wirken mittlerweile auf die Stimmung der Verbraucher. Wie aus dem Nielsen Global Online Survey hervorgeht, sank der Index für das Vertrauen der Verbraucher in Deutschland im zweiten Quartal 2011 um vier auf 88 Punkte (1. Quartal: 92 Punkte). Das Verbrauchervertrauen in Deutschland notierte damit aber dennoch weiter auf hohem Niveau und über den Werten des dritten und vierten Quartals 2010 (Q3/2010: 87 Punkte; Q4/2010: 83 Punkte). Auch zeigten sich die Deutschen deutlich zuversichtlicher als der Durchschnitt der Verbraucher in Europa, wo der Index im zweiten Quartal mit 74 Punkten einen relativen geringen Durchschnittswert aufwies. Grund hierfür war vor allem die Stimmungslage in Griechenland (41 Punkte) und Portugal (42 Punkte), wo sich viele Bürger große Sorgen um die eigene Zukunft machten. Am besten war die Stimmung in der Schweiz, die mit einem Indexwert von 108 Punkten das höchste Verbrauchervertrauen in Europa ausweist und weltweit in der Verbraucherstimmung auf dem sechsten Platz liegt, wenngleich auch hier der Optimismus nicht mehr ganz so ausgeprägt war wie Vorquartal. Überdurchschnittlich gut war die Verbraucherstimmung auch in Österreich, das mit 97 Punkten trotz ebenfalls leichtem Vertrauensrückgang im Europa-Ranking auf Platz 2 lag. Auch weltweit hat sich die Stimmung der Verbraucher (Q2/2011: 89 Punkte) etwas eingetrübt, was Nielsen zufolge vor allem auf das sinkende Verbrauchervertrauen im Mittleren Osten und Afrika sowie im Raum Asien/Pazifik zurückzuführen sei.

„Schwache Konjunkturdaten und verlangsamte Produktionsleistung und Inflation in Asien, eine Intensivierung der Schuldenkrise in Europa und anhaltende politische Instabilität im Nahen Osten zusammen mit steigenden Haushaltsausgaben in den USA zeigen weltweit Auswirkungen auf das fragile Vertrauen der Verbraucher“, erklärte Petra Kacnik, Director Consumer Research bei Nielsen für die Region DACH (Deutschland, Österreich und Schweiz). Angesichts dessen und der täglichen Nachrichten in den Medien sei das Bild, das sich in Deutschland zeige, Kacnik zufolge daher durchaus positiv zu werten.

Berufsaussichten werden weiter günstig eingeschätzt

Wenngleich sich die Befragungsergebnisse zu den Berufsaussichten und finanziellen Perspektiven als auch zur Anschaffungsneigung im Vergleich zum Vorquartal ein wenig verschlechtert haben, wurde die Entwicklung in allen drei Bereichen noch immer besser bewertet als im Schlussquartal 2010. So stufte beispielsweise immer noch die Hälfte aller Bundesbürger die eigenen Berufsaussichten in kommenden zwölf Monaten als „gut“ (45%)  oder „ausgezeichnet“ (5%) ein. Im dritten und vierten Quartal 2010 hatten dies nur 46 bzw. 47 Prozent erklärt (Q1/2011: 54%). Die eigenen finanziellen Perspektiven bewerteten 46 Prozent als ausgezeichnet oder gut und damit ebenfalls mehr als Ende letzten Jahres (Q4: 41%) und genauso viele Deutsche wie im letzten Sommer (Q3: 46%). Gleiches galt im Hinblick auf den aktuellen finanziellen Spielraum und die Bereitschaft, zu konsumieren, demnach noch immer 36 Prozent die Zeit als günstig oder optimal bewerteten, um sich Dinge, die sie brauchen oder wünschen, anzuschaffen (Q1/2011: 39%; Q4/2010: 31%; Q3/2010: 36%).

Bei den Deutschen, die nach Deckung ihrer Lebenshaltungskosten noch Geld übrig hatten, stand vor allem Kleidung hoch im Kurs. Gut vier von zehn Befragten (41%) wollten dafür Geld ausgeben - mehr als im ersten Quartal 2011 (38%). Dahinter folgten das Thema Urlaub/Reisen (32%; Q1/2011: 36%), der Kredit- bzw. Schuldenabbau (30%; Q1: 30%) sowie gleichauf das Thema Geldanlage (26%; Q1: 26%)  und neue technische Produkte (26%; Q1: 30%). Allerdings zeigt die Studie auch, dass sich der Anteil derer, bei denen die monatlich verfügbaren finanziellen Mittel gerade mal zum Leben reichen, von 18 auf 20 Prozent erhöht hat.  

Sparen bei Lebensmitteln beliebter denn je

Wenn gespart werden soll, setzen die meisten Bundesbürger insbesondere bei Lebensmitteleinkauf an – mit steigender Tendenz. So hat sich der Anteil der Verbraucher, die erklärten, zum Sparen auf günstigere Lebensmittel zu setzen, im zweiten Quartal auf 78 Prozent erhöht. Im Vorquartal hatten dies nur 69 Prozent der Deutschen erklärt. Zweitbeliebteste Sparmaßnahme ist der Verzicht auf Take-away-Mahlzeiten (61%), gefolgt vom Sparen bei neuer Kleidung (58%) und bei (Kurz-)Urlauben (46%). Zu Beginn des Jahres hatte allerdings noch zwei von drei befragten Bundesbürgern weniger Geld für neue Kleidung ausgeben (66%). Weitere 42 Prozent der Deutschen schränken sich beim Autofahren ein. Auch hier hat sich der Anteil leicht verringert (Q1: 45%). Deutlich gestiegen ist dagegen der Anteil derer, die beim Alkohol einsparen möchten: Gut jeder fünfte Bundesbürger (22%) setzte hier den Rotstift an (Q1: 13%).  

Bei den Sorgen und Ängsten deutscher Konsumenten stand mit 28 Prozent der Anstieg der Wohnnebenkosten an erster Stelle, gefolgt von steigenden Lebensmittel- und Kraftstoffpreisen (24 bzw. 18%). In Europa fanden sich steigende Wohnnebenkosten (24%) und Lebensmittelkosten (19%) in der Sorgenliste ebenfalls ganz oben. Auf dem dritten Platz stand hier jedoch die Sorge um die wirtschaftliche Lage (18%).

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