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News, 10.08.2012
Mittelstandsbarometer
Mittelstand zunehmend pessimistisch
Deutschlands Mittelständler sehen der Zukunft mit wachsender Sorge entgegen. Noch geht es zwar den meisten Unternehmen gut. Bezogen auf die weiteren Geschäftsaussichten trübt sich allerdings die Stimmung immer stärker ein.
Vor allem bei den großen Unternehmen hat sich die Stimmung stark verschlechtert. (Quelle Grafik: KfW)
Vor allem bei den großen Unternehmen hat sich die Stimmung stark verschlechtert. (Quelle Grafik: KfW)

Laut aktuellem KfW-ifo-Mittelstandsbarometer sieht der deutsche Mittelstand das dicke Ende der momentanen wirtschaftlichen Abschwungphase  längst noch nicht erreicht. So gab der von der KfW und dem Münchener ifo Institut erhobene Indikator zum Geschäftsklima im Mittelstand im Juli gegenüber Juni den fünften Monat in Folge auf nunmehr 9,4 Saldenpunkte nach (-1,2 Zähler). Grund für die fortgesetzte Stimmungstalfahrt sind allein erneute verschlechterte Bewertungen der Unternehmen zur Geschäftsentwicklung in kommenden sechs Monaten. Sie rutschten mit einem Rückgang des Teilindikators um 2,4 Zähler auf -4,4 Saldenpunkte unter ihren langfristigen Durchschnittswert und fallen damit ähnlich schwach aus wie im Herbst 2011. „Auch damals  sorgte  die  Lage  in  der  Eurozone  für  erhöhte  Unsicherheit,  bevor  die  EZB  mittels langfristiger Liquiditätsbereitstellung (LTROs) temporär für Ruhe sorgen konnte“, so die Staatsbank. Ihre aktuelle wirtschaftliche Lage stufen die befragten mittelständischen Betriebe jedoch insgesamt noch immer gut ein. Hier notiert der Teilindikator mit 23,4 Saldenpunkten gegenüber Juni unverändert im historischen Vergleich der KfW zufolge auf einem „weiterhin sehr hohen Niveau“.

Großunternehmen besonders pessimistisch

Während sich die Stimmungseintrübung im Mittelstand vergleichsweise in Grenzen hielt, setzt sich die steile Stimmungstalfahrt bei den großen Unternehmen fort. Hier gab der Indikator im Juli nach dem starken Einbruch im vorangegangen Monat (-6,4 Zähler) um weitere 3,8 Zähler auf 1,9 Saldenpunkte nach. Vor allem die Erwartungen der Unternehmen hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung gehen immer stärker in den Keller. So brach der entsprechende Teilindikator im Juli um weitere 5,1 Zähler ein und notiert mit einem Stand von nunmehr -14,6 Saldenpunkten so niedrig wie seit Juni 2009 nicht mehr. Auch die Bewertungen der Großunternehmen zur eigenen aktuelle Lage verschlechterten sich erneut (-2,3 Zähler auf 19,1 Saldenpunkte). „Der Grund für den größeren Pessimismus der Großunternehmen dürfte in der höheren Bedeutung der Exporte für diese Größenklasse zu finden sein. Damit sind die großen Firmen anfälliger für eine drastische Verschärfung der Eurokrise und einem folgenden Einbruch der internationalen Nachfrage“, so die KfW in ihrem Bericht.

Die erneute Abkühlung des Geschäftsklimas im Mittelstand und bei den großen Unternehmen, insbesondere die gesunkenen Erwartungen im Mittelstand und bei den großen Unternehmen schlagen sich entsprechend auch in den Beschäftigungserwartungen der Firmen nieder. Vor allem bei den Großunternehmen gab der Indikator zu den Beschäftigungsplanungen der Unternehmen deutlich nach (-4,1 auf 9,9 Saldenpunkte). Im Mittelstand dagegen wurden die Beschäftigungserwartungen nur leicht nach unten korrigiert (-0,5 auf 8,9 Saldenpunkte). Allerdings lägen die Beschäftigungspläne der KfW zufolge weiter deutlich über dem historischen Mittelwert und könnten daher immer noch als „moderat expansiv“ bezeichnet werden.

Wie die Staatsbank abschließend konstatierte, spiegle das eingefangene Stimmungsbild die enorme Unsicherheit der deutschen Unternehmen über die Zukunft der Eurozone und die damit verbundenen großen konjunkturellen Abwärtsrisiken wider. „Jedoch müssen die deutschen Exporteure in jedem Fall mit einer anhaltenden Nachfrageflaute aus den vom Konsolidierungszwang betroffenen Euroländern rechnen. Bleibt dies im Rahmen, wird die gute Verfassung der Binnenwirtschaft für konjunkturelle Stabilität sorgen“, so Dr. Nobert Irsch, Chefvolkswirt der KfW.

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