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News, 15.01.2014
Metropolen boomen
Die Deutschen zieht es in die Städte
Deutschlands Metropolen wachsen: Immer mehr Menschen in Deutschland wollen in Ballungszentren leben, weil sie dort leichter Arbeit und mehr Bildungsangebote finden. Der Run auf die Großstädte und ihr Umland stellt die betroffenen Kommunen allerdings vor große Herausforderungen, zeigt eine aktuelle Studie.
Bis 2030 wird fast jeder dritte Bundesbürger in einer Großstadt bzw. Metropolregion leben. (Bild: Berlin)
Bis 2030 wird fast jeder dritte Bundesbürger in einer Großstadt bzw. Metropolregion leben. (Bild: Berlin)
Der Anteil der Deutschen, die in Metropolregionen leben, wächst: Wie das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln in einer neuen Studie ermittelte, dürfte 2030 knapp ein Fünftel der Bevölkerung in Deutschland (19 %) in einer  der 14 deutschen Großstädte mit mehr als einer halben Millionen Einwohner leben. Aktuell sind es erst 16 Prozent der Deutschen, die in Ballungszentren ihr Zuhause haben. In den Metropolregionen Hamburg, München, Frankfurt und Berlin sowie dem Ballungszentrum Köln-Bonn-Düsseldorf prognostiziert die Studie bis 2030 jeweils einen Anstieg der Bevölkerung um mehr als zwei Millionen Menschen. Das Ruhrgebiet mit eingeschlossen werden dann gut 30 Prozent der Deutschen in Metropolregionen leben, errechnete die Studie. „Vor allem  Dresden  und  Leipzig  legen stark zu und könnten bis 2030 ihre Bevölkerung um mehr als ein Fünftel auf jeweils gut 600.000 steigern“, so das Wirtschaftsforschungsinstitut.

Verlierer im Zuge dieser Entwicklung wird neben den wirtschaftlich schwach entwickelten ländlichen Regionen das Ruhrgebiet sein. „Weil  Städte  wie Essen und Dortmund schrumpfen, könnte der Pott bis 2030 fast sieben Prozent  seiner  Einwohner  verlieren“, so das IW Köln. Bremen könne bestenfalls von einer Stagnation ausgehen. Viele ländliche Regionen dürfte es noch härter treffen. Zum einen, weil sie in puncto Arbeitsmarkt und Bildung vielfach wenig Möglichkeiten bieten - mit dem Ergebnis, dass es insbesondere die Jüngeren in die Metropolregionen zieht, die Lücke zwischen Geburten und Sterbefällen wächst und die Bevölkerung zunehmend ausdünnt. Zum anderen kommt hinzu, dass kleine Städte und Kommunen mit schwacher oder fehlender Wirtschafts- und Bildungsinfrastruktur auch für Zuwanderer wenig attraktiv sind. 2012 waren das, nimmt man die Nettozuwanderung, also den Saldo aus Zuwanderern und Abwanderern, rund 370.000 Menschen. 2013 dürften die Zahl der Zugezogenen erstmals seit 1993 die Zahl der Fortgezogenen sogar um mehr als 400.000 übersteigen. Und die meisten davon zieht es in die Metropolen, weil sich hier die besseren Beschäftigungs- und Bildungsmöglichkeiten bieten.

Die Run auf die urbanen Zentren hat für die boomenden Regionen allerdings auch Schattenseiten. So dürfte sich der ohnehin schon starke Mangel an Wohnungen und Kindergartenplätzen in den meisten Metropolregionen dem IW Köln zufolge weiter verstärken. „Auch der öffentliche Personennahverkehr muss sich dort auf weiter wachsende Fahrgastzahlen einstellen und entsprechend investieren“, so das Institut. In  den schrumpfenden  Regionen müssten Bahnverbindungen dagegen  aufgegeben  werden, weil sie sich aufgrund der zu geringen Auslastung nicht mehr rechnen. „Möglicherweise werden kleine Ortschaften sogar komplett von der Landkarte verschwinden“, so das Wirtschaftsforschungsinstitut.
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