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News, 03.09.2008
Mobile Communication
iPhone für große Firmen noch nicht geeignet
Laut einer aktuellen Studie sollten große Unternehmen mit der Einführung des neuen iPhone noch warten, bis bestehende Hürden für Geschäftskunden abgebaut sind. Demnach lässt das iPhone speziell im Hinblick auf die unternehmensweite Administration bislang zu wünschen übrig.
Der Verkauf des neuen iPhone Firmware Version 2.0 läuft gut an: Gerade einmal ein paar Wochen auf dem Markt, ziehe der Exklusiv-Provider T-Mobile einem Bericht von Berlecon Research zufolge mit 120.000 verkauften Geräten eine erste positive Bilanz. Verfügbarkeitsengpässe und damit verbundene Wartezeiten nähmen die Kunden in Kauf. Ausgestattet mit neuen Businessfunktionen, zielt Apple mit dem neuen iPhone aber nicht nur auf Verbraucher, sondern verstärkt auch auf Geschäfts- bzw. Unternehmenskunden ab. Für den Businesseinsatz ist das iPhone aber Berlecon zufolge derzeit nur bedingt geeignet. So könnte der Umsatz nach Meinung der Experten noch deutlich gesteigert werden,  wenn Apple stärker auf die spezifischen Anforderungen von Unternehmen eingehen würde. In der aktuellen Studie "Das iPhone im Unternehmenseinsatz" haben Berlecon Research und die Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK folgende fünf zentrale Hürden identifiziert, die dem iPhone-Einsatz in großen Unternehmen bislang im Weg stehen:

Hürde I: Provider-Bindung

Nach Auskunft von Nicole Dufft, Geschäftsführerin von Berlecon Research, könne die Bindung an T-Mobile und somit an dessen Tarife bei Unternehmen, die Rahmenverträge mit anderen Mobilfunkanbietern abgeschlossen haben, bereits ein Ausschlusskriterium darstellen. "Außerdem werden von T-Mobile bisher keine speziellen Businesstarife für das iPhone bzw. eine Integration in bestehende Rahmenverträge angeboten", fügt Dufft ergänzend an.

Hürde II: ActiveSync-Unterstützung

Weil Push E-Mails und die vollständige Synchronisation von Kontakt- und Kalenderdaten nur über ActiveSync, also vor allem mit Microsoft Exchange möglich sind, könnten Unternehmen, die eine andere Groupware wie bspw. Novell Groupwise oder LotusDomino von IBM einsetzen, das iPhone Berlecon zufolge vorerst nicht an ihre Groupware anbinden und müssten von daher für die Synchronisation von E-Mails auf Middleware von Drittanbietern oder den Browser-basierten Zugang zurückgreifen. „Zwar kündigte IBM bereits zum Jahresbeginn einen iPhone Client an, dieser funktioniert aber nur online als WebClient, Push E-Mail ist nicht möglich“, so die Experten.

Hürde III: Device Management

Laut Berlecon reichten die vorhandenen Funktionen und Dienste für eine zentrale, unternehmensweite Administration für Firmen, die iPhones im großen Stil einsetzen wollen, nicht aus. Deshalb sollten Unternehmen, die eine Vielzahl von Mitarbeitern mit dem iPhone 2.0 ausstatten wollen, Dufft zufolge damit warten, bis eine umfassendere Administrierbarkeit gewährleistet sei - ob durch Lösungen von Drittanbietern oder Funktionserweiterungen durch Apple, werde die weitere Marktentwicklung zeigen.

Hürde IV: Umsetzung von Sicherheitspolicies

"Zwar kann der Zugangsschutz über ein Gerätepasswort realisiert werden, solange dieser Mechanismus aber einfach durch den Benutzer deaktiviert werden kann, ist der Schutz der Informationen auf dem iPhone nicht ausreichend", erklärt Albert Heim, technischer Analyst bei der Fraunhofer ESK. Zudem könne das iPhone keine verschlüsselten E-Mails empfangen oder versenden, weshalb Unternehmen, die einen umfassend sicheren Datenaustausch mit dem iPhone ermöglichen möchten, auf Zusatzlösungen von Drittherstellern oder Nachbesserungen durch Apple angewiesen seien.

Hürde V: Softwarekauf und -verteilung

„Neue Software kann ausschließlich über den App Store bzw. über iTunes bezogen werden. Dafür muss die gewünschte Applikation auf jedem Gerät einzeln installiert werden“, so die Experten in ihrem Bericht. Eine Verteilung per Push und ohne Benutzerinteraktion hingegen sei nicht möglich. Das vorgegebene Prozedere sei jedoch für große Unternehmen mit einer Vielzahl an iPhones nicht praktikabel.

"Neben Schwächen bei der Sicherheit sind die vorhandenen Funktionen und Dienste für eine zentrale, unternehmensweite Administration nicht ausreichend  zumindest nicht, wenn mehr als eine Handvoll iPhones eingesetzt werden soll. Unternehmen, die eine Vielzahl von Mitarbeitern mit dem iPhone 2.0 ausstatten möchten, sollten damit warten, bis diese Schwachstellen ausgeräumt sind", so die Experten. Für kleinere Unternehmen mit nur wenigen iPhone-Nutzern und geringeren Anforderungen an Administrierbarkeit und Sicherheit gibt Berlecon hingegen grünes Licht: Für jene biete die Version 2.0 mehr als ausreichende Funktionen und einen intuitiven Zugang zu mobilen E-Mails und PIM-Daten.

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Berlecon-Report
Das iPhone 2.0 im Unternehmenseinsatz –- Sicherheit, Administrierbarkeit, Integration (08/2008)

Der in Kooperation mit Fraunhofer ESK erstellte Report beurteilt die Eignung des iPhone 2.0 für den Unternehmenseinsatz und zeigt, worauf Unternehmen bei der Integration in bestehende Kommunikationsinfrastrukturen achten müssen. Im Fokus der Analyse stehen neben der Gerätefunktionalität die Faktoren Sicherheit und Administrierbarkeit.
Alle Ergebnisse sind in übersichtlichen Tabellen im Report zusammengefasst.

Weitere Informationen

Quelle: Berlecon Research

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